Happy 2017

frohes-neues-jahr-2017

Allen Lesern ein gutes Neues Jahr!

Ich wünsche Euch vor allem eines: gute Wünsche und gute Ideen
– und die Geduld und die Spucke, daran festzuhalten und Eure Pläne umzusetzen!

Liebe Grüße, und bis bald!
Christian

Wünsche zu Weihnachten

weihnachten_christian-ahrens-kopie

Liebe Leser meines Blogs,

ich mag es kaum glauben, aber der Blick in den Kalender bestätigt es zweifelsfrei: morgen ist Heilig Abend! Mal wieder ist Weihnachten viel zu schnell gekommen, mal wieder hat es nicht so ganz geklappt mit wochenlangem Einstimmen und adventlicher Vorfreude. Eigentlich wollte ich heute vor einer Woche schon in den Weihnachtsurlaub gegangen sein, aber wie das Leben so spielt: das letzte Shooting war dann doch erst am Montag und bis gestern war dann immer noch etwas zu tun, ein Angebot musste geschrieben werden, eine Anfrage beantwortet werden und so weiter und so fort.

Und heute Abend feiert unsere kleine Firma, heute ist unsere Weihnachtsfeier! Und ab morgen ist dann wirklich Weihnachten und bis Anfang Januar ist Pause, Stille und Nachdenken wichtiger als Projekte umsetzen  und den Sturmvogel reiten.

In diesen Tagen wird häufig „besinnliche Weihnachten“ gewünscht, und ich habe mal darüber nachgedacht, was das eigentlich heißen könnte. Für mich ist die „Besinnlichkeit“ jedenfalls nicht die halb-verkitschte Rückbesinnung auf sentimentale Erinnerungen. Für mich meint das Wort vielmehr:

„Besinnung auf das wirklich Wichtige im Leben“.

Und was ist wirklich wichtig?
Für mich: Glück, Erfolg, Freude, freies und verantwortliches Tun, ein erfülltes Leben.

Und jedes dieser Worte meint im Grunde das gleiche: mit sich im Reinen sein, sein Ding machen, neugierig die nächsten Schritte tun, erfolgreich spielen, ausprobieren, erweitern, lernen. Sinn mit Nutzen kombinieren, Freude am Tun haben, Feedback mit Begeisterung. Feeling. Atmosphäre. Freundschaft, Teamwork, Partnerschaft. Wertschätzung durch Geld-Energie und klare Worte. Am Ende des Jahres tief durchatmen und sich über das Erreichte freuen. Und sich hinsetzen und darüber nachdenken, welche Schritte ab morgen den Tag gestalten.

Jahresende. Ziemlich erschöpft auch, ja. Mit dem guten Gefühl, immer sein Bestes (OK, also wirklich fast immer!) gegeben zu haben. Ruhige Tage. Pläne. Konzepte. Ideensammlungen. Lebensumfeld anschauen, verändern, gestalten.

Unterm Weihnachtsbaum sich freuen, schenken und beschenkt werden. Eine große Ahnung von neuen Möglichkeiten. Spaziergänge durch ruhige Landschaften. Sich anlehnen und tief atmen.

„Zwischen den Jahren“ werde ich Bilanz ziehen, Mindmaps malen, Gedanken und Visionen ausspinnen, Ziele formulieren, Altlasten entsorgen und Raum schaffen für Neues.

Und dann ins tätige Leben zurückkehren. Es ist immer mehr möglich als gestern. Ausprobieren, was morgen geht. Die Grenzen rausschieben – bitte immer mit Spaß. Lernen und Weiterkommen als Spiel. Kinder zeigen uns, wie das geht. Tief durchatmen vorm Start. In die Sonne schauen. Ein kurzer Blick zurück. Gleißendes Licht voraus. Segel setzen. Da ist neues Land!

Ich wünsche meinen Lesern ebenfalls „besinnliche“ Weihnachten! Macht was draus! 🙂

Viele Grüße
Christian

Mein Jahr mit Fujifilm

Skeptischer Blick? Wird es funktionieren? Es hat funktioniert! :-)

Das Jahr eilt mit Riesenschritten auf sein Ende zu, die erste Adventskerze wird demnächstens entzündet, Weihnachten steht vor der Tür. Jahresabschluss. Das Tempo geht langsam runter. Noch stehen 5 oder 6 Fotoproduktionen an, das ist überschaubar. Zeit, die Dinge abzuschließen, aufzuräumen, aufzuaddieren. Zeit, Bilanz zu ziehen.

Dies ist die Geschichte meines ersten Jahres mit Fujifilm.

Am 26. Februar 2016 habe ich die erste Fujifilm Kamera der neueren Generation zum ersten Mal in den Händen gehalten: Die X-Pro2 hatte mir auf einer Händlerpräsentation so gut gefallen, dass ich ihr etwas Außergewöhnliches zugetraut habe: nämlich auch in der professionellen Fotografie – bei mir: in der Industrie- und Corporate Fotografie – zu bestehen.

Corporate Velden

Eine gute Woche habe ich mir Zeit gelassen, die Kamera kennen zu lernen, sie mir anzueignen. Und am 9. März diesen Jahres habe ich meine erste Produktion im industriellen Kontext damit fotografiert. Seitdem habe ich die Kamera bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht mehr aus der Hand gelegt – und später nur dann, wenn ich statt ihrer die X-T2 gewählt habe. Was als zögernder Versuch begann, wurde eine stürmische Affäre und dann eine belastbare und dauerhafte Beziehung. Heute ist es Liebe.

christian

Was ist passiert?

In diesem Beitrag werde ich nicht auf technische Details eingehen, werde keine minutiösen Vor- und Nachteilserwägungen durchführen oder meine Entscheidung für Fujifilm detailliert begründen. Das alles ist schon hundertfach gemacht worden – auch von mir – und die Kommentatoren sind sich weitgehend einig: mit de X-Pro2 und der X-T2 hat Fujifilm jeweils ein sehr starkes Stück Technik abgeliefert, das auf Augenhöhe mit leistungsstarken und professionellen DSLR-Kameras agiert. Die Bildergebnisse sind klasse, die Auflösung hoch, die Schärfe sehr gut und das Bildrauschen bei hohen Empfindlichkeiten hält mit den besten Kameras im Markt mit. Der AF ist ausgezeichnet. Punktum. Mehr will ich an dieser Stelle gar nicht nicht sagen. Es geht mir um etwas anderes.

Erleichterung

Als ich meinen ersten Job mit Fujifilm X-Pro2 und dem 16-55 fotografiert habe, fühlte ich mich wie ein Sportler, der vom Höhentraining in normale Verhältnisse zurückkehrt. Oder wie ein Läufer, der nach anstrengenden Trainings mit Gewichten wieder normal durch den Wald sprintet: einfach erleichtert. Ich ziehe die Kamera aus der Tasche, und das ist kein Wuchten und kein Ziehen im Unterarm: das geht ganz leicht, das fühlt sich unbeschwert an. Mein Körper erinnert sich. Es ist jetzt ungefähr 15 Jahre her, als ich zuletzt mit meiner Minolta XD-7 so fotografiert habe. Ja, genauso. Nur: heute liegt die Kamera noch besser in der Hand. Und sie kann wesentlich mehr.

Canon+Fujifilm

Kleiner Ausflug in die Geschichte

Die Geschichte der bildaufzeichnenden Apparate ist nicht linear und hat manche kuriose Entwicklung zu verzeichnen. Aber auf jeden Fall begann alles mal ganz groß und ganz schwer: mit zentnerschwerem Equipment, das aufopferungsvolle Forscher und Reisende nach Ägypten und in den Orient geschleppt haben. Dann kamen kleinere Formate, flexiblere Trägermaterialien für die lichtempfindliche Emulsion und irgendwann auch die Leica mit ihrem revolutionär kleinem Aufzeichnungsformat, das heute als großartiges und erstrebenswertes „Vollformat“ gilt. Die Bildgröße wurde fortan nicht mehr durch die Größe des Films oder der Platte bestimmt, sondern durch die Vergrößerung im Labor. Dann kam die analoge Spiegelreflextechnik, ein Paradigmenwechsel, und die Kameras waren immer noch sehr handlich.

Mit Autofokusobjektiven, mit leistungsfähigen Windern und Motoren ging es dann aber wieder in die andere Richtung: die Kameras wurden größer, die Objektive wurden dicker und schwerer. Diese Tendenz gipfelten in Modellen wie der analogen Canon EOS 1V: groß, teuer, sehr leistungsstark. Ein Höhepunkt in der Entwicklung?

Technisch sicherlich schon: nie waren Kameras so treffsicher, so schnell und so leistungsstark gewesen.

Und das setzte sich im digitalen Zeitalter nahtlos fort. Eine 1ds, eine 1D MkIII, eine 1Ds Mk III – sie sahen alle genau so aus. Und die entsprechenden Nikon-Teile natürlich genauso. Groß. Fett. Beindruckend. Aber man hatte mit diesen Boliden eben auch ein echtes Monster in der Hand: schwer, auffällig, lautstark und lärmend. Und das nicht nur wörtlich, sondern auch im übertragenen Sinne: diese Kameras waren und sind ein Statement, und sie werden bemerkt, nicht immer positiv. Wenn man damit irgendwo agiert, wird man nicht selten gefragt: „Komme ich jetzt ins Fernsehen?“. Oder die unfreundliche Version: „Was soll das? Löschen Sie das Bild!“

Ich gebe gerne zu: ich stand mal auf so etwas. Ich war fasziniert von diesen großen Dingern. Ich habe mal gesagt: „Ich kaufe immer das Spitzenmodell. Dann kann mir keiner ans Bein pinkeln.“ Ich habe diese Haltung etliche Jahre gepflegt und genossen. Und das war auch OK so.

Aber das ist vorbei. Ich will jetzt etwas ganz anderes.

Ich erinnere mich an die große Zeit der Fotografie. Als das Still-Bild das führende visuelle Medium war. Als mutige und abenteuerlustige Fotografen mit ihren Kameras in die Welt ausgeschwärmt sind, um aufregende Geschichten zu erzählen. Diese Fotografen arbeiteten oft am Rande des Möglichen, des Erlaubten, des Genehmigten. Sie benutzten dafür die Technik ihrer Zeit, aber: auf der Höhe der Zeit.

Aber sie benutzten in der klassischen Zeit keine Kameramonster. Es waren Leicas, Contaxe, Nikons der 50er bis 80er Jahre. Handliche, freundliche, unauffällige Kameras.

Ich habe in der digitalen Ära lange auf etwas warten müssen das dem entspach. Erstklassige Qualität in kompakter Form. Großer Sensor, kleiner Formfaktor. Die Fujifilm X-100 war das erste Kameramodell, das diese Qualitäten bot. Dann folgten die X-Kameras mit Wechselobjektiven. Ein Traum wurde wahr. Und er vollendete sich, als die Pro2 und die T2 kamen: die gleichen Qualitäten, die gleiche Philosophie, aber jetzt auch in professionell.

Professionalität

 Auch wenn ich fast ausschließlich kommerzielle Kunden habe: ich fasse mich und meine Fotografie als Abenteuer auf. Ich nehme Teil an außergewöhnlichen Locations, ich begegne  herausragenden Menschen und außergewöhnlichen Technologien. Hier bin ich zu Gast mit meiner Kamera. Ich erzähle die Geschichte meiner Kunden.

Was macht eine professionelle Kamera für mich aus? Vielleicht kann man es mit zwei Worten sagen: Sicherheit und Leistung.

Sicherheit: redundante Bildaufzeichnung, scharfe Fotos in allen möglichen Situationen. Meisterung aller möglichen Aufnahmesituationen in produktionsrelevanter Qualität.Robuste Kameratechnik.

Leistung: treffsicherer Autofokus, flotte Serien, Nachführ-AF, der wirklich funktioniert. Excellente Bildqualität in allen Lebenslagen.

Das haben die Spiegellosen von Fujifilm mit ihren neuesten Modellen nun geschafft. Nur von den Funktionen her und ganz nüchtern betrachtet, boten die Kameras damit das, was „die anderen“ schon lange konnten. Na schön. Ein Spielzeug mehr in der Kiste. Kein Grund sich weiter aufzuregen, oder? Eigentlich. Aber da ist noch etwas anderes.

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Emotionen

Ich sprach zuvor von den mutigen und leidenschaftlichen Fotografen, die die Welt erkundeten, um ihrem Publikum von der Schönheit und der Außergewöhnlichkeit der Welt zu berichten.

Ich sehe mich auch irgendwie in dieser Tradition. Ich bin auch eine Art Geschichtenerzähler, der die Faszination eines Berufes, einer Lebenswirklichkeit, einer Technologie und der Menschen, die mir ihr umgehen, erzählt. Ich sehe mich nicht als Werbefotografen, der den Art Director beeindrucken (oder ihm Sicherheit geben) will.

Ich sehe mich auch als einen Fotografen, der sich das Leben erleichtern möchte. Ich sehe mich als jemanden, der optimal zu seinem Ziel kommen möchte. Ich möchte meine Stories „ganz leicht“ erzählen und mich frei und unbeschwert bei der Arbeit fühlen und als Fotograf freundlich wirken. Ich will das Vertrauen der Menschen gewinnen. Ich will niemanden beeindrucken, sondern überzeugen. Die Menschen sollen die Kamera möglichst gar nicht sehen.

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Ich sehe mich als X-Photographer.

 

Erleichterung

Was unterscheidet die X-Kameras von Fujifilm von den anderen professionellen Modellen?

Sie sind leicht. Sie sind smart. Sie bieten eine klassische Bedienungsphilosophie mit Blendenring und Drehrädern.

Sie bieten eine neue Form ehrlicher Fotografie.

Ich weiß schon: wenn man Gramm, Kilos, Leistungen vergleicht: dann gibt es viele Bewerber um die Aufmerksamkeit und die besten Plätze.

Nimm eine X-Pro2 in die Hand. Verstehe das Konzept. Und fühle Dich ein in den Dschungel der bildnerischen Möglichkeiten. Du kannst alles machen. Du hast volle Leistung. Du bis auf der Höhe der Zeit. Du bist ein Fotograf, der eine altmodische Knipse in der Hand hat. Niemand nimmt Dich wahr. Du kannst jedes Bild machen. Oder anders: man nimmt Dich kraft Deiner Persönlichkeit und Deiner persönlichen Macht wahr. Aber nicht, weil Du etwas angesagt Professionelles in der Hand hast. Sondern, weil Du bist, wer Du bist.

Nimm eine X-Pro2 oder eine X-T2 in die Hand und genieße Dich in Deinem Flow. Es funktioniert.

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Exklusive Möglichkeiten

Jedes Werkzeug hat seine ureigenen Vorteile und exklusiven Möglichkeiten. Nach 10 Jahren digitaler Spiegelreflexfotografie sind mir ein paar Dinge positiv aufgefallen, die ich in 2016 nur mit den Fujifilms machen konnte. Zum Beispiel:

  • Die kleinen Kameras lassen sich enorm flexibel einsetzen und ermöglichen damit Bilder, die sonst nicht möglich wären. Ich verstecke sie in Maschinenteilen oder an anderen unzugänglichen und beengten Orten und löse per Fernsteuerung aus. Das ergibt mitunter Perspektiven, auf die ich sonst verzichten müsste.
  • Das Klappdisplay der X-T2 erspart mir manche Verrenkung oder ermöglicht Aufnahmestandorte, die sonst nicht möglich wären
  • Der Autofokus greift in schummrigen oder Gegenlicht-Situationen um Größenordnungen besser als es die beiden Spitzen-DSLRs tun, die wir haben/hatten
  • Die so viel weiter außen liegenden Fokuspunkte geben eine neue Freiheit bei der Komposition des Bildes (auch etwas, worauf Fotografen dank des technischen Fortschritts lange verzichten mussten)
  • Den elektronischen Sucher sehe ich als wichtige Hilfe bei der Prävisualisierung eines Bildes an – und auch bei der Beurteilung eines gerade geschossenen Bildes.
  • Bei meiner freien Fotografie kann ich aufgrund des „harmlosen“ Charakters der Kameras auch dann noch Bilder machen, wenn ich mit der DSLR längst in Diskussionen mit dem Sicherheitspersonal verwickelt wäre.

Back to Reality

Das alles zusammengenommen sind starke Argumente und noch stärkere Emotionen. Aber ich spreche hier nicht über Romantik oder Theorie. Das sind sehr konkrete Erfahrungen aus 9 Monaten professioneller Industrie- und Corporate-Fotografie mit X-Kameras. Die Kameras helfen Dir, sie unterstützen und erleichtern den Job. Niemand stellt Dich in Frage. Niemand zweifelt Dein Können an. Niemand schickt Dich nach Hause. Niemand hindert Dich am Fotografieren.

Die Menschen wollen nur wissen, welche Vision Du von ihrem Leben hast. Und wie Du diese Geschichte mit deiner Kamera erzählst.

Erzähle sie.

Jahresfazit

Ich bin mit Fujifilm X-Pro2 und X-T2 nun fast ein Jahr unterwegs. Ich habe die Kameras eingesetzt in den unterschiedlichsten Situationen.

  • in der Nabe einer Windkraftanlage
  • in unterirdischen Wasserwerken
  • in Brunnen unter der Erde
  • in Abfalltrennungsanlagen
  • auf Segeltörns
  • in der Flugzeigindustrie
  • in einer Glasbläserschule
  • auf hoher See
  • in luftiger Höhe
  • tief in …
  • hoch auf….
  • mitten drin…

Ich habe meine Vision des Themas damit immer umsetzen können. Nie hat sich ein Kunde über irgendetwas beschwert. Alle waren sehr zufrieden. Der einzige Kommentar zur Kamera selbst kam von der Marketing-Leiterin eines Unternehmens. Sie fand die Fujifilms besonders „hübsch“.  🙂

Perfektion?

Sind die X-Kameras perfekt? Natürlich nicht. Sie können auch nicht alles besser als die anderen. Aber sie sind fit für’s Business. Sie sind richtig gut. Und sie machen mir Freude: Jeden Tag, jede Sekunde, in denen man sie in der Hand hält.

Es ist eine andere Qualität, damit zu arbeiten. Die fotografische Realität und Praxis hat eine Dimension hinzu gewonnen. Dafür bin ich dankbar. Dabei werde ich bleiben. Und ich freue mich auf eine spannende Zukunft.

Die Entwicklungen werden weiter gehen. Ich habe noch so manche Wünsche an das System – ich hoffe, Fujifilm hört ein bißchen auf mich! 🙂

Viele Grüße von der Bilderfront. Wir sehen uns.

Christian Ahrens

_____________________Ein durchaus moralisches Angebot_________________________

Bestellung bei Amazon: Fujfilm Systemkameras

Hinweis: Sie können das hier empfohlene Produkt mit einem schnellen Klick direkt bei Amazon bestellen. Ja, dies ist ein sogenannter Affiliate-Link, d.h. ich als Betreiber dieses Blogs bekomme eine kleine Provision, wenn Sie hier bestellen. Dazu stehe ich, und ich finde das in Ordnung. Ich verwende das Geld, um diesen Blog nach und nach auszubauen und auch in Zukunft mit spannendem Content zu füllen.

Glasklar gesagt: Ich setze diesen Link ausschließlich auf Dinge, die ich selbst ausgiebig erprobt habe und in der Praxis erfolgreich einsetze – und die ich daher von ganzem Herzen empfehlen kann. Also: viel Freude damit! 🙂

Business-Tools: die Portfoliomappe

Nachmal die Prägung im Detail. Bruno Bösterling hat sie in einer unserer Logofarben ausgeführt.

Nach wie vor zeigen wir bei Kundenerstkontakten und bei Akquisegesprächen unser Portfolio gerne ganz klassisch „analog“ – hochwertig geprinted, anfassbar, haptisch und möglichst „groß“. Und das in einer Zeit, in der Fotografien fast nur am Rechner oder auf dem iPad betrachtet werden! Die Menschen sind es nicht mehr gewöhnt, Fotos auf Papier anzuschauen und reagieren auf das haptische Erlebnis immer sehr positiv.

Herkömmliche Mappen mit ihren mehr oder weniger durchsichtigen Klarsichtfolien haben wir nur ganz zu Anfang benutzt. So praktisch damit das Anordnen und Umarrangieren der Bilder ist, so unbefriedigend ist das optische Erlebnis. Auch die teuren Folien nehmen den Bildern viel Glanz, Kontrast, Farbkraft und Haptik. Wir haben das nie gemocht und nach Lösungen gesucht, die auf Folien verzichten und dennoch im Handling praktisch und schnell anpassbar sein sollten.

Zudem wollten wir nichts von der Stange – und wir wollten unsere Bilder sehr gerne im Bildformat A3 präsentieren, was eher ungewöhnlich groß ist. Auf dem Markt haben wir nie etwas gefunden, das unsere Ansprüche an Qualität, Flexibilität und Individualität gerecht geworden wäre, daher haben wir uns schon vor Jahren an den Buchbinder unseres Vertrauens gewandt und ihn um einen Lösungsvorschlag gebeten. Bruno Bösterling residiert in einer wunderbaren Werkstatt in Köln, in der es nach Papier, Leim und Holz riecht. Er hat sich Gedanken gemacht und einen Vorschlag entwickelt, den ich hier gerne einmal zeigen möchte:

Unsere Portfolio-Mappe, leinengebunden, DIN-A3 groß, mit individueller Prägung auf dem Titel
Unsere Portfolio-Mappe, leinengebunden, DIN-A3 groß, mit individueller Prägung auf dem Titel
So blättert man durch die Seiten. Kleiner Nachteil, die bereits gesehenen Blätter müssen immer festgehalten werden.
So blättert man durch die Seiten. Kleiner Nachteil, die bereits gesehenen Blätter müssen immer festgehalten werden.
Nachmal die Prägung im Detail. Bruno Bösterling hat sie in einer unserer Logofarben ausgeführt.
Nachmal die Prägung im Detail. Bruno Bösterling hat sie in einer unserer Logofarben ausgeführt.
Aktualisierungen sind sehr einfach: Die Buchbinderschrauben lösen, die auszutauschenden Blätter herausnehmen und durch neue ergänzen.
Aktualisierungen sind sehr einfach: Die Buchbinderschrauben lösen, die auszutauschenden Blätter herausnehmen und durch neue ergänzen.
Hier nochmal die Bindung im Detail.
Hier nochmal die Bindung im Detail.

 

Die Mappe hat sich über all die Jahre sehr bewährt und uns gutes Feedback beschert. Wir sind mit der Lösung sehr zufrieden, sind aber natürlich auch für neue Ideen offen. Wie handhabt Ihr das Präsentationsthema auf Papier?

Segel-Lern-Partner gesucht

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Hallo, ich bin Industriefotograf aus Köln und suche in meiner Region einen Fotografen, der mit mir zusammen seine Fähigkeiten im Segeln erweitern möchte. Ich habe vor vier Jahren den Binnenschein gemacht und will nun den Seeschein und später den SKS erwerben.

Ich habe mir den Seeschein schon jetzt zwei Jahre vorgenommen, es aber zeitlich bisher nicht geschafft. Das soll jetzt anders werden, und ich will diesen wichtigen Schritt noch in diesem Jahr hinbekommen. Gemeinsam lassen sich solche Projekte noch viel besser realisieren, aber natürlich ist es kein Problem, wenn Du den Seeschein schon hast und nun Richtung SKS oder wie auch immer gehen willst. Gerade komme ich von einem 10tägigen Törn auf der Nordsee und dem Marker-/Ijsselmeer zurück und bin so richtig motiviert! 🙂

Bisher habe ich vier 8- bis 10tägige Törns auf Yachten gemacht, immer zusammen mit einem viel erfahreneren Segler. Dabei habe ich viel gelernt, aber jetzt will ich gerne dahin kommen, eigenständig und auf eigene Verantwortung zu segeln.

Ziele

Mir ist es wichtig, in die Rolle hineinzuwachsen, gemeinsam oder abwechselnd – und auf Augenhöhe – festzulegen, wo man an einem Tag hinsegeln möchte, wie das Ablegemanöver aussehen soll, welcher Kurs abgesetzt wird, wie man in den Hafen hineinkommt, anlegt usw. Bisher bin ich immer bei Leuten mitgesegelt, die das alles schon viel besser konnten oder das Revier kannten und daher mir immer etliche Schritte voraus waren.

So etwas sich zu erarbeiten mache ich immer gerne im Team und würde mich freuen, jemanden zu finden, der ähnliches vorhat und mit dem ich mich gut verstehe.

Mein Fernziel: eines Tages will ich einen langen Fahrten-Törn auf dem Mittelmeer machen….

Style

Es gibt ja sehr unterschiedliche Segler: pedantische, lässige, sportliche usw. Ich beschreibe mal meine Art:

Ich bin vom Naturell her entspannter Fahrtensegler. Ich möchte mit dem Boot in der Natur unterwegs sein, eine schwerelose Zeit genießen und die Herausforderungen von Wind und Welle meistern können. Ich muss keine Geschwindigkeitsrekorde brechen, und ich bin kein Zwangsoptimierer. Ich hole nicht alle halbe Stunde den Spinnaker raus, um noch eine Maile zuzulegen, aber ich habe auch übernaupt nichts dagegen, wenn mein Mitsegler hieran Spaß hat und unablässig auf dem Schiff herumturnt, um Holepunkte zu optimieren und Traveller einzustellen….

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Auf dem Ijsselmeer. Fotos: Eric Lichtenscheidt

Ich bin nicht übervorsichtig, aber auch nicht waghalsig, ich denke, ich habe ein gutes Maß irgendwo in der Mitte, was Risiko- und Experimentierbereitschaft angeht. Ich lege meine Leinen nicht in Schnecken, pflege keine militärische Ordnung an Bord, schätze aber durchaus ein sauber klariertes Boot, um auf alles vorbereitet zu sein. Es ist auch nicht meine Art, meinem Mitsegler immerzu zuzurufen, dass er 2 Grad abfallen oder anluven soll – wir alle wollen Erfahrungen machen, und dazu gehört auch mal ein Boot, bei dem die Segeln zu flattern anfangen oder das nicht die optimale Geschwindigkeit fährt.

Mit anderen Worten: ich möchte genießen und lernen – und wenn es mal ruppiger wird oder die Dunkelheit lange vor Ankunft kommt, behalte ich einen klaren Kopf und würde mich freuen, mit einem angenehmen Mitsegler auch solche Herausforderungen zu meistern.

Nach mehreren Törns auf dem offenen Meer bei zum Teil sportlichen Bedingungen glaube ich sagen zu können, dass ich seefest bin und dass mein Magen auch bei Hack- oder blöden Querwellen stabil bleibt (solange ich nicht zu lange unter Deck muss).

Fotografie

Warum suche ich einen Fotografen als Partner? Das ist natürlich kein Muss, aber mich begleitet meine berufliche Leidenschaft immer, und ich fände es einfach schön, wenn wir nicht nur das Segelhandwerk gemeinsam weiter lernen würden, sondern nach dem Anlegerbier auch gute Gespräche führen könnten, in denen unsere fotografischen Leidenschaften ebenfalls eine Rolle spielen dürfen.

Kontakt

Soweit ersteinmal zu mir. Ich würde mich freuen, wenn sich ein guter Kontakt per Mail oder Telefon ergäbe, den wir dann vielleicht bei einem ersten persönlichen Kennenlernen vertiefen können. Dann vielleicht mal eine Runde Jollensegeln auf irgendeinem See? Und wenn sich das alles gut anlässt, könnte man auch einen mehrtägigen Törn z.B. auf dem Ijsselmeer anstreben, zum Beispiel mit einer Varianta oder ähnliches? Und dann schaun wir einfach weiter, welchen Kurs wir segeln!

Viele Grüße, ich freue mich auf Deine Kontaktaufnahme

Christian

 

Profil und Kontaktdaten

www.ahrens-steinbach-projekte.de
www.christianahrens.de

foto@christianahrens.de
0163 – 391 96 19

Hoek van Holland. Foto: Christian Ahrens
Hoek van Holland. Foto: Christian Ahrens

Plädoyer fürs Bildermachen

Die fotografische Arbeit on location ist meine Leidenschaft.

Wann immer in der Kameratechnik besonders viel oder besonders Interessantes passiert, laufen die Drähte heiß: seit Donnerstag, 7.00 Uhr, ist bei Fujifilm die Katze aus dem Sack und wir Fotoenthusiasten wissen nun, wie sich die neue Kamera aus dem Hause Fujifilm darstellt: die XT-2 hat zumindest auf dem Papier und auf dem Bildschirm das Licht der Welt erblickt.

In den Foren, auf den Blogs – ja, auch bei mir – wird nun intensiv diskutiert: über die neuen Specs und Leistunsmerkmale, über Speed und Präzision, über frames per second, über den Chip und über all die tollen Features, die die neue Kamera mitbringt.

Ich durfte die Kamera ja schon eine Weile ausprobieren und war natürlich auch auf das Echo der Fotografierenden gespannt: auf Lob und Tadel, Zustimmung, Kritik und Verbesserungswünsche.

Da schlagen die Wogen manchmal hoch und gelegentlich verirrt man sich in den Untiefen technischer Details, die völlig übersteigerte Dimensionen anzunehmen scheinen.

Ich hatte in den letzten Monaten ja das Glück, dass gleich zwei brandneue Fujifilm-Kameras den Weg in meine Fototasche gefunden haben: die X-Pro2 und die XT-2. Und jedesmal ging es mir durchaus auch so: ich war mehr als heiß auf die angekündigte Lieferung, ich verfluchte den Nachbarn, der die Päckchen nicht entgegengenommen hat und düste eine Stunde vor der Zeit zum örtlichen UPS-Stützpunkt, in der Hoffnung, dass das Paket vielleicht doch schon da sei (es war! 🙂 ). Und so weiter.

Und dann befingert man das neue gute Stück ausgiebig, probiert ein paar Sachen aus, versucht die Geschwindigkeit des AF zu testen und das Verhalten bei schummrigem Licht, man peept auf die Pixel und erfreut sich an den technischen Neuerungen. Man genießt die Lernkurve einer etwas anderen Bedienung und ist begeistert über Fortschritt und Technik und notiert hier und da auch einen Verbesserungsvorschlag.

Aber dann kommt irgendwann der Moment der Wahrheit und der Besinnung, und man stellt fest, dass das alles nicht die Essenz der ganzen Angelegenheit ist – es geht ja eigentlich nicht um technische Features, es geht letztlich einzig und allein um Bilder – Fotografien! –, die es wert sind, gemacht zu werden.

Die Focus-Prüfung und Rausch- und Speedtests – alles nett, erkenntnisreich und interessant.

Aber nur sehr bedingt von Belang, wenn es um die Frage geht, ob man gerade ein gutes Foto gemacht hat oder nicht.

In diesem Sinne – so sehr ich die Neugier, die Ungeduld oder auch Enttäuschungen verstehen kann: egal, was ihr gerade an Kameratechnik habt, egal, was ihr Euch wünscht oder demnächst erst nutzen werdet – kümmert Euch schon heute um die Fotografie.

Bilder entstehen mit der Hilfe von Kameras, und Kameras sind natürlich wichtige Werkzeuge. Aber Bilder entstehen vor allem im Kopf. Sie sind das Ergebnis von Wissbegier, Neugierde, Gefühl. Sie sind Ausdruck von Emotionen, Visionen, Wünschen, Neurosen oder Leidenschaften.

Dafür braucht man auch eine Kamera und Objektive: ja, natürlich

Und wenn die neuen Fujifilm-Flaggschiffe hier besonders gute Unterstützung bieten: dann ist das super.

Entscheidend aber bleiben: Inhalt, Ausdruck, Wundern.

Die Welt ist voll davon, und Sensationen findet man nicht erst in der Südsee. In Eurer unmittelbaren Nachbarschaft, im Hinterhof schräg gegenüber, im Freundeskreis, in der eigenen Familie, in den Beziehungen zum eigenen Umfeld: hier gibt es überall wunderbare Geschichten mit Bildern zu erzählen. Sie sind es wert, aufgezeichnet zu werden, aufgehoben, verdichtet und präsentiert zu werden.

Und wenn man sich auf den Weg macht, stellt man sehr schnell fest, dass die eigentlichen Schwierigkeiten nicht in der Kameratechnik liegen oder von ihr gelöst werden. Für die guten Bilder braucht man Können, Wissen, Geduld. Viel Arbeit. Viel Nachdenken, viel Emotion. Ehrlichkeit zu sich selbst und zu den anderen. Hingabe an ein Thema, menschliche und kommunikative Fähigkeiten. Und immer wieder: Dranbleiben und weiter machen. Sich inspirieren lassen. Und einen eigenen Weg finden.

Das alles bietet die wunderbare Kunst der Fotografie, für die es nun zwei neue außerordentlich attraktive Werkzeuge gibt.

Also los und anfangen und die Herausforderungen suchen!
Ich wünsche Euch ganz viel Freude und Erfolg dabei.

Viele Grüße
Christian

 


Autor dieses Beitrages ist Christian Ahrens. Schwerpunkte seiner Arbeit als professioneller Fotograf sind die Themen Industrie, Technologie, Arbeit sowie Medienprojekte zum Thema Personalmarketing und Employer Branding. Der Industriefotograf bildet zusammen mit Silvia Steinbach das erfolgreiche Fotografenteam  „Ahrens+Steinbach Projekte – Zukunft fotografieren“.

Christian Irrgang: Segeln und Fotografieren

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Anknüpfend an mein letztes Posting: Ganz wunderbar und ganz „frei“ fotografieren kann man auch beim Segeln. Das tue ich auch sehr gerne, nur leider viel zu selten. Mit Glück schaffe ich es dreimal im Jahr auf’s Boot und genieße diese Zeit immer sehr.

Wer das viel öfter und viel länger tut, ist Christian Irrgang. Das ist ein Segler und Fotograf, der immer mal wieder monatelang auf dem Wasser ist, genauer auf der Ostsee. Nach seinem Segel- und Buchprojekt „Ostsee linksherum“ ist der Kollege seit ein paar Tagen wieder unterwegs. Diesmal heißt sein Projekt „Ostsee andersherum – Segeltörn zu den Menschen am Meer„. Auch diesmal wird es eine längere Reise werden, und wer am Segeln und am Fotografieren Freude hat, kann den Kollegen bei seinen Abenteuern verfolgen – das geht hier via Facebook.

Und am Ende wird dabei wohl wieder ein Buch herauskommen. Ist das nicht genial? „Frei“ unterwegs sein, „frei“ fotografieren – und am Ende auch noch ein professionelles Produkt daraus generiern!

Ich wünsche eine gute Reise, viele tolle Begegnungen – und immer genug Wasser unterm Kiel….. 🙂

Lesenswert: „Handbuch des Fotojournalismus“

Handbuch-des-Fotojournalismus

Es ist ziemlich lange her, dass mich ein Lehrbuch der Fotografie begeistert hat. Das 2015 von Lars Bauernschmitt und Michael Ebert veröffentlichte „Handbuch des Fotojournalismus“ gehört dazu. Das hat gleich mehrere Gründe:

Das Buch spannt einen weiten Bogen und berücksichtigt historische, technische, handwerkliche, rechtliche, marktbezogene und viele andere relevante Aspekte, die den Beruf des Fotojournalisten ausmachen. Der ausführliche historische Rückblick erweckt noch einmal die große Zeit des Bildjournalismus zum Leben und lässt auch den zeitgenössischen Leser ahnen, wie es wohl gewesen war, als die Fotografie das führende bildliche Medium war.

Doch überwiegend widmet sich das Buch der Gegenwart und der Zukunft fotojournalistischer Arbeit. Das Buch stellt die klassischen Sujets vor, streift aber auch die wirtschaftlich interessanten Randbereiche wie Corporate Publishing oder PR-, Natur- und Wissenschafts-Fotografie. Das Handbuch skizziert technische Entwicklungen der Vergangenheit wie auch die möglichen Gegebenheiten der  Zukunft Die Autoren lassen Praktiker in Interviews zu Wort kommen und geben viele handfeste Informationen, wie der fotojournalistische Markt heute funktioniert und wie seine möglichen Aussichten sind. Das Kapitel „Gedanken zur Zukunft des Fotojournalismus“ betont die Bedeutung der Fotografie auch für die Medienwelten der Zukunft, zeichnet gleichzeitig aber auch ein berechtigterweise skeptisches Bild für die Verdienstaussichten und -modelle der Fotografen.

Witzige Anmerkung am Rande: Das Stilleben auf dem Einband zeigt auch zwei Kameras: eine von Canon, eine von Fujifilm…. Find ich nett! 🙂

Das Buch ist wirklich ein Handbuch: historisch fundiert, mit Praxisanspruch geschrieben, thematisch einen weiten Bogen spannend und doch von einem lebendigen Enthusiasmus für das Erzählen von Geschichten mit Bildern erfüllt. Wer sich heute ernsthaft für den Beruf des Fotojournalismus interessiert, stellt sich mit dem Buch einen großen Wissenspool ins Regal (oder besser auf den Nachttisch) und erhält einen hohen Gegenwert für die 39,90 Euro, die das Buch kostet.

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Bei Amazon bestellen

Bekenntnisse eines Fujifilm X-Fotografen

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Seit der Photokina 2010 bin ich X-Fotograf. Da war ich am Stand von Fujifilm und begrabbelte entzückt ein Modell der gerade vorgestellten Fujifilm X-100. Bei der funktionierte außer dem revolutionären Sucher zwar noch nichts, aber ich wusste, dass ich mir diese Kamera kaufen würde. Das habe ich rund ein halbes Jahr später auch getan. Dann kam Fujifilm mit der XE-Reihe und der Möglichkeit, Wechselobjektive zu verwenden. Ich liebte sie. Dann habe ich sie auf einem Segeltörn in die Ostsee geworfen (in trauter Gemeinsamkeit mit einem weiteren Objektiv und einem iPad). Shit happens. Eine zweite XE-1 wurde angeschafft, weitere Objektive. Und jetzt – vor wenigen Tagen erst – die XE2. Ich bin X-Photographer. Mit Leidenschaft und Liebe. Ein Bekenntnis und eine Einladung.

Rückblende. Ich erinnere mich genau an meine ersten drei Fotos, mit denen ich zum ersten Mal mein Lebens- und Wahrnehmungsgefühl ausgedrückt habe: ein perspektivisches Foto von einem Bahngleis im Winter. Ein langer Schatten von mir selbst auf verschneitem Feld mit Spuren im Schnee – und ein Düsenflugzeug mit langen Kondensstreifen vor einem stahlblauen Himmel. Da war ich 16 Jahre alt, und es waren Bilder, wie sie auf dem Cover des Doppelalbums „A nice pair“ von Pink Floyd hätten erscheinen müssen, wenn sie viel früher entstanden und viel besser gewesen wären. Es die Geburtsstunde von einer bis heute lebenslangen Leidenschaft für das Bildermachen. Diese Bilder fotografierte ich mit der 35mm Yashica-Sucherkamera meines Vaters auf Kodachrome Diafilm. Schau einer an.

Zeitsprung. Wir schreiben das Jahr 2010. Die fotografische Welt ist digital geworden. Leistungsfähige digitale Spiegelreflexkameras dominieren das Geschehen, flankiert von überflüssigen digitalen Kompaktkameras. Ich bin in meinem fünften Jahr als Berufsfotograf. Ich fotografiere mit Canon, überwiegend Corporate-Produktionen, B-to-B. Ein erstes großes Projekt in der Industriefotografie ist realisiert. Zusammen mit meiner Kollegin fassen wir Fuß in der Welt der Technologie, der Arbeit und der Produktion. Natürlich haben wir das passende Equipment dafür. Natürlich die dicken Bodies und die voluminösen Objektive. Und alles, was das unsere Zeit an notwendiger Technik so zu bieten hat. Wir sind heiß auf die Erschließung unserer Märkte und lieben unser dickes, fettes, starkes und leistungsfähiges Equipment.

Aber da ist auch noch der Schüler in mir lebendig, der seine ersten ernst zu nehmenden Bilder mit einer Yashica 35 fotografiert hat und dessen Oberstufen- und Studentenzeit von einer Minolta XD-7 begleitet war. Der damit sein Lebensgefühl ausgedrückt und die Welt um sich herum erkundet hat. Und der neben der beruflichen Arbeit immer auch wieder den freien Ausdruck sucht. Der auch in seiner freien Zeit, auf Reisen und im Privaten Bilder machen will. Und der keine Lust mehr hat, dafür eine monströse Canon und dicke Zooms zu benutzen. Aber eigentlich auch keine Kompaktkamera mit ihren hinlänglich bekannten Einschränkungen.

Das Erscheinen der Fujifilm X-Serie veränderte die Welt: trotz handlichen Formats keine Schwächen mehr in der Bildqualität. Schöne Festbrennweiten. Lichtstark. Großer Sensor. Und von einer betörenden Gestaltung, als wenn die Kameras aus der Hochzeit der analogen Fotografie in die Gegenwart übersetzt worden wären. Hinreißend.

Mit Wechseloptiken. Und dann setzte Fujfilm noch einen drauf. Die Fujifilm XE-1 sah praktisch genauso aus wie die X100, aber sie hatte die Möglichkeit, die Optiken zu wechseln. Und Fujifilm brachte in schöner Regelmäßigkeit handliche, smarte und intelligent abgestimmte Objektive auf den Markt. Und nicht wie die (erwachenden) Mitbewerber lauter unpassende Konsumer-Zooms, sondern überwiegend wunderbare kleine, feine, lichtstarke Festbrennweiten. Es war, als ob die Geschicke dieses Unternehmens von einem Fotografen geleitet würden, der seinen Cartier-Bresson verinnerlicht hat und für den Magnum kein Fremdwort ist. Fujifilm brachte eine Roadmap. Und was erstaunlich ist: sie hielten sich daran. Nicht immer genau in time, aber trotzdem zuverlässig. Das sind wir Fotografen von unseren Herstellern nicht gewohnt. Fujifilm lieferte hier eine blitzsaubere Vorstellung, weit jenseits von kurzfristigen Versprechungen und atemlosen Strategiewechseln. Daran änderten auch die verschiedenen technischen Probleme bei einigen Kameramodellen nichts, zumal sich der Hersteller um eine zügige und kulante Abwicklung kümmerte.

Exkurs. Wozu eigentlich eine eigene Kamera für das freie Fotografieren?Rein technisch kann man das beruflich genutzte Equipment natürlich auch für das freie Fotografieren nutzen. Am Anfang habe ich das auch getan und aufopferungsvoll 70-200mm Objektive durch Griechenland geschleppt. 2.8er natürlich. Aber das hört irgendwann auf, nicht nur, weil Volumen und Gewicht hoch ist, sondern vor allem aus einem anderen Grund: es ist einfach nicht das richtige Werkzeug.

Eine Canon 1DsIII oder 1Dx ist ein monströses Gerät, in (fast) allen technischen Belangen ganz vorne dabei. Sie ist groß. Sie ist beeindruckend. Sie ist schwer. Sie ist ein Fotografiercomputer von höchster Präzision. Sie ist ein Monster. Sie ist geschaffen worden, um Kunden zu beeindrucken. Sie ist genau richtig, wenn man bei einem Fotoprojekt in Industrie und Wirtschaft als Fotograf auftaucht und eine Aufgabe zu lösen hat. Etwas in dieser Art wird von einem Profi erwartet. Und als Nutzer solcher Kameras ist man froh und dankbar über die Zuverlässigkeit, Robustheit und Leistungsfähigkeit von diesen Dingern. Sie ist ein Sicherheitsversprechen: dem Fotografen und dem Kunden gegenüber. Sie ist „offiziell“. Niemand nimmt einem übel, dass sie groß aber auch irgendwie abschreckend aussieht. Ich schätze meine Canons. Aber ihre Seele habe ich noch nicht gefunden.

Wenn man als Fotograf auf der Suche nach den feinen Tönen ist, wenn man die Poesie des Alltags sucht, wenn man dem Geschehen auf der Straße die kleinen Geschichten abringen oder von geliebten Menschen intime Portraits machen möchte: dann ist ein monströser Fotografiecomputer nicht das richtige. Im Gegenteil, damit stört man seine Gegenüber und zerstört Ambiente und Stimmung. Der Fotograf hinter einer großen Canon oder Nikon (oder Sony usw.) wirkt bedrohlich. Im schlimmsten Fall bekommt man sogar richtige Probleme und wird von irritierten Mitmenschen gefragt, was das denn soll.

Unsichtbar. Mit einer X-Kamera in der Hand (und einem Wechselobjektiv in der Tasche) ist man als Fotograf nahezu unsichtbar. Man wirkt (schlimmstenfalls) wie ein knipsender Tourist und im besten Fall wie ein bedauernswerter Typ, der noch mit Opas Schrottknipse hantiert. Ich habe Menschen im öffentlichen Raum aus ein oder zwei Meter Entfernung fotografiert – und sie haben es nicht einmal zur Kenntnis genommen. Man erscheint genauso bedeutungslos wie irgendein Passant, der mit seinem Mobilphone herumhantiert. Das Kurzzeitgedächtnis unserer Mitmenschen filtert den Vorgang einfach aus. Nicht beachtenswert. Uninteressant. Eine ideale Voraussetzung für unbeschwertes Fotografieren und für das Festhalten besonderer Momente. In der Öffentlichkeit. Auf der Straße. Aber auch zwischen vertrauten Menschen, einfach in jedem Zusammenhang.

Verheißung des Bildermachens. „Zwei Gehäuse, drei Objektive, ein halbes Dutzend Filme in den Hosentaschen. So zogen sie los, erlebten, was sie fotografierten, und fotografierten, was sie erlebten.“ – So schreibt Freddy Langer 1989 in einem Essay über die Fotoagentur Magnum. So kann man mit den X-Kameras auch heute wieder losziehen: fotografiert man frei, braucht es sogar nur ein Gehäuse, denn die Entscheidung über Empfindlichkeit, Farbe oder Schwarz-Weiß kann man adhoc oder im Nachhinein treffen. Man braucht kein Sicherheitsnetz. Und die Filme muss man auch nicht mehr herumtragen.

„Das Leben sehen, die Welt sehen, Augenzeuge großer Ereignisse sein, die Gesichter der Armen und das Gehabe der Stolzen erblicken – Maschinen, Armeen, Menschenmassen, Schatten im Dschungel und auf der Mondoberfläche; die Werke des Menschen sehen, seine Gemälde, Bauwerke; Dinge wahrnehmen, die Tausende von Kilometern entfernt sind, hinter Mauern, in Innenräumen, an die heranzukommen gefährlich ist; Frauen, die Männer lieben, und Scharen von Kindern; sehen und am Sehen Freude haben; sehen und staunen; sehen und belehrt werden.“

Ja, das ist das dank eines aktuellen Kinofilms frisch in Erinnerung gerufene Motto der legendären Zeitschrift „Life“, dem Inbegriff für Bildreportagen und Fotostrecken. Nur eine Erinnerung an die goldene Zeit der Fotografie? Nostalgie? Hinweggeschwemmt von Fernsehen und Internet? Oder eine Mahnung an etwas, was jederzeit in den Augen und im Herzen eines Fotografen wieder entstehen kann, auch wenn es vielleicht an Medien mangelt, die solche Bilder zeigen und bezahlen wollen?

Ich glaube, letzteres ist der Fall, und die Vermittlung seiner ganz speziellen und individuellen Sicht auf die Welt mittels Fotografie hat eine lange und vielversprechende Zukunft, auch wenn sich die Medienwelt sehr gewandelt hat und mit der der 70er Jahre nicht mehr vergleichbar ist. Sensible und aufmerksame Lichtbildkünstler werden auch weiterhin die Welt erforschen, ihnen besondere Momente abringen, Sichtweisen darlegen und in Ausstellungen, Fotobüchern oder gedruckten Bildstrecken eine Öffentlichkeit finden. Das können schwere und schwierige Thmen sein. Und das können Alltagsmomente sein, wie sie einem täglich begegnen und die man von Zeit zu Zeit erhascht und später vielleicht zu einer Serie zusammensetzt. Dafür braucht man das richtige Werkzeug. Meine Leser wissen ja bereits, wofür ich mich entschieden habe. Fujifilm ist die Leica unserer Zeit.

Und Leica? Moment mal. Leica gibt es doch auch noch, und sogar Leica hat es geschafft, vor Fujfilm mit digitalen Kameras den Markt zu betreten. „Life“, „Magnum“ und die Namen der großen Fotografen sind untrennbar mit dem Namen Leica verbunden, der schnellen Reportagekamera aus dem Hause Wetzlar / Solms. Auch Leicas sind vergleichsweise klein, basieren auf dem Prinzip einer Sucherkamera und erfüllen die Reminiszenzen an die glorreiche Zeit der Fotografie in besonderer Weise. Warum habe ich also nicht viel früher eine digitale Leica erworben, um meinen Absichten und Gefühlen zu frönen?

Darauf gibt es zwei Antworten: eine naheliegende und eine entscheidende. Die naheliegende: Leica ist sehr teuer. Und die entscheidende: Leicas letzte innovative Idee stammt aus dem Jahr 1924.

Als sich Ernst Leitz II. entschied, die Kleinbildkamera Leica in Großserie zu fertigen, war das sowohl eine technische Großtat, als auch sensationell mutig. Aber dank eines überragenden Konzeptes in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit dennoch sehr erfolgreich. Die Leica reüssierte zur Reportage-Kamera schlechthin und wurde bis Ende der 60er Jahre von vielen Profis genutzt. Ab dann verschlief der Hersteller praktisch jeden Paradigmenwechsel: Die Spiegelreflextechnik, den Autofokus und die Digitalisierung. Bis heute kultiviert Leica das M-Konzept als Flaggschiff. Vor kurzem hat Leica die Leica T herausgebracht und erneut die Chance auf eine Erneuerung ausgeschlagen. Leica wird die M-Kuh melken, bis sie zusammenbricht. Vermutlich immer wieder mal auch im Louis-Vuitton-Kleid oder in paillettenbesetztes Straußenleder gekleidet. Das ist schade. Das ist rückwärtsgewandtes Altherrendenken und näher an der Vitrine als an der lebendigen Erkundung unserer Welt mit der Kamera. Leica hätte mit der T-Serie alles tun müssen, die eigene M-Reihe zu kannibalisieren, etwas Neues zu schaffen und die Zukunft zu sichern. Das wird wohl (vorerst) nicht geschehen.

Ich will gar nicht so sehr auf den Marken herumreiten. Ich freue mich, dass es Leica wieder gut geht und dass sie gute Geschäfte machen. Ich will auch gar nicht die Leistungen von Olympus, Sony oder Samsung schmälern, die eigene Konzepte für eine menschliche, handliche und liebenswerte Kameragattung entwickelt haben. Es geht mir nicht um einen Markenvergleich. Es geht mir um ein Fotografier- und Lebensgefühl. Es geht mir aber auch darum, mich beim richtigen Hersteller gut aufgehoben zu fühlen.

Das also ist mein Bekenntnis als X-Photographer. Natürlich wird sich auch hier noch viel tun, und die Wünsche – auch meine – an die Kameras aus dem Hause Fujifilm sind längst nicht alle erfüllt. Aber man kann damit etwas besonders gut tun, und das ist außerordentlich und wunderbar: man kann seine Gefühle und seine Weltwahrnehmung mit leichter Hand und mit leichtem Gepäck in Bildern ausdrücken. Das haben Fotografen seit 150 Jahren immer wieder und zum Teil unter größten Schwierigkeiten getan. Von der zentnerschweren Nass-Kollodium-Kameraausrüstung bis zur taschentauglichen Fujifilm X-Serie war es ein weiter Weg. Wir leben in einer phantastischen Zeit. Ich bin glücklich, heute Fotograf zu sein.

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