Mein Blog „Beruf Fotograf“ ist umgezogen

Liebe Leser meines Blogs! Seit gestern habe ich die schöne Domaine http://www.beruf-fotograf.de und habe daher meinen bisher bei WordPress gehosteten Blog umgezogen.

In Zukunft werden hier keine neuen Artikel mehr erscheinen. Ich bitte Euch daher, mit mir weiterzuwandern:

Ab sofort residiert der Blog „Beruf Fotograf – Erfolg und Inspiration für Fotografen“ hier!

Die Inhalte sind bereits komplett transferiert, aber sicher werde ich noch an etlichen Feinheiten herumschrauben und auch das Design noch verbessern…

Wenn Ihr weiterhin automatisch Benachrichtigungen über neue Artikel bekommen möchtet, dann bitte ich Euch, den Blog erneut zu abonnieren. Das könnt Ihr ganz schnell zum Beispiel hier tun: http://beruf-fotograf.de/kontakt (Formular rechts auf der Seite).

Kreative Businesstechniken: Mindmap – das Chancentool

Vor einiger Zeit haben wir von der Freelens-Regionalgruppe Rheinland einen „Best-Practice“ – Themenabend gemacht. Vier Kollegen haben jeweils in einem kurzen Beitrag Erfahrungen aus ihrer Praxis vorgetragen. Der Kollege Markus Bollen sprach über Mindmaps und den kreativen Möglichkeiten, die solche Tools (oder die Papierversion davon) bieten.

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http://beruf-fotograf.de/2017/03/05/kreative-businesstechniken-mindmap-das-chancentool/

 

Formen der Zusammenarbeit unter Fotografen

Normalerweise werden Fotografen als Soloplayer wahrgenommen: Sie fotografieren und handeln allein, stehen mit ihrem Namen für einen bestimmten Stil und eine bestimmte Qualität, sind Kreative, Unternehmer, Selbstdarsteller, Marke. Natürlich gibt es Leute um sie herum, bei größeren Projekten zum Beispiel ein oder mehrere Assistenten, Visagistinnen, Digital Operators und so weiter.

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http://beruf-fotograf.de/2017/02/24/formen-der-zusammenarbeit-unter-fotografen/

 

Wünsche zu Weihnachten

Liebe Leser meines Blogs,

ich mag es kaum glauben, aber der Blick in den Kalender bestätigt es zweifelsfrei: morgen ist Heilig Abend! Mal wieder ist Weihnachten viel zu schnell gekommen, mal wieder hat es nicht so ganz geklappt mit wochenlangem Einstimmen und adventlicher Vorfreude. …

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http://beruf-fotograf.de/2016/12/23/wuensche-zu-weihnachten/

Mein Jahr mit Fujifilm

Das Jahr eilt mit Riesenschritten auf sein Ende zu, die erste Adventskerze wird demnächstens entzündet, Weihnachten steht vor der Tür. Jahresabschluss. Das Tempo geht langsam runter. Noch stehen 5 oder 6 Fotoproduktionen an, das ist überschaubar. Zeit, die Dinge abzuschließen, aufzuräumen, aufzuaddieren. Zeit, Bilanz zu ziehen. …

 

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http://beruf-fotograf.de/2016/11/25/mein-jahr-mit-fujifilm/

Business-Tools: die Portfoliomappe

Nach wie vor zeigen wir bei Kundenerstkontakten und bei Akquisegesprächen unser Portfolio gerne ganz klassisch „analog“ – hochwertig geprinted, anfassbar, haptisch und möglichst „groß“. Und das in einer Zeit, in der Fotografien fast nur am Rechner oder auf dem iPad betrachtet werden! Die Menschen sind es nicht mehr gewöhnt, Fotos auf Papier anzuschauen und reagieren auf das haptische Erlebnis immer sehr positiv. …

 

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http://beruf-fotograf.de/2016/11/18/business-tools-die-portfoliomappe/

Segel-Lern-Partner gesucht

Hallo, ich bin Industriefotograf aus Köln und suche in meiner Region einen Fotografen, der mit mir zusammen seine Fähigkeiten im Segeln erweitern möchte. Ich habe vor vier Jahren den Binnenschein gemacht und will nun den Seeschein und später den SKS erwerben. …

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http://beruf-fotograf.de/2016/08/01/segel-lern-partner-gesucht/

Plädoyer fürs Bildermachen

Wann immer in der Kameratechnik besonders viel oder besonders Interessantes passiert, laufen die Drähte heiß: seit Donnerstag, 7.00 Uhr, ist bei Fujifilm die Katze aus dem Sack und wir Fotoenthusiasten wissen nun, wie sich die neue Kamera aus dem Hause Fujifilm darstellt: die XT-2 hat zumindest auf dem Papier und auf dem Bildschirm das Licht der Welt erblickt. …

 

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http://beruf-fotograf.de/2016/07/11/plaedoyer-fuers-bildermachen/

Christian Irrgang: Segeln und Fotografieren

Anknüpfend an mein letztes Posting: Ganz wunderbar und ganz „frei“ fotografieren kann man auch beim Segeln. Das tue ich auch sehr gerne, nur leider viel zu selten. Mit Glück schaffe ich es dreimal im Jahr auf’s Boot und genieße diese Zeit immer sehr.

 

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http://beruf-fotograf.de/2016/06/05/segeln-und-fotografieren/

Update: das Buch zum Projekt – „Ostsee-Menschen“ – ist inzwischen fast fertig und bereits bestellbar:

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Lesenswert: „Handbuch des Fotojournalismus“

Es ist ziemlich lange her, dass mich ein Lehrbuch der Fotografie begeistert hat. Das 2015 von Lars Bauernschmitt und Michael Ebert veröffentlichte „Handbuch des Fotojournalismus“ gehört dazu. Das hat gleich mehrere Gründe:

Das Buch spannt einen weiten Bogen und berücksichtigt historische, technische, handwerkliche, rechtliche, marktbezogene und viele andere relevante Aspekte, die den Beruf des Fotojournalisten ausmachen. Der ausführliche historische Rückblick erweckt noch einmal die große Zeit des Bildjournalismus zum Leben und lässt auch den zeitgenössischen Leser ahnen, wie es wohl gewesen war, als die Fotografie das führende bildliche Medium war.

Doch überwiegend widmet sich das Buch der Gegenwart und der Zukunft fotojournalistischer Arbeit. Das Buch stellt die klassischen Sujets vor, streift aber auch die wirtschaftlich interessanten Randbereiche wie Corporate Publishing oder PR-, Natur- und Wissenschafts-Fotografie. Das Handbuch skizziert technische Entwicklungen der Vergangenheit wie auch die möglichen Gegebenheiten der  Zukunft Die Autoren lassen Praktiker in Interviews zu Wort kommen und geben viele handfeste Informationen, wie der fotojournalistische Markt heute funktioniert und wie seine möglichen Aussichten sind. Das Kapitel „Gedanken zur Zukunft des Fotojournalismus“ betont die Bedeutung der Fotografie auch für die Medienwelten der Zukunft, zeichnet gleichzeitig aber auch ein berechtigterweise skeptisches Bild für die Verdienstaussichten und -modelle der Fotografen.

Witzige Anmerkung am Rande: Das Stilleben auf dem Einband zeigt auch zwei Kameras: eine von Canon, eine von Fujifilm…. Find ich nett! 🙂

Das Buch ist wirklich ein Handbuch: historisch fundiert, mit Praxisanspruch geschrieben, thematisch einen weiten Bogen spannend und doch von einem lebendigen Enthusiasmus für das Erzählen von Geschichten mit Bildern erfüllt. Wer sich heute ernsthaft für den Beruf des Fotojournalismus interessiert, stellt sich mit dem Buch einen großen Wissenspool ins Regal (oder besser auf den Nachttisch) und erhält einen hohen Gegenwert für die 39,90 Euro, die das Buch kostet.

_________________Ein durchaus moralisches Angebot_________________________________

Sie können das Buch mit einem schnellen Klick direkt hier bei Amazon bestellen. Ja, ganz klar, dies ist ein sogenannter Affiliate-Link, d.h. ich als Betreiber dieses Blogs bekomme eine kleine Provision, wenn Sie hier bestellen. Da stehe ich dazu, und ich finde das in Ordnung. Ich verwende das Geld, um diesen Blog nach und nach auszubauen und auch in Zukunft mit spannendem Content zu füllen. Ich versichere ausdrücklich, dass ich nur Dinge empfehle, die ich selbst ausgiebig kennengelernt habe und aus ganzem Herzen empfehlen kann. Also: viel Freude damit! 🙂

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Bekenntnisse eines Fujifilm X-Fotografen

Seit der Photokina 2010 bin ich X-Fotograf. Da war ich am Stand von Fujifilm und begrabbelte entzückt ein Modell der gerade vorgestellten Fujifilm X-100. Bei der funktionierte außer dem revolutionären Sucher zwar noch nichts, aber ich wusste, dass ich mir diese Kamera kaufen würde. Das habe ich rund ein halbes Jahr später auch getan. Dann kam Fujifilm mit der XE-Reihe und der Möglichkeit, Wechselobjektive zu verwenden. Ich liebte sie. Dann habe ich sie auf einem Segeltörn in die Ostsee geworfen (in trauter Gemeinsamkeit mit einem weiteren Objektiv und einem iPad). Shit happens. Eine zweite XE-1 wurde angeschafft, weitere Objektive. Und jetzt – vor wenigen Tagen erst – die XE2. Ich bin X-Photographer. Mit Leidenschaft und Liebe. Ein Bekenntnis und eine Einladung.

Rückblende. Ich erinnere mich genau an meine ersten drei Fotos, mit denen ich zum ersten Mal mein Lebens- und Wahrnehmungsgefühl ausgedrückt habe: ein perspektivisches Foto von einem Bahngleis im Winter. Ein langer Schatten von mir selbst auf verschneitem Feld mit Spuren im Schnee – und ein Düsenflugzeug mit langen Kondensstreifen vor einem stahlblauen Himmel. Da war ich 16 Jahre alt, und es waren Bilder, wie sie auf dem Cover des Doppelalbums „A nice pair“ von Pink Floyd hätten erscheinen müssen, wenn sie viel früher entstanden und viel besser gewesen wären. Es die Geburtsstunde von einer bis heute lebenslangen Leidenschaft für das Bildermachen. Diese Bilder fotografierte ich mit der 35mm Yashica-Sucherkamera meines Vaters auf Kodachrome Diafilm. Schau einer an.

Zeitsprung. Wir schreiben das Jahr 2010. Die fotografische Welt ist digital geworden. Leistungsfähige digitale Spiegelreflexkameras dominieren das Geschehen, flankiert von überflüssigen digitalen Kompaktkameras. Ich bin in meinem fünften Jahr als Berufsfotograf. Ich fotografiere mit Canon, überwiegend Corporate-Produktionen, B-to-B. Ein erstes großes Projekt in der Industriefotografie ist realisiert. Zusammen mit meiner Kollegin fassen wir Fuß in der Welt der Technologie, der Arbeit und der Produktion. Natürlich haben wir das passende Equipment dafür. Natürlich die dicken Bodies und die voluminösen Objektive. Und alles, was das unsere Zeit an notwendiger Technik so zu bieten hat. Wir sind heiß auf die Erschließung unserer Märkte und lieben unser dickes, fettes, starkes und leistungsfähiges Equipment.

Aber da ist auch noch der Schüler in mir lebendig, der seine ersten ernst zu nehmenden Bilder mit einer Yashica 35 fotografiert hat und dessen Oberstufen- und Studentenzeit von einer Minolta XD-7 begleitet war. Der damit sein Lebensgefühl ausgedrückt und die Welt um sich herum erkundet hat. Und der neben der beruflichen Arbeit immer auch wieder den freien Ausdruck sucht. Der auch in seiner freien Zeit, auf Reisen und im Privaten Bilder machen will. Und der keine Lust mehr hat, dafür eine monströse Canon und dicke Zooms zu benutzen. Aber eigentlich auch keine Kompaktkamera mit ihren hinlänglich bekannten Einschränkungen.

Das Erscheinen der Fujifilm X-Serie veränderte die Welt: trotz handlichen Formats keine Schwächen mehr in der Bildqualität. Schöne Festbrennweiten. Lichtstark. Großer Sensor. Und von einer betörenden Gestaltung, als wenn die Kameras aus der Hochzeit der analogen Fotografie in die Gegenwart übersetzt worden wären. Hinreißend.

Mit Wechseloptiken. Und dann setzte Fujfilm noch einen drauf. Die Fujifilm XE-1 sah praktisch genauso aus wie die X100, aber sie hatte die Möglichkeit, die Optiken zu wechseln. Und Fujifilm brachte in schöner Regelmäßigkeit handliche, smarte und intelligent abgestimmte Objektive auf den Markt. Und nicht wie die (erwachenden) Mitbewerber lauter unpassende Konsumer-Zooms, sondern überwiegend wunderbare kleine, feine, lichtstarke Festbrennweiten. Es war, als ob die Geschicke dieses Unternehmens von einem Fotografen geleitet würden, der seinen Cartier-Bresson verinnerlicht hat und für den Magnum kein Fremdwort ist. Fujifilm brachte eine Roadmap. Und was erstaunlich ist: sie hielten sich daran. Nicht immer genau in time, aber trotzdem zuverlässig. Das sind wir Fotografen von unseren Herstellern nicht gewohnt. Fujifilm lieferte hier eine blitzsaubere Vorstellung, weit jenseits von kurzfristigen Versprechungen und atemlosen Strategiewechseln. Daran änderten auch die verschiedenen technischen Probleme bei einigen Kameramodellen nichts, zumal sich der Hersteller um eine zügige und kulante Abwicklung kümmerte.

Exkurs. Wozu eigentlich eine eigene Kamera für das freie Fotografieren?Rein technisch kann man das beruflich genutzte Equipment natürlich auch für das freie Fotografieren nutzen. Am Anfang habe ich das auch getan und aufopferungsvoll 70-200mm Objektive durch Griechenland geschleppt. 2.8er natürlich. Aber das hört irgendwann auf, nicht nur, weil Volumen und Gewicht hoch ist, sondern vor allem aus einem anderen Grund: es ist einfach nicht das richtige Werkzeug.

Eine Canon 1DsIII oder 1Dx ist ein monströses Gerät, in (fast) allen technischen Belangen ganz vorne dabei. Sie ist groß. Sie ist beeindruckend. Sie ist schwer. Sie ist ein Fotografiercomputer von höchster Präzision. Sie ist ein Monster. Sie ist geschaffen worden, um Kunden zu beeindrucken. Sie ist genau richtig, wenn man bei einem Fotoprojekt in Industrie und Wirtschaft als Fotograf auftaucht und eine Aufgabe zu lösen hat. Etwas in dieser Art wird von einem Profi erwartet. Und als Nutzer solcher Kameras ist man froh und dankbar über die Zuverlässigkeit, Robustheit und Leistungsfähigkeit von diesen Dingern. Sie ist ein Sicherheitsversprechen: dem Fotografen und dem Kunden gegenüber. Sie ist „offiziell“. Niemand nimmt einem übel, dass sie groß aber auch irgendwie abschreckend aussieht. Ich schätze meine Canons. Aber ihre Seele habe ich noch nicht gefunden.

Wenn man als Fotograf auf der Suche nach den feinen Tönen ist, wenn man die Poesie des Alltags sucht, wenn man dem Geschehen auf der Straße die kleinen Geschichten abringen oder von geliebten Menschen intime Portraits machen möchte: dann ist ein monströser Fotografiecomputer nicht das richtige. Im Gegenteil, damit stört man seine Gegenüber und zerstört Ambiente und Stimmung. Der Fotograf hinter einer großen Canon oder Nikon (oder Sony usw.) wirkt bedrohlich. Im schlimmsten Fall bekommt man sogar richtige Probleme und wird von irritierten Mitmenschen gefragt, was das denn soll.

Unsichtbar. Mit einer X-Kamera in der Hand (und einem Wechselobjektiv in der Tasche) ist man als Fotograf nahezu unsichtbar. Man wirkt (schlimmstenfalls) wie ein knipsender Tourist und im besten Fall wie ein bedauernswerter Typ, der noch mit Opas Schrottknipse hantiert. Ich habe Menschen im öffentlichen Raum aus ein oder zwei Meter Entfernung fotografiert – und sie haben es nicht einmal zur Kenntnis genommen. Man erscheint genauso bedeutungslos wie irgendein Passant, der mit seinem Mobilphone herumhantiert. Das Kurzzeitgedächtnis unserer Mitmenschen filtert den Vorgang einfach aus. Nicht beachtenswert. Uninteressant. Eine ideale Voraussetzung für unbeschwertes Fotografieren und für das Festhalten besonderer Momente. In der Öffentlichkeit. Auf der Straße. Aber auch zwischen vertrauten Menschen, einfach in jedem Zusammenhang.

Verheißung des Bildermachens. „Zwei Gehäuse, drei Objektive, ein halbes Dutzend Filme in den Hosentaschen. So zogen sie los, erlebten, was sie fotografierten, und fotografierten, was sie erlebten.“ – So schreibt Freddy Langer 1989 in einem Essay über die Fotoagentur Magnum. So kann man mit den X-Kameras auch heute wieder losziehen: fotografiert man frei, braucht es sogar nur ein Gehäuse, denn die Entscheidung über Empfindlichkeit, Farbe oder Schwarz-Weiß kann man adhoc oder im Nachhinein treffen. Man braucht kein Sicherheitsnetz. Und die Filme muss man auch nicht mehr herumtragen.

„Das Leben sehen, die Welt sehen, Augenzeuge großer Ereignisse sein, die Gesichter der Armen und das Gehabe der Stolzen erblicken – Maschinen, Armeen, Menschenmassen, Schatten im Dschungel und auf der Mondoberfläche; die Werke des Menschen sehen, seine Gemälde, Bauwerke; Dinge wahrnehmen, die Tausende von Kilometern entfernt sind, hinter Mauern, in Innenräumen, an die heranzukommen gefährlich ist; Frauen, die Männer lieben, und Scharen von Kindern; sehen und am Sehen Freude haben; sehen und staunen; sehen und belehrt werden.“

Ja, das ist das dank eines aktuellen Kinofilms frisch in Erinnerung gerufene Motto der legendären Zeitschrift „Life“, dem Inbegriff für Bildreportagen und Fotostrecken. Nur eine Erinnerung an die goldene Zeit der Fotografie? Nostalgie? Hinweggeschwemmt von Fernsehen und Internet? Oder eine Mahnung an etwas, was jederzeit in den Augen und im Herzen eines Fotografen wieder entstehen kann, auch wenn es vielleicht an Medien mangelt, die solche Bilder zeigen und bezahlen wollen?

Ich glaube, letzteres ist der Fall, und die Vermittlung seiner ganz speziellen und individuellen Sicht auf die Welt mittels Fotografie hat eine lange und vielversprechende Zukunft, auch wenn sich die Medienwelt sehr gewandelt hat und mit der der 70er Jahre nicht mehr vergleichbar ist. Sensible und aufmerksame Lichtbildkünstler werden auch weiterhin die Welt erforschen, ihnen besondere Momente abringen, Sichtweisen darlegen und in Ausstellungen, Fotobüchern oder gedruckten Bildstrecken eine Öffentlichkeit finden. Das können schwere und schwierige Thmen sein. Und das können Alltagsmomente sein, wie sie einem täglich begegnen und die man von Zeit zu Zeit erhascht und später vielleicht zu einer Serie zusammensetzt. Dafür braucht man das richtige Werkzeug. Meine Leser wissen ja bereits, wofür ich mich entschieden habe. Fujifilm ist die Leica unserer Zeit.

Und Leica? Moment mal. Leica gibt es doch auch noch, und sogar Leica hat es geschafft, vor Fujfilm mit digitalen Kameras den Markt zu betreten. „Life“, „Magnum“ und die Namen der großen Fotografen sind untrennbar mit dem Namen Leica verbunden, der schnellen Reportagekamera aus dem Hause Wetzlar / Solms. Auch Leicas sind vergleichsweise klein, basieren auf dem Prinzip einer Sucherkamera und erfüllen die Reminiszenzen an die glorreiche Zeit der Fotografie in besonderer Weise. Warum habe ich also nicht viel früher eine digitale Leica erworben, um meinen Absichten und Gefühlen zu frönen?

Darauf gibt es zwei Antworten: eine naheliegende und eine entscheidende. Die naheliegende: Leica ist sehr teuer. Und die entscheidende: Leicas letzte innovative Idee stammt aus dem Jahr 1924.

Als sich Ernst Leitz II. entschied, die Kleinbildkamera Leica in Großserie zu fertigen, war das sowohl eine technische Großtat, als auch sensationell mutig. Aber dank eines überragenden Konzeptes in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit dennoch sehr erfolgreich. Die Leica reüssierte zur Reportage-Kamera schlechthin und wurde bis Ende der 60er Jahre von vielen Profis genutzt. Ab dann verschlief der Hersteller praktisch jeden Paradigmenwechsel: Die Spiegelreflextechnik, den Autofokus und die Digitalisierung. Bis heute kultiviert Leica das M-Konzept als Flaggschiff. Vor kurzem hat Leica die Leica T herausgebracht und erneut die Chance auf eine Erneuerung ausgeschlagen. Leica wird die M-Kuh melken, bis sie zusammenbricht. Vermutlich immer wieder mal auch im Louis-Vuitton-Kleid oder in paillettenbesetztes Straußenleder gekleidet. Das ist schade. Das ist rückwärtsgewandtes Altherrendenken und näher an der Vitrine als an der lebendigen Erkundung unserer Welt mit der Kamera. Leica hätte mit der T-Serie alles tun müssen, die eigene M-Reihe zu kannibalisieren, etwas Neues zu schaffen und die Zukunft zu sichern. Das wird wohl (vorerst) nicht geschehen.

Ich will gar nicht so sehr auf den Marken herumreiten. Ich freue mich, dass es Leica wieder gut geht und dass sie gute Geschäfte machen. Ich will auch gar nicht die Leistungen von Olympus, Sony oder Samsung schmälern, die eigene Konzepte für eine menschliche, handliche und liebenswerte Kameragattung entwickelt haben. Es geht mir nicht um einen Markenvergleich. Es geht mir um ein Fotografier- und Lebensgefühl. Es geht mir aber auch darum, mich beim richtigen Hersteller gut aufgehoben zu fühlen.

Das also ist mein Bekenntnis als X-Photographer. Natürlich wird sich auch hier noch viel tun, und die Wünsche – auch meine – an die Kameras aus dem Hause Fujifilm sind längst nicht alle erfüllt. Aber man kann damit etwas besonders gut tun, und das ist außerordentlich und wunderbar: man kann seine Gefühle und seine Weltwahrnehmung mit leichter Hand und mit leichtem Gepäck in Bildern ausdrücken. Das haben Fotografen seit 150 Jahren immer wieder und zum Teil unter größten Schwierigkeiten getan. Von der zentnerschweren Nass-Kollodium-Kameraausrüstung bis zur taschentauglichen Fujifilm X-Serie war es ein weiter Weg. Wir leben in einer phantastischen Zeit. Ich bin glücklich, heute Fotograf zu sein.

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