Foto-Business: Das Angebot als unterschätztes Marketing-Instrument

angebote_img_0582

Als ich noch im Marketing und in der Unternehmenskommunikation tätig war, habe ich von meinem damaligen Vertriebsleiter einen goldenen Satz gehört: „Je aufwändiger und größer ein Job ist, desto wertiger muss das Angebot sein.“ Diesen Satz habe ich mir gemerkt und wende ihn in meiner fotografischen Praxis schon lange an. Was das heißt – dazu gleich noch ausführlich mehr.

Aus vielen Gesprächen weiß ich, dass nicht nur bei Fotografen das Angebot eher stiefmütterlich behandelt wird. Oft ist es eine einfache Tabelle, in der die einzelnen Positionen aufgelistet werden und am Ende eine Summe gezogen wird. Klar, damit erfüllt so ein Angebot die unmittelbare Funktion: sie teilt dem Kunden mit, was der Fotograf für seine Arbeit und für die Nutzung der Bilder verlangt. Nicht weniger. Aber eben auch nicht mehr.

Dabei ist das Angebot ein Dokument, das möglicherweise durch viele Hände geht: Vielleicht wird es vom Marketingpraktikanten angefordert, vom Pressesprecher begutachtet und vom Werbeleiter abgesegnet. Vielleicht fordert der Kunde mehrere Angebote an. Ein Angebot, das nur den Preis kommuniziert, kann nicht mehr erzählen als das: nichts über den Fotografen, nichts über die Qualität, nichts über den Menschen, der dieses Angebot macht. Und es kann sich nicht positiv von anderen Angeboten abheben – außer vielleicht über den Preis. Aber wir wollen ja der geeignetste und ein wertiger Anbieter sein – nicht der billigste.

Unsere Angebote sind daher immer mindestens drei Seiten lang und kommunizieren eine ganze Reihe von Aspekten. Ich will die Gliederung und Inhalte hier gerne einmal darstellen. Das ist sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss, aber vielleicht fühlt sich der eine oder andere Kollege animiert, Form und Inhalt seiner Angebote zu überdenken und gegebenenfalls neu zu gestalten.

Ein hochwertiges Angebot gliedert sich bei mir in folgende Textabschnitte:

  1. Adressierung: Empfänger und Firma (Ansprechpartner zuerst!)
  2. Verfallsdatum: „An dieses Angebot bindet sich Christian Ahrens bis zum xx.xx.20xx“
  3. Gegenstand des Angebotes: Kurze Beschreibung des Projektes und der Bilder, die entstehen sollen. Wie sollen die Fotos eingesetzt werden, welche Botschaft sollen sie transportieren? In welchen Medien sollen die Bilder eingesetzt werden?
  4. Konzeptionelle Überlegungen / Organisation: in diesem Abschnitt werden Vorschläge gemacht, wie das Projekt am besten zu organisieren ist, welche Abläufe eingehalten werden etc. Hier gibt es auch einige Tipps zum Einsatz von Laienmodellen usw.
  5. Produktion und Team: Hier ist festgelegt, wer die Fotoproduktion verantwortet, wieviele Assistenten eingesetzt werden, welche Technik genutzt wird (z.B. Kleinbildtechnik, Akku-betriebenes Licht on location usw.)
  6. Sicherheitsausrüstung: Da wir fast immer in Produktion und Technik unterwegs sind, hier der beruhigende Hinweis, dass wir uns mit den Sicherheitsbestimmungen auskennen, alle notwendigen Schuhe, Anzüge, Helme usw. haben und auch über eine entsprechende G41 – Bescheinigung verfügen, die z.B. Bedenken bei Arbeiten in der Höhe ausräumt (Gesundheitsattest).
  7. Qualitätsgarantie: Hier versichern wir, dass wir mit aller Leidenschaft und vollem Einsatz tätig sind und sprechen eine Zufriedenheitsgarantie aus. Zudem erfolgt der Hinweis, dass alle Bilder on location auf dem iPad in Augenschein genommen werden können und Korrekturen daher sofort in den Prozess einfließen können.
  8. Aufwände und Projekthonorar: Nun geht es ums Eingemachte – die Honorare für Fotografen und Assistenten, Visagisten usw. Ggf. erscheinen hier auch Hinweise auf die Kosten für Reisezeit, zusätzliche Nutzungsrechte, Übernachtungen, Kilometergeld usw. – je nach Projektart und -größe.
  9. Abschließend folgt noch ein Hinweis auf die Nutzungsrechte, die mit dem Angebot abgedeckt sind sowie einige Details zur Anlieferung der Daten. Es folgt zudem der Hinweis, dass die Daten mindestens fünf Jahre aufgehoben werden und dass die Fotografen ausgewählte Bilder des Projektes zur Eigenwerbung nutzen dürfen.

Wie gesagt: das ist nur ein Vorschlag. Das geht auch ganz anders und ist sicherlich nicht für alle Sujets und Projektarten so direkt anwendbar. Mein Beitrag soll auch gar nicht zu einer 1:1-Anwendung stimulieren – wohl aber Anregungen geben, die eigenen Angebote wertvoller, überzeugender und damit auch erfolgreicher zu gestalten.

Vor einigen Tagen haben wir das Thema im größeren Kollegenkreis diskutiert. Dabei gab es auch spannende Weiterentwicklungen. So hat zum Beispiel ein Kollege einen ähnlichen Aufbau gewählt, das Angebot aber mit eingebetteten Fotos aufgewertet, die Beispiele aus früheren oder aus ähnlichen Produktionen zeigen. So wurde das Angebot gleichzeitig zu einer Art Portfoliomappe und wird ganz sicherlich auffallen und idealerweise auch überzeugen.

Meine Erfahrungen mit ausführlichen, individuell formulierten und empathisch aufgeladenen Angeboten sind ausgesprochen positiv. Ich kann diesen Weg aus ganzem Herzen empfehlen und bin sicher, dass die Qualität des Angebotes einen nachvollziehbar positiven Einfluss auf den Geschäftserfolg hat.

Meine Business-Kolumne in der fotoPRO: „Mehr Profil wagen“

Der Kölner Industrie-Fotograf schreibt über das Fotografen-Business

Das viermal jährlich erscheinende Fachmagazin  fotoPRO  wendet sich explizit an Berufsfotografen und solche, die es werden wollen. Das Besondere daran: ein erheblicher Teil des Magazininhaltes befasst sich mit den geschäftlichen Aspekten des Business – wie zum Beispiel Marketing, Selbstvermarktung und Positionsbestimmung von Fotografen. Aber natürlich kommt auch die fotografische Praxis nicht zu kurz.

Die Redaktion hat mir erlaubt, meine Businesskolumnen aus früheren Heften auch auf meinem Blog zu veröffentlichen. Mein Beitrag „Mehr Profil wagen“ ist diesmal ein Plädoyer und stellt die These auf: ein klares Profil erleichtert den Markterfolg von uns Fotografen erheblich.

Hier kann man das Dokument herunterladen (Kolumne auf Seite 5 des PDF-Dokuments):

Download Kolumne „Mehr Profil wagen“

Meine Business-Kolumne in der fotoPRO: „Mythos Honorar“

fotografen-honorare_kolumne_christian-ahrens

Das viermal jährlich erscheinende Fachmagazin  fotoPRO  wendet sich explizit an Berufsfotografen und solche, die es werden wollen. Das Besondere daran: ein erheblicher Teil des Magazininhaltes befasst sich mit den geschäftlichen Aspekten des Business – wie zum Beispiel Marketing, Selbstvermarktung und Positionsbestimmung von Fotografen. Aber natürlich gibt es auch Artikel, in denen es um fotografische Techniken, neue Produkte und um Erfolgsgeschichten von Fotografen geht. Der Themenmix machen die Hefte im deutschsprachigen Raum einzigartig.

Die Redaktion hat mir erlaubt, meine Businesskolumnen aus früheren Heften auch auf meinem Blog zu veröffentlichen. Mein Beitrag „Mythos Honorar“ befasst sich mal wieder mit dem lieben Geld und der Frage, inwieweit wir unser Honorar nach dem Wert unserer Arbeit festsetzen können – und wollen.

Hier geht es zum Download (Kolumne auf Seite 5 des PDF-Dokuments): fotopro_01-2016_kolumne-mit-titelinhalt

Meine Business-Kolumne in der fotoPRO – „Stark durch Coaching“

fotoPRO_02_2015_Titel

Seit der zweiten Ausgabe des noch relativ jungen Blattes fotoPRO schreibe ich die Business-Kolumne des Magazins. Die fotoPRO wendet sich explizit an Berufsfotografen und solche, die es werden wollen. Das Besondere daran: ein erheblicher Teil des Magazininhaltes befasst sich mit den geschäftlichen Aspekten des Business – wie zum Beispiel Marketing, Selbstvermarktung und Positionsbestimmung von Fotografen. Aber natürlich gibt es auch Artikel, in denen es um fotografische Techniken, neue Produkte und um Erfolgsgeschichten von Fotografen geht. Das viermal im Jahr erscheinende Magazin ist eine durchaus lesenswerte Lektüre für Profis – der Themenmix machen die Hefte im deutschsprachigen Raum einzigartig.

Plädoyer für erfolgreiche Veränderungsstrategien
Plädoyer für erfolgreiche Veränderungsstrategien

Die Redaktion hat mir erlaubt, meine Beiträge aus früheren Heften hier zu veröffentlichen. Meine Kolumne aus dem letzten Winter befasst sich mit dem Themenkomplex Erfolg. Fast jeder Fotograf möchte mehr Erfolg haben, doch viele bringen den Erfolg nicht auf die Straße. Einer der Gründe dafür liegt darin, dass wir uns nicht gerne verändern. Wenn wir mehr Erfolg haben wollen, müssen wir neue Wege gehen, neue Marketingwege einschlagen und diese auch wirklich verfolgen – mit anderen Worten: wir müssen der Mensch noch werden, der diesen Erfolg auch „verdient“ hat. Solche Veränderungsprozesse fallen oft schwer. Gezieltes Coaching kann dabei sehr viel weiter helfen. Mein Beitrag: „Stark durch Coaching„.

In der aktuell erhältlichen Ausgabe schreibe ich über das Thema „Myterium Honorar“. Ich veröffentliche den Artikel hier später, wenn das Heft „out of print“ ist… 🙂

Wer mehr über fotoPRO erfahren möchte, hier gibt es einige Informationen.