Glückstag für mein Atelier

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Das Jahr fängt gut an – nicht allein, was die Buchungen, Jobs und Kontakte angeht, auch auf meiner ganz persönlichen Wunschliste ist gerade etwas in Erfüllung gegangen, worauf ich schon seit Jahren hoffe und was mir sehr am Herzen lag. Wie Ihr wisst, ist mir auch die haptische und die handwerkliche Seite der Fotografie wichtig, ich drucke gerne und ziemlich viel, mag es, wenn ich von Prints umgeben bin und versuche, auch in digitalen Zeiten so ein bißchen „Labor“- und „Atelier“-Gefühl am Leben zu halten. Es genügt mir nicht, coole Bilder zu fotografieren, sie am Computer zu bearbeiten, auf Webserver hochzuladen und die Daten per DVD zu versenden – ich will auch etwas anfassen, und ich will, dass in meinem Arbeitsraum erkennbar ist, dass hier ein Fotograf tätig ist und nicht irgendein nicht identifizierbarer Bildschirmarbeiter.

Gleichzeitig mag ich auch das Ambiente, das man in (alten) Druckereien, in Grafikwerkstätten oder beim Buchbinder erlebt: Papier überall, der Duft von Druckerfarbe in der Luft, Schneidemaschinen, Pressen…. Ich liebe das und bin gerne in solcher Ambientes.

Und weil das so ist, suche ich seit vielen, vielen Jahren einen Graphikschrank, in dem ich meine größeren Prints aufbewahren kann und der gleichzeitig auch eine Reminiszenz an die große Zeit des grafischen/fotografischen Handwerks darstellen sollte – ein klassischer Echtholzschrank, bodenständig, trotzdem elegant, gute Schreinerarbeit usw. usf.

So etwas gibt es immer mal wieder bei Ebay in allen möglichen Erhaltungszuständen, Ausführungen und Preisklassen, – aber leider sind die Dinger fast immer einfach zu groß. Graphikschränke werden oft für A1, A0 oder noch größere Formate gebaut, sind einfach riesige Trumms, die in einer Werkstatt eine gute Figur machen, aber in einem Wohn- und Arbeitsraum, auch wenn der recht üppig ausgefallen ist, einfach überdimensioniert wären.

Woche für Woche schickt Ebay mir das Ergebnis einer dauerhaft laufenden Suche mit den Stichwörtern „Grafikschrank“, „Planschrank“, „Architektenschrank“ usw. – bisher aber leider immer ohne Erfolg.

Bis letzten Freitag. Da entdeckte ich ein wahres Schmuckstück, bei dem praktisch alles stimmte. Und eben auch die Größe: die 20 Schubladen fassen genau A2-Prints (die Größe, die mein Drucker gerade noch kann), das Teil war soweit gut in Schuss, hat trotzdem Patina und einen sehr schönen Holzton. Einziges Manko: Der Anbieter, eine Druckerei, sitzt weit im Osten, so dass zum Kaufpreis also auch noch einiges an Versandkosten dazukam. Egal. Her damit! Jetzt war es endlich soweit! Heute morgen hat TNT dann auch geliefert, und nachdem ich den Schrank um alle Schubladen erleichtert habe, konnten wir das Teil mühelos in den vierten Stock tragen.

Der Schrank funktioniert in seinen Dimensionen in meinem Raum sehr gut und hat auch schon eine schöne Ecke gefunden, in der ich ihn erst einmal stehen lasse und in mein Leben und meine Arbeit integriere. Natürlich habe ich einige Schubladen auch gleich bestücken wollen und entsprechendes Material herausgesucht, das bisher in schnöden Pappschachteln gelagert wurde.

Schöne Details

Beim Bestücken der Schubladen ist mir ein faszinierendes Detail in der Schreinerarbeit aufgefallen, das mir beim Kauf gar nicht bewusst war: Rechts seitlich hat jedes Schubfach ein Sichtfenster zum Beschriften, das dank einer intelligenten Konstruktion und sauberer Schreinerarbeit sehr elegant mit einem Papierstreifen mit Aufschrift bestückt werden kann. Natürlich habe ich mich dann gleich mal hingesetzt und mit Indesign eine entsprechende Textschablone entwickelt, die ich für künftige Projekte und Beschriftungen verwenden werde. Hey, das macht Laune! 🙂

Das Jahr ist noch jung – und es erfüllte sich gleich zu Beginn ein ganz alter Wunsch! Ich freue mich einfach.

Vielleicht ist meine Begeisterung ja etwas nachvollziehbar – ich lasse einfach mal Bilder sprechen:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Auf jeden Fall habe ich gleich angefangen, unsere Portfoliomappe 2017 zu drucken…. Denn ich habe jetzt einen würdigen Ort für die Fotos aus der bisherigen Mappe, die es nicht mehr in die neue Mappe geschafft haben…. Irgendwann einmal werde ich diese Fotos wieder in die Hand nehmen und mich darüber freuen, dass es sie noch gibt und sie die Zeit unbeschadet überstanden haben. The truth is in the print! 🙂

Update

Was soll ich sagen? Der Verkäufer meines wunderbaren Grafikschrankes hatte noch einen zweiten in petto und hat ihn mir netterweise angeboten. Zuerst war ich eigentlich der Meinung, für diesen gar keinen Platz zu haben. Aber der Gedanke hat mich einige Tage lang dennoch nicht losgelassen. Kurzerhand rief ich ihn dann an und bat ihn, das Angebot bei Ebay rauszunehmen – ich habe zugeschlagen! Und jetzt stehen die beiden wieder zusammen, wie Zwillingsbrüder….

Fotoschrank im Atelier des Industriefotografen Christian Ahrens

Mein Jahr mit Fujifilm

Skeptischer Blick? Wird es funktionieren? Es hat funktioniert! :-)

Das Jahr eilt mit Riesenschritten auf sein Ende zu, die erste Adventskerze wird demnächstens entzündet, Weihnachten steht vor der Tür. Jahresabschluss. Das Tempo geht langsam runter. Noch stehen 5 oder 6 Fotoproduktionen an, das ist überschaubar. Zeit, die Dinge abzuschließen, aufzuräumen, aufzuaddieren. Zeit, Bilanz zu ziehen.

Dies ist die Geschichte meines ersten Jahres mit Fujifilm.

Am 26. Februar 2016 habe ich die erste Fujifilm Kamera der neueren Generation zum ersten Mal in den Händen gehalten: Die X-Pro2 hatte mir auf einer Händlerpräsentation so gut gefallen, dass ich ihr etwas Außergewöhnliches zugetraut habe: nämlich auch in der professionellen Fotografie – bei mir: in der Industrie- und Corporate Fotografie – zu bestehen.

Corporate Velden

Eine gute Woche habe ich mir Zeit gelassen, die Kamera kennen zu lernen, sie mir anzueignen. Und am 9. März diesen Jahres habe ich meine erste Produktion im industriellen Kontext damit fotografiert. Seitdem habe ich die Kamera bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht mehr aus der Hand gelegt – und später nur dann, wenn ich statt ihrer die X-T2 gewählt habe. Was als zögernder Versuch begann, wurde eine stürmische Affäre und dann eine belastbare und dauerhafte Beziehung. Heute ist es Liebe.

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Was ist passiert?

In diesem Beitrag werde ich nicht auf technische Details eingehen, werde keine minutiösen Vor- und Nachteilserwägungen durchführen oder meine Entscheidung für Fujifilm detailliert begründen. Das alles ist schon hundertfach gemacht worden – auch von mir – und die Kommentatoren sind sich weitgehend einig: mit de X-Pro2 und der X-T2 hat Fujifilm jeweils ein sehr starkes Stück Technik abgeliefert, das auf Augenhöhe mit leistungsstarken und professionellen DSLR-Kameras agiert. Die Bildergebnisse sind klasse, die Auflösung hoch, die Schärfe sehr gut und das Bildrauschen bei hohen Empfindlichkeiten hält mit den besten Kameras im Markt mit. Der AF ist ausgezeichnet. Punktum. Mehr will ich an dieser Stelle gar nicht nicht sagen. Es geht mir um etwas anderes.

Erleichterung

Als ich meinen ersten Job mit Fujifilm X-Pro2 und dem 16-55 fotografiert habe, fühlte ich mich wie ein Sportler, der vom Höhentraining in normale Verhältnisse zurückkehrt. Oder wie ein Läufer, der nach anstrengenden Trainings mit Gewichten wieder normal durch den Wald sprintet: einfach erleichtert. Ich ziehe die Kamera aus der Tasche, und das ist kein Wuchten und kein Ziehen im Unterarm: das geht ganz leicht, das fühlt sich unbeschwert an. Mein Körper erinnert sich. Es ist jetzt ungefähr 15 Jahre her, als ich zuletzt mit meiner Minolta XD-7 so fotografiert habe. Ja, genauso. Nur: heute liegt die Kamera noch besser in der Hand. Und sie kann wesentlich mehr.

Canon+Fujifilm

Kleiner Ausflug in die Geschichte

Die Geschichte der bildaufzeichnenden Apparate ist nicht linear und hat manche kuriose Entwicklung zu verzeichnen. Aber auf jeden Fall begann alles mal ganz groß und ganz schwer: mit zentnerschwerem Equipment, das aufopferungsvolle Forscher und Reisende nach Ägypten und in den Orient geschleppt haben. Dann kamen kleinere Formate, flexiblere Trägermaterialien für die lichtempfindliche Emulsion und irgendwann auch die Leica mit ihrem revolutionär kleinem Aufzeichnungsformat, das heute als großartiges und erstrebenswertes „Vollformat“ gilt. Die Bildgröße wurde fortan nicht mehr durch die Größe des Films oder der Platte bestimmt, sondern durch die Vergrößerung im Labor. Dann kam die analoge Spiegelreflextechnik, ein Paradigmenwechsel, und die Kameras waren immer noch sehr handlich.

Mit Autofokusobjektiven, mit leistungsfähigen Windern und Motoren ging es dann aber wieder in die andere Richtung: die Kameras wurden größer, die Objektive wurden dicker und schwerer. Diese Tendenz gipfelten in Modellen wie der analogen Canon EOS 1V: groß, teuer, sehr leistungsstark. Ein Höhepunkt in der Entwicklung?

Technisch sicherlich schon: nie waren Kameras so treffsicher, so schnell und so leistungsstark gewesen.

Und das setzte sich im digitalen Zeitalter nahtlos fort. Eine 1ds, eine 1D MkIII, eine 1Ds Mk III – sie sahen alle genau so aus. Und die entsprechenden Nikon-Teile natürlich genauso. Groß. Fett. Beindruckend. Aber man hatte mit diesen Boliden eben auch ein echtes Monster in der Hand: schwer, auffällig, lautstark und lärmend. Und das nicht nur wörtlich, sondern auch im übertragenen Sinne: diese Kameras waren und sind ein Statement, und sie werden bemerkt, nicht immer positiv. Wenn man damit irgendwo agiert, wird man nicht selten gefragt: „Komme ich jetzt ins Fernsehen?“. Oder die unfreundliche Version: „Was soll das? Löschen Sie das Bild!“

Ich gebe gerne zu: ich stand mal auf so etwas. Ich war fasziniert von diesen großen Dingern. Ich habe mal gesagt: „Ich kaufe immer das Spitzenmodell. Dann kann mir keiner ans Bein pinkeln.“ Ich habe diese Haltung etliche Jahre gepflegt und genossen. Und das war auch OK so.

Aber das ist vorbei. Ich will jetzt etwas ganz anderes.

Ich erinnere mich an die große Zeit der Fotografie. Als das Still-Bild das führende visuelle Medium war. Als mutige und abenteuerlustige Fotografen mit ihren Kameras in die Welt ausgeschwärmt sind, um aufregende Geschichten zu erzählen. Diese Fotografen arbeiteten oft am Rande des Möglichen, des Erlaubten, des Genehmigten. Sie benutzten dafür die Technik ihrer Zeit, aber: auf der Höhe der Zeit.

Aber sie benutzten in der klassischen Zeit keine Kameramonster. Es waren Leicas, Contaxe, Nikons der 50er bis 80er Jahre. Handliche, freundliche, unauffällige Kameras.

Ich habe in der digitalen Ära lange auf etwas warten müssen das dem entspach. Erstklassige Qualität in kompakter Form. Großer Sensor, kleiner Formfaktor. Die Fujifilm X-100 war das erste Kameramodell, das diese Qualitäten bot. Dann folgten die X-Kameras mit Wechselobjektiven. Ein Traum wurde wahr. Und er vollendete sich, als die Pro2 und die T2 kamen: die gleichen Qualitäten, die gleiche Philosophie, aber jetzt auch in professionell.

Professionalität

 Auch wenn ich fast ausschließlich kommerzielle Kunden habe: ich fasse mich und meine Fotografie als Abenteuer auf. Ich nehme Teil an außergewöhnlichen Locations, ich begegne  herausragenden Menschen und außergewöhnlichen Technologien. Hier bin ich zu Gast mit meiner Kamera. Ich erzähle die Geschichte meiner Kunden.

Was macht eine professionelle Kamera für mich aus? Vielleicht kann man es mit zwei Worten sagen: Sicherheit und Leistung.

Sicherheit: redundante Bildaufzeichnung, scharfe Fotos in allen möglichen Situationen. Meisterung aller möglichen Aufnahmesituationen in produktionsrelevanter Qualität.Robuste Kameratechnik.

Leistung: treffsicherer Autofokus, flotte Serien, Nachführ-AF, der wirklich funktioniert. Excellente Bildqualität in allen Lebenslagen.

Das haben die Spiegellosen von Fujifilm mit ihren neuesten Modellen nun geschafft. Nur von den Funktionen her und ganz nüchtern betrachtet, boten die Kameras damit das, was „die anderen“ schon lange konnten. Na schön. Ein Spielzeug mehr in der Kiste. Kein Grund sich weiter aufzuregen, oder? Eigentlich. Aber da ist noch etwas anderes.

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Emotionen

Ich sprach zuvor von den mutigen und leidenschaftlichen Fotografen, die die Welt erkundeten, um ihrem Publikum von der Schönheit und der Außergewöhnlichkeit der Welt zu berichten.

Ich sehe mich auch irgendwie in dieser Tradition. Ich bin auch eine Art Geschichtenerzähler, der die Faszination eines Berufes, einer Lebenswirklichkeit, einer Technologie und der Menschen, die mir ihr umgehen, erzählt. Ich sehe mich nicht als Werbefotografen, der den Art Director beeindrucken (oder ihm Sicherheit geben) will.

Ich sehe mich auch als einen Fotografen, der sich das Leben erleichtern möchte. Ich sehe mich als jemanden, der optimal zu seinem Ziel kommen möchte. Ich möchte meine Stories „ganz leicht“ erzählen und mich frei und unbeschwert bei der Arbeit fühlen und als Fotograf freundlich wirken. Ich will das Vertrauen der Menschen gewinnen. Ich will niemanden beeindrucken, sondern überzeugen. Die Menschen sollen die Kamera möglichst gar nicht sehen.

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Ich sehe mich als X-Photographer.

 

Erleichterung

Was unterscheidet die X-Kameras von Fujifilm von den anderen professionellen Modellen?

Sie sind leicht. Sie sind smart. Sie bieten eine klassische Bedienungsphilosophie mit Blendenring und Drehrädern.

Sie bieten eine neue Form ehrlicher Fotografie.

Ich weiß schon: wenn man Gramm, Kilos, Leistungen vergleicht: dann gibt es viele Bewerber um die Aufmerksamkeit und die besten Plätze.

Nimm eine X-Pro2 in die Hand. Verstehe das Konzept. Und fühle Dich ein in den Dschungel der bildnerischen Möglichkeiten. Du kannst alles machen. Du hast volle Leistung. Du bis auf der Höhe der Zeit. Du bist ein Fotograf, der eine altmodische Knipse in der Hand hat. Niemand nimmt Dich wahr. Du kannst jedes Bild machen. Oder anders: man nimmt Dich kraft Deiner Persönlichkeit und Deiner persönlichen Macht wahr. Aber nicht, weil Du etwas angesagt Professionelles in der Hand hast. Sondern, weil Du bist, wer Du bist.

Nimm eine X-Pro2 oder eine X-T2 in die Hand und genieße Dich in Deinem Flow. Es funktioniert.

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Exklusive Möglichkeiten

Jedes Werkzeug hat seine ureigenen Vorteile und exklusiven Möglichkeiten. Nach 10 Jahren digitaler Spiegelreflexfotografie sind mir ein paar Dinge positiv aufgefallen, die ich in 2016 nur mit den Fujifilms machen konnte. Zum Beispiel:

  • Die kleinen Kameras lassen sich enorm flexibel einsetzen und ermöglichen damit Bilder, die sonst nicht möglich wären. Ich verstecke sie in Maschinenteilen oder an anderen unzugänglichen und beengten Orten und löse per Fernsteuerung aus. Das ergibt mitunter Perspektiven, auf die ich sonst verzichten müsste.
  • Das Klappdisplay der X-T2 erspart mir manche Verrenkung oder ermöglicht Aufnahmestandorte, die sonst nicht möglich wären
  • Der Autofokus greift in schummrigen oder Gegenlicht-Situationen um Größenordnungen besser als es die beiden Spitzen-DSLRs tun, die wir haben/hatten
  • Die so viel weiter außen liegenden Fokuspunkte geben eine neue Freiheit bei der Komposition des Bildes (auch etwas, worauf Fotografen dank des technischen Fortschritts lange verzichten mussten)
  • Den elektronischen Sucher sehe ich als wichtige Hilfe bei der Prävisualisierung eines Bildes an – und auch bei der Beurteilung eines gerade geschossenen Bildes.
  • Bei meiner freien Fotografie kann ich aufgrund des „harmlosen“ Charakters der Kameras auch dann noch Bilder machen, wenn ich mit der DSLR längst in Diskussionen mit dem Sicherheitspersonal verwickelt wäre.

Back to Reality

Das alles zusammengenommen sind starke Argumente und noch stärkere Emotionen. Aber ich spreche hier nicht über Romantik oder Theorie. Das sind sehr konkrete Erfahrungen aus 9 Monaten professioneller Industrie- und Corporate-Fotografie mit X-Kameras. Die Kameras helfen Dir, sie unterstützen und erleichtern den Job. Niemand stellt Dich in Frage. Niemand zweifelt Dein Können an. Niemand schickt Dich nach Hause. Niemand hindert Dich am Fotografieren.

Die Menschen wollen nur wissen, welche Vision Du von ihrem Leben hast. Und wie Du diese Geschichte mit deiner Kamera erzählst.

Erzähle sie.

Jahresfazit

Ich bin mit Fujifilm X-Pro2 und X-T2 nun fast ein Jahr unterwegs. Ich habe die Kameras eingesetzt in den unterschiedlichsten Situationen.

  • in der Nabe einer Windkraftanlage
  • in unterirdischen Wasserwerken
  • in Brunnen unter der Erde
  • in Abfalltrennungsanlagen
  • auf Segeltörns
  • in der Flugzeigindustrie
  • in einer Glasbläserschule
  • auf hoher See
  • in luftiger Höhe
  • tief in …
  • hoch auf….
  • mitten drin…

Ich habe meine Vision des Themas damit immer umsetzen können. Nie hat sich ein Kunde über irgendetwas beschwert. Alle waren sehr zufrieden. Der einzige Kommentar zur Kamera selbst kam von der Marketing-Leiterin eines Unternehmens. Sie fand die Fujifilms besonders „hübsch“.  🙂

Perfektion?

Sind die X-Kameras perfekt? Natürlich nicht. Sie können auch nicht alles besser als die anderen. Aber sie sind fit für’s Business. Sie sind richtig gut. Und sie machen mir Freude: Jeden Tag, jede Sekunde, in denen man sie in der Hand hält.

Es ist eine andere Qualität, damit zu arbeiten. Die fotografische Realität und Praxis hat eine Dimension hinzu gewonnen. Dafür bin ich dankbar. Dabei werde ich bleiben. Und ich freue mich auf eine spannende Zukunft.

Die Entwicklungen werden weiter gehen. Ich habe noch so manche Wünsche an das System – ich hoffe, Fujifilm hört ein bißchen auf mich! 🙂

Viele Grüße von der Bilderfront. Wir sehen uns.

Christian Ahrens

_____________________Ein durchaus moralisches Angebot_________________________

Bestellung bei Amazon: Fujfilm Systemkameras

Hinweis: Sie können das hier empfohlene Produkt mit einem schnellen Klick direkt bei Amazon bestellen. Ja, dies ist ein sogenannter Affiliate-Link, d.h. ich als Betreiber dieses Blogs bekomme eine kleine Provision, wenn Sie hier bestellen. Dazu stehe ich, und ich finde das in Ordnung. Ich verwende das Geld, um diesen Blog nach und nach auszubauen und auch in Zukunft mit spannendem Content zu füllen.

Glasklar gesagt: Ich setze diesen Link ausschließlich auf Dinge, die ich selbst ausgiebig erprobt habe und in der Praxis erfolgreich einsetze – und die ich daher von ganzem Herzen empfehlen kann. Also: viel Freude damit! 🙂

Business-Tools: die Portfoliomappe

Nachmal die Prägung im Detail. Bruno Bösterling hat sie in einer unserer Logofarben ausgeführt.

Nach wie vor zeigen wir bei Kundenerstkontakten und bei Akquisegesprächen unser Portfolio gerne ganz klassisch „analog“ – hochwertig geprinted, anfassbar, haptisch und möglichst „groß“. Und das in einer Zeit, in der Fotografien fast nur am Rechner oder auf dem iPad betrachtet werden! Die Menschen sind es nicht mehr gewöhnt, Fotos auf Papier anzuschauen und reagieren auf das haptische Erlebnis immer sehr positiv.

Herkömmliche Mappen mit ihren mehr oder weniger durchsichtigen Klarsichtfolien haben wir nur ganz zu Anfang benutzt. So praktisch damit das Anordnen und Umarrangieren der Bilder ist, so unbefriedigend ist das optische Erlebnis. Auch die teuren Folien nehmen den Bildern viel Glanz, Kontrast, Farbkraft und Haptik. Wir haben das nie gemocht und nach Lösungen gesucht, die auf Folien verzichten und dennoch im Handling praktisch und schnell anpassbar sein sollten.

Zudem wollten wir nichts von der Stange – und wir wollten unsere Bilder sehr gerne im Bildformat A3 präsentieren, was eher ungewöhnlich groß ist. Auf dem Markt haben wir nie etwas gefunden, das unsere Ansprüche an Qualität, Flexibilität und Individualität gerecht geworden wäre, daher haben wir uns schon vor Jahren an den Buchbinder unseres Vertrauens gewandt und ihn um einen Lösungsvorschlag gebeten. Bruno Bösterling residiert in einer wunderbaren Werkstatt in Köln, in der es nach Papier, Leim und Holz riecht. Er hat sich Gedanken gemacht und einen Vorschlag entwickelt, den ich hier gerne einmal zeigen möchte:

Unsere Portfolio-Mappe, leinengebunden, DIN-A3 groß, mit individueller Prägung auf dem Titel
Unsere Portfolio-Mappe, leinengebunden, DIN-A3 groß, mit individueller Prägung auf dem Titel
So blättert man durch die Seiten. Kleiner Nachteil, die bereits gesehenen Blätter müssen immer festgehalten werden.
So blättert man durch die Seiten. Kleiner Nachteil, die bereits gesehenen Blätter müssen immer festgehalten werden.
Nachmal die Prägung im Detail. Bruno Bösterling hat sie in einer unserer Logofarben ausgeführt.
Nachmal die Prägung im Detail. Bruno Bösterling hat sie in einer unserer Logofarben ausgeführt.
Aktualisierungen sind sehr einfach: Die Buchbinderschrauben lösen, die auszutauschenden Blätter herausnehmen und durch neue ergänzen.
Aktualisierungen sind sehr einfach: Die Buchbinderschrauben lösen, die auszutauschenden Blätter herausnehmen und durch neue ergänzen.
Hier nochmal die Bindung im Detail.
Hier nochmal die Bindung im Detail.

 

Die Mappe hat sich über all die Jahre sehr bewährt und uns gutes Feedback beschert. Wir sind mit der Lösung sehr zufrieden, sind aber natürlich auch für neue Ideen offen. Wie handhabt Ihr das Präsentationsthema auf Papier?

Jahresend-Motivation: das neue Jahr vorbereiten

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Zugegeben, es ist erst Mitte November, es stehen noch einige Shootings an, und das Jahr ist keineswegs abgeschlossen. Aber dennoch: mich überkommt der Drang zum Bilanzziehen, zum Aufräumen, zum Klarschiff-Machen, zum in-Ordnung-bringen, zum Bereitstellen für das nächste Jahr – für alte Dinge und neue Ideen, und auch für Änderungen und Verschönerungen im Atelier.

Auf jeden Fall bin ich fest entschlossen, am 16. Dezember, Freitag mittags, mein Büro feierlich nach außen zu schließen und in den verdienten Winterurlaub zu gehen. Mit einem guten Gefühl: es war ein starkes Jahr, es war ein attraktives Jahr, wir haben als Fotografenteam Ahrens+Steinbach spannende Dinge erlebt, gutes Geld verdient und einiges angeschoben, was uns im kommenden Jahr beschäftigen und begeistern wird.

Klarschiff-Machen:

Einiges ist schon getan. Das Regal mit meinen Fotobüchern und Bildbänden ist aufgeräumt, entschlackt und reorganisiert. Damit ist die Regalwand auch wieder in der Lage, neuen Büchern ein Zuhause zu geben…. Rausgeflogen sind alte Zeitschriften und schwache Bücher, die ich bei Ikea in die Grabbelkiste getan habe.

Ein wichtiger Schritt war auch mein Kleingeräte-Schrank. Hier bewahre ich die ganzen Kleinteile wie Kamerazubehör, Schrauben, Batterien usw. auf. Zudem ist dieser ehemalige Zahnarztschrank auch „elektrifiziert“, d.h. er beinhaltet alle notwendigen Ladegeräte für meine Akkus. Hier war es z.B. aus gegebenen Anlass notwendig, die ganzen DSLR-Gerätschaften zu entfernen. Unglaublich, was sich in einem eigentlich überschaubaren Schrank alles so ansammeln kann! Ich habe jedes Teil in die Hand genommen, einiges aussortiert, anderes in den Keller verbannt – und der Lohn der nicht ganz so kleinen Mühe ist neue Übersicht und jede Menge Platz für zukünftige, selbstverständlich völlig unverzichtbare Tools.

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Wieder Platz im Kleingeräteschrank! Das Neue Jahr kann kommen!

Schon erstaunlich, wie lange solche einfachen Prozesse dauern können – aber dafür fühlt es sich nach Abschluss auch richtig gut an! Fertig geworden bin ich bei weitem noch nicht, so 2-3 Teilprojekte würde ich gerne jede Woche schaffen. Was steht auf dem Plan?

  • Alle Kamera- und Gerätekoffer komplett leer machen, reinigen, aussaugen, alle Inhalte auf Vollständigkeit und Funktionsfähigkeit prüfen und wieder (ordentlich) verstauen
  • Den Stauraum unterm und hinter dem Schreibtisch überprüfen, Überflüssiges aussortieren und neu organisieren
  • MacPro und Drucker aussaugen/entstauben
  • Alle Monitore im Haus reinigen und neu profilieren
  • Die Ablage für große Formate neu organisieren
  • Den Gerätekeller gründlich aufräumen, ausmisten und neu organisieren
  • Mein Fahrzeug komplett leer räumen und mit Stativ- und Sicherheitstasche neu bestücken (alle Teile durchgehen und ggf. komplettieren)
  • Alle noch herumfliegenden Visitenkarten sichten und erfassen (uff!)
  • Papierablage komplettieren
  • Steuerangelegenheiten optimal abschließen

Hui! Ob da die vier Wochen reichen werden? Ganz schönes Programm, das im laufenden Betrieb noch zu managen. Zumal es damit noch nicht getan ist. Denn auch ein paar echte Verschönerungen stehen an:

  • Die Arbeitsplatte hinter meinem Schreibtisch ist eine Behelfslösung, die nun schon jahrelang existiert. Raus damit! Statt dessen werde ich eine schöne Arbeitsplatte installieren, wie sie auf Industriewerkbänken verwendet werden. Da muss ich schnellstmöglich die Maße durchgeben!
  • Auf meinem Graphiktisch, den ich zum Zuschneiden von Papieren, zum Schneiden von Passepartous, zum Rahmen usw. nutze, hat eigentlich gar keine Arbeitsplatte, sondern nur (IKEA)-Unterbau. Auch das will ich ändern und den Tisch damit ergonomisch verbessern und eine bessere Arbeitshöhe erreichen.
  • Die Bilderwand hinter dem Schreibtisch hat sich überlebt und gefällt mir nicht mehr: da muss ich etwas Neues schaffen!
  • Und wenn der Hr. Sehring von der Boxenmanufaktur Sehring aus Berlin noch rechtzeitig in die Pötte kommt, werden wohl auch meine Abhörmonitore für Audio in diesem Jahr noch einer dramatischen Revision und Verbesserung unterzogen werden – mein Weihnachtsgeschenk an mich! 🙂

Ja, das Jahr neigt sich dem Ende zu, das Resumée, das wir zur Weihnachtsfeier am 22. 12. ziehen werden, wird gut ausfallen. Zeit, die Reaktoren langsam runter zu fahren, die Prozesse abzuschließen, die Dinge zur Ruhe kommen zu lassen und in Stellung zu bringen: für neue Pläne, für neues Treiben und Streben und für neue Anfänge.

Doch bis es soweit ist, ist noch ein Haufen Arbeit angesagt. Ich freue mich darauf.

Euch allen eine schöne Vorweihnachtszeit. Versucht, keinen Stress aufkommen zu lassen – das ist möglich! Es liegt nur an uns.

Viele Grüße,
Christian

 

 

Freie Arbeiten, entstehende Serien, die Freuden des Prints und das Platz-Problem

Foto-Atelier, Christian Ahrens, Freuden des Prints

In Zeitschriftenbeiträgen, auf Blogs oder in Foren propagiere ich ja immer wieder mal die Freuden des Prints: dass man seine Fotografie nicht nur als „Pixelprojekt“ sehen sollte, sondern dass sie auch im digitalen Zeitalter eine analoge, haptische und körperliche Seite hat: the truth is in the print.

Es macht Freude mit großen oder kleinen Papierausdrucken umzugehen, Bücher zu gestalten oder Fotos zu rahmen und an die Wand zu bringen. Meines Erachtens ist der Print eine genuine Erscheinungsform der Fotografie, auch und gerade heute. Zu Zeiten der Negativfotografie wurde das Foto erst im Print sichtbar – in der Diafotografie jedoch erst in der Projektion, die ja auch schon eine Art Virtualisierung war. Aber auch in den Hoch-Zeiten von Kodachrome oder Velvia: das Arbeitsergebnis von Magazin-, Werbe- oder Corporate-Fotografen erschien letztlich in Zeitschriften oder in Broschüren, auf Plakaten usw. – Gedruckt eben.

Ich bemühe mich, diese Verbindung aufrecht zu erhalten und drucke recht fleißig, nicht nur Bilder aus meiner freien Arbeit, sondern auch Fotos aus kommerziellen Zusammenhängen. Was gedruckt wurde, wird dem Vergessen entrissen, man kann wieder darüber stolpern, darauf stoßen, und eine angefangene Serie bleibt so auch im Gedächtnis, wird weiter verfolgt und hoffentlich irgendwann abgeschlossen. Für solche Arbeitsdrucke ist mein bevorzuges Format eine durchgeschnittene A3 plus-Seite: dabei kommt ein Format von ca. 33 x 24 cm heraus, das mir gut gefällt, weil es sich erkennbar vom A4-Büroformat unterscheidet und an das gute alte 20 x 30 Fotopapierformat vergangener Zeiten erinnert.

Aber Print hat auch ein Problem: es braucht (mehr) Platz. Wer kennt das Thema nicht: angefangene Serien dämmern in Fotoschachteln vor sich hin, liegen in ungeordneten Stapeln und versinken tendentiell im Chaos eines tätigen Lebens.

Schon lange halte ich daher Ausschau nach einem geeigneten Archivsystem. Aber die klassischen Graphik- oder Planschränke sind mir einfach zu groß (A1 oder größer), und für Formate bis A2 gibt es meines Wissens keine Anbieter. Also habe ich eine schnell zu realisierende, gut aussehende und gut funktionierende Lösung gesucht und gefunden. Basis sind die Expedit-Ikea-Regale (alte Größe), aus denen mein Graphik-Arbeitstisch besteht. Nach einem bißchen Ausmessen und Aufschreiben und Montagekleber+Birkensperrholzplatten-Besorgen war dann überrraschend schnell eine gut aussehende Lösung für die drängenden Lagerprobleme gefunden – siehe Beitragsbild.

Mit den insgesamt 32 Holzplatten habe ich so immerhin eine Ablagefläche für 30 thematisch geordnete Serien, für mein visuelles Tagebuch, für meine Belegprints usw. gefunden (und eine Reihe auch für etwas Bürokram). Reicht das? Leider noch nicht, aber die wichtigsten Themen haben nun erst einmal ihren Platz. Was noch fehlt, ist ein cooles und attraktives (und wechselbares) Beschriftungssystem, damit ich nicht jedesmal die Blätter herausziehen muss, um zweifelsfrei festzustellen, in welchem Fach ich gerade unterwegs bin. Hier suche ich noch nach einer guten Lösung, die auch gestalterisch überzeugt.

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Sich als Fotograf Rechenschaft geben: Das Jahrbuch

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„Erst der Print zeigt, ob das Bild gut ist“ lautete die Überschrift meines Artikels in dem Magazin fine art printer. Dabei dreht sich der Artikel um meine Strategie, auch Bilder von Auftragsproduktionen regelmäßig auf hochwertigem Papier auszugeben und in Form eines jährlichen „Rechenschaftsberichtes“ als Buch binden zu lassen. Eine gute Methode, um am Ende des Jahres herauszufinden, wo man steht, welche Entwicklungen man gemacht hat und wo man noch hin will.

Dank der freundlichen Genehmigung des Verlages darf ich den Beitrag hier als PDF verlinken.