Mein Jahr mit Fujifilm

Das Jahr eilt mit Riesenschritten auf sein Ende zu, die erste Adventskerze wird demnächstens entzündet, Weihnachten steht vor der Tür. Jahresabschluss. Das Tempo geht langsam runter. Noch stehen 5 oder 6 Fotoproduktionen an, das ist überschaubar. Zeit, die Dinge abzuschließen, aufzuräumen, aufzuaddieren. Zeit, Bilanz zu ziehen. …

 

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Neue Kofferordnung – Anpassung an den status quo

Der Fotokoffer, die Fototasche ist eine heilige Kuh. Jeder Fotograf hat seine Packordnung, weiß genau, an welcher Stelle und in welchem Fach welches Teil liegt und kann blind in die Tasche greifen, um das gewünschte Gerät sofort herausziehen zu können. …

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Fujifilm X-T2: Das zweite Flaggschiff

Wer meinem Blog ein bißchen gefolgt ist, weiß, wieviel Freude und erfüllte Praxis ich mit der Fujifilm X-Pro2 in den letzten Wochen und Monaten gehabt habe: Hier kam ein Hersteller mit einer herz-ergreifenden Kamera, die gleichzeitig aber auch über die Skills und Fähigkeiten verfügt, die ich für einen professionellen Einsatz in der Industrie- und Technologie-Fotografie erwarte. In erster Linie: Performance, AF, Sicherheit und Bildqualität. Und dass all das mit einer so „kleinen“, smarten, relativ leichten und so entzückend „klassischen“ Sucherkamera möglich war/ist, erhöht den Reiz des Anwendens nochmal zusätzlich. Ein Treffer also – …

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Fujifilm X-Pro2-Projekt (21): Emotionale Zwischenbilanz

Hallo Fotografen,
ich schreibe heute Abend mal ganz emotional und unsachlich… 🙂
Ich sitze hier auf meinem Sofa – höre aufregende Musik und denke nach – nach mehreren Wochen harter Arbeit, permanent unterwegs, tagsüber fotografierend, abends im Hotelrestaurant an den Daten arbeitend, etwas atemlos, etwas ausgepowert. Und immer mit der X-Pro2.
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X-Pro2-Projekt (20): Fujifilm in Reinkultur

Hallo zusammen,

ich hatte etwas Sendepause hier im Blog, das liegt im Moment vor allem daran, dass bei uns die Hütte brennt und wir fast ununterbrochen unterwegs sind und sehr schöne Fotoproduktionen umsetzen. Mein Experiment setze ich fort – die Fujifilm X-Pro2 ist meine Hauptkamera und macht ihren Job seit Wochen ausgezeichnet.

….

 

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X-Pro2-Projekt (19): Ein Wort zu den Zooms

Als ich mit Fujifilm noch rein privat und mit XE-1 und XE-2 unterwegs war, hatte ich ausschließlich Festbrennweiten – das war meine selbstauferlegte Regel für das freie Fotografieren außerhalb professioneller und kommerzieller Zusammenhänge: keine Zooms, kleine Linsen, immer nur eine oder zwei Objektive zum Wechseln dabei. So ganz handwerklich und klassisch, wie es die alten Meister der Sucherkamerafotografie eben auch gehandhabt haben.

……

 

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X-Pro2-Projekt (18): Philosophisches und Psychologisches

Heute möchte ich über einige Gedanken berichten, die sich aus meiner Arbeit mit der Fujifilm X-Pro2 ergeben haben und die eher philosophischer Natur sind. Nichtsdestotrotz haben sie meines Erachtens ganz konkrete Auswirkungen auf das Fotografieren und auch auf die Bildergebnisse und haben daher auch eine hohe praktische Relevanz.

Der freundliche Fotograf

Die Bauform der Sucherkamera mit dem Sucher in der linken Ecke der Kamera wird heute meist als „Retro“-Eigenschaft hervorgehoben, eine Reminiszenz an die Sucherkameras der analogen Ära, eine Erinnerung an Leica, Zeiss und wie sie alle hießen. Wer das noch erlebt hat und vielleicht schöne Erinnerungen daran hat, freut sich auch bei der X-Pro2 (und bei XE-2 usw.) daran. Ein nostalgisches Gefühl.

Ist es nur das? Ich finde nicht. Denn die Sucherkamera hat wirkliche Vorteile. Zum Beispiel den, dass sie den Kopf des Fotografen beim Fotografieren nur ganz wenig verdecken: Das eine Auge verschwindet zwar hinter der Kamera, der Fotograf bleibt aber als Mensch und als Persönlichkeit weiterhin wahrnehmbar. Er kann sogar – wenn er das linke Auge öffnet – seine Subjekte vor der Kamera während des Fotografierens anschauen, mit ihnen kommunizieren, Kontakt halten, lächeln und beruhigende Botschaften aussenden. Fotografen der Sucherkamera-Ära haben immer wieder über dieses Phänomen berichtet und es positiv hervorgehoben. Im Falle eines kommunikationsstarken Fotografen entsteht also eine viel bessere Beziehung zwischen Fotografiertem und Fotografierendem – im Idealfall ist dort hinter – oder besser – an der Kamera ein freundlicher Fotograf zu sehen und kein bedrohlicher. Bei einer Spiegelreflex – vor allem bei den großen Boliden – sieht das gänzlich anders aus, der Fotograf wird fast vollständig verdeckt und das auf den Fotografierten gerichtete Objektiv erscheint wie eine schußbereite Waffe. Um diesen Eindruck zu mildern, bleibt dem Spiegelreflex-Fotografen nur seine Stimme – der Sucherkamera-Fotograf kann noch mindestens ein halbes Gesicht zusätzlich aufbieten. Ich glaube, dass dies ein unbestreitbarer Vorteil ist, der sich in Verbindung mit der kleineren Bauform der Kamera positiv auf die Atmosphäre beim Shooting und damit auch auf die Bildergebnisse niederschlägt.

Der souveräne Fotograf

Die zweite Beobachtung hat meine Kollegin gemacht, mir selbst ist das Phänomen gar nicht aufgefallen. Es ist nur eine Kleinigkeit, aber ich finde: eine  bemerkenswerte.

Seitdem die Fotografie digital geworden ist, ist folgender Handlungsablauf beim Fotografieren selbstverständlich geworden: Der Fotograf macht ein Probebild und schaut sich das Ergebnis anschließend auf dem Display seiner Kamera zwecks Überprüfung an. Vielleicht verändert er noch etwas am Aufbau, Ausschnitt oder am Licht – dann wieder der gleiche Vorgang: Auslösen, prüfender Blick auf das Display. Und so weiter. Irgendwann werden dann die „richtigen“ Bilder geschossen. Alle machen das so. Profis und Amateure. Anfänger und Fortgeschrittene. Es ist ein Ritual unserer fotografischen Gegenwart.

Die digitale Sucherkamera hat einen elektronischen Sucher, den man so einstellen kann, dass das gerade belichtete Foto auch dort kurz erscheint. So habe ich meinen Sucher derzeit auch eingerichtet – ich nutze momentan die kurze Bildvorschau von 0,5 Sekunden Dauer. Der Blick auf das Display entfällt meistens, denn ich habe die Wirkung meines gerade geschossenen Fotos ja bereits kurz beurteilen können. So mache ich also eine Probebelichtung, verändere noch ein Detail, setze vielleicht ein Licht anders oder arbeite an meinem Standpunkt oder an meinem Ausschnitt. Irgendwann sage ich: „Das sieht gut aus“ – ohne den sattsam prüfenden Blick auf das Display zu benötigen. Nach außen erscheint der Vorgang so, als wenn ich es einfach so wüsste, ob das Bild nun ausgestaltet ist oder nicht. Das fiel meiner Kollegin als ungewöhnlich und als cool auf. Und, ja, das ist es ja auch! 🙂

Der zukunftssichere Fotograf

Noch eine Betrachtung zur Gattungsphilosophie. In der Fotografie gab es immer wieder Paradigmenwechsel, die auf technische Neuerungen zurückzuführen waren: der Wechsel vom Großbild auf Mittelformat und später auf Kleinbild. Die Erfindung des Negativs, die eine Vergrößerung notwendig machte und die Möglichkeit von Bildausschnitten eröffnete. Der Wechsel von der zweiäugigen Kamera hin zur Sucherkamera und später zur Spiegelreflex. Manuelles Fokussieren und der Autofokus. Die digitale Revolution… Und so weiter und so fort. Diese technischen Veränderungen haben immer auch erhebliche Auswirkungen auf die inhaltlichen und gestalterischen Aspekte der Fotografie gehabt und die Ästhetik der Bilder mitbestimmt.

Bei den spiegellosen Systemkameras à la Fujifilm X-Pro2 findet gerade etwas statt, das ich die Zusammenführung von zwei großen Linien der fotografischen Apparate nennen möchte. Gehen wir kurz in die Geschichte: bis Ende der 60er Jahre waren Sucherkameras zum Beispiel in der journalistischen Fotografie weit verbreitet: sie waren unauffällig, klein, schnell und boten eine Qualität, die gut genug für eine Zeitschriften-Doppelseite war. Die Leica war damals der Inbegriff für das professionelle Werkzeug des fotografischen Berichterstatters. Dann kamen vehement die Spiegelreflexkameras auf und verdrängten die Messsucherkameras. Sie boten eine überlegene Methode, das voraussichtliche Bildergebnis anzuzeigen und sie zeigten deutliche Vorteile bei langen Brennweiten, bei denen die Messsucherkameras schnell an ihre Grenzen stießen. Der Siegeszug der Spiegelreflex war umfassend, die Sucherkameras wurden trotz ihrer unbestreitbar positiven Eigenschaften Nischenprodukte. Im Laufe der Jahrzehnte wurden die Spiegelreflexkameras immer größer und wuchtiger, eine aktuelle Canon 1Dx oder eine Nikon D5 ist ein ziemlich monströses Gerät.

Und jetzt erscheinen auf einmal die digitalen spiegellosen Kameras im Sucherkamera-Design auf dem Markt! Sie bieten den „menschlichen“ Faktor und die Unauffälligkeit ihrer kleinen Bauform. Sie bieten aber auch eine kompromisslose Bildqualität, hohe Geschwindigkeit und die Fähigkeit, das Bildergebnis schon anzuzeigen noch bevor das Foto überhaupt gemacht ist – ist ein unbestreitbarer Vorteil, der die Qualitäten des Spiegelreflex-Suchers in vielen Punkten überbietet.

Was manche lediglich als „Retro“ empfinden, ist in Wirklichkeit ausgesprochen progressiv und voller neuer Verheißungen. In der spiegellosen Systemkamera werden Konzepte und verschiedene Vorteile miteinander verschmolzen, die lange Zeit nicht vereinbar waren. Dies ist einer der Gründe, warum ich glaube, dass hier die Zukunft der Fotografie liegt.

X-Pro2-Projekt (17): Eine Woche Dauereinsatz für die X-Pro2

Diese Story ist eine wichtige Zwischenbilanz. Sie schildert meine Erfahrungen mit der X-Pro2 nach sechs Tagen Fotoproduktion. Wir waren im Osten Deutschland – in der Lausitz. Dort waren wir für einen französischen Kunden unterwegs, der über eine sehr verteilte Konzernstruktur verfügt und dem zahlreiche Unternehmen aus den Bereichen Wasser- und Energieversorgung, Abfallwirtschaft, technische Industriedienstleistungen usw. gehören. Demzufolge vielfältig waren unsere Aufgaben und Locations: Wir haben in Versorgungsanlagen der Lebensmittelindustrie produziert, in Klär- und Wasserwerken, in Laboren, in unterirdischen Brunnenanlagen. Wir waren in einer Brauerei-Manufaktur, haben Servicefahrzeuge im Einsatz fotografiert, Außenanlagen bei gutem und schlechtem Wetter abgebildet, Hochdruckwasserspülungen mit 6000 Litern Wasserverbrauch inszeniert, Fernwärmeanlagen besucht und Imagebilder bei einem lokalen Eishockeyverein geschossen. Unsere Darsteller waren Sportler, Techniker, Ingenieure und Facharbeiter verschiedener Fachrichtungen. Wir waren in den heißen Räumen einer Fernwärmeanlage und in der eisigen Kälte eines Bierkellers. Und ich habe im Kofferraum auch noch einen Sack mit bestialisch stinkenden Klamotten liegen, die wir uns in einer Abfalltrennungsanlage eingefangen haben und die ich mich demnächst trauen muss, in die Waschmaschine zu werfen….

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Ich hatte mir fest vorgenommen, meine X-Pro2 in dieser Woche durchgängig einzusetzen – unter allen Bedingungen und bei allen Arten von Themen und Motiven. Diesem Vorhaben bin ich auch weitestgehend treu geblieben – bis auf zwei Motiv-Ausnahmen. Davon erzähle ich gleich noch.

Vorab eine positive Bemerkung: die X-Pro2 hat das alles mitgemacht. Sie schwebte in der luftigen Höhe eines 6-Meter-Stativs, sie lag im Materialkorb einer schmutzstarrenden Förderkabine in der Abfalletrennungsanlage, sie war Hitze, Kälte und Regen ausgesetzt. Sie ist in engen Schächten angeeckt und hat ihre Fähigkeit in der Remote-Fernsteuerung beweisen müssen. Sie ist noch ganz, hat ein paar Kratzer abbekommen, funktioniert aber einwandfrei und hat jede Menge gute Bilder abgeliefert. Und sie hat auch einen Tag ganz schön gestunken, bis ich sie abends dann im Hotelzimmer mit laufwarmer Seifenlauge abgewischt habe. Ich bin sehr zufrieden, wie sie sich geschlagen hat. Es hat sich aber auch einiges an Verbesserungspotenzial ergeben und ich habe ein paar Wünsche an die Entwickler, die die Kamera noch besser machen könnten.

Hier nun mein Bericht.

 

Performance / Autofokus

Dieser Themenbereich war einer meiner Hauptgründe, warum ich vor der X-Pro2 und mit der XE-2 nie daran gedacht habe, Fujifilm in der professionellen Produktion einzusetzen: die AF-Leistung erschien mir bisher  einfach als zu schwach. Das hat sich mit der X-Pro2 (und vermutlich mit den Firmware-Updates bei den anderen Kameras) definitiv erledigt. Ich habe ja HIER bereits darüber geschrieben und kann es erneut bestätigen: die Kamera spielt mit, stellt immer sauber scharf und ist in manchen Low-Light-Situationen sogar meiner Spiegelreflex überlegen: irgendwie findet sie immer eine Kante und einen Kontrast, um sicher scharfzustellen.

In einem Fall habe ich aus Performance-Gründen aber nicht die X-Pro2 genommen: hier ging es um ein Motiv, bei dem eine Gruppe von Menschen schnellen Schrittes auf die Kamera zugehen sollten. In dem Fall habe ich der Fujifilm das Vertrauen entzogen und der Canon den Vorzug gegeben. Weil die Fujifilm es nicht kann? Nein, sondern, weil ich einfach nicht wusste, ob sie es kann. Mit dem Verfolger AF habe ich bisher fast keine Erfahrungen gesammelt. Daher war ich mir unsicher, ob ich in der konkreten Aufnahmesituation die Kamera schnell genug richtig einstellen kann – und auch, ob sie es packt, natürlich. Ich glaube eigentlich, dass sie das Motiv geschafft hätte, aber ich habe die Erfahrung bisher nicht. Ich muss dass trainieren und erproben und mir eine Meinung bilden. Hierzu liefere ich in absehbarer Zeit ein Update mit echten Erfahrungswerten nach.

Und weil es hier gut dazu passt: die andere Ausnahme, bei der ich lieber die Spiegelreflex genommen habe, war ein Motiv im strahlenden Sonnenschein outdoor. Hier liefert der Sucher der DSLR einfach das informativere Bild – und der elektronische Sucher der X-Pro2 ist mir schlicht zu dunkel. Man erkennt kaum etwas, wenn es draußen richtig hell ist. Natürlich könnte ich auf den optischen Sucher umschalten – das ist aber mit einem großen Zoom-Objektiv an der Kamera ein im wahrsten Sinne des Wortes nur „halbes“ Vergnügen. Fazit: es würde gehen, aber es ist nicht optimal.

UPDATE:

(27.4.2016) So schnell fällt man ein vorschnelles Urteil. Den elektronischen Sucher habe ich bisher in der Standard-Einstellung betrieben. Man kann ihn manuell deutlich heller einstellen. Und man kann ihn auf „auto“ setzen. In beiden Fällen wird die Ansicht im Sucher bei Tageslichtsituationen so hell, dass man auch bei strahlendem Sonnenschein mühelos arbeiten kann. Also: Kommando zurück, ich habe mich geirrt. Hier gibt es praktisch keine Einschränkungen!

Energieverbrauch der X-Pro2

Wie allgemein bekannt, halten die Akkus der Kamera nicht allzu lange. Ich hatte vor Beginn der Produktion damit gerechnet, pro Tag bis zu vier Akkus zu verbrauchen und entsprechend vorgesorgt. Aber das erwies sich zumindest bei unserer Arbeitsweise als übertriebene Befürchtung. Durchschnittlich bin ich mit zwei Akkus pro Produktionstag ausgekommen. Die Kamera hatte ich auf „Option 4“ eingestellt (elektronischer Sucher schaltet sich erst ein, wenn sich das Auge dem Sucher nähert, Display auf der Kamerarückseite bleibt schwarz). Damit bin ich fast immer hingekommen, wobei ich natürlich manchmal doch das Display der Kamera als visuelle Instanz für den Bildausschnitt genutzt habe. Was ein echter Fortschritt für mich ist: der „Life View“ – Modus der Fujifilm ist um Welten besser zu nutzen als der meiner Spiegelreflex, bei dem nur eine sehr eingeschränkte AF-Performance zur Verfügung steht und die Blitze nicht zünden. Bei der Fujifilm ist die AF-Leistung in jedem Modus immer voll da. Das ermöglicht Bilder, die sonst nicht möglich wären.

Remote Kamerasteuerung der Fujifilm X-Pro2
Remote Kamerasteuerung der Fujifilm X-Pro2

 

Remote Fernsteuerung

Die einfache Inbetriebnahme der Fernsteuerung via WIFI habe ich ja schon mal positiv hervorgehoben. Wenn etwas so einfach zur Verfügung steht, nutzt man es auch: in der Woche in der Lausitz habe ich die Kamera mehrfach über ein Stativ in die Höhe gebracht und via iPad scharfgestellt und ausgelöst oder an unzugänglichen Orten positioniert und von dort aus fotografiert. Das ist eine großartige Möglichkeit, die ich auch in Zukunft ganz sicher häufiger nutzen werde. Dennoch bleiben ein paar Wünsche:

  • Die Übertragung des Kamera-Life-Bildes gerät immer wieder ins Stocken, so dass man dann 10 bis 30 Sekunden lang warten muss, ehe man wieder ein aktuelles Bild hat. Das gleiche gilt für die Auslösung, die sich teilweise um Sekunden verzögert, je nachdem, ob die Kamera gerade „online“ ist oder nicht. Hier würde ich mir eine deutlich flüssigere Übertragung wünschen.
  • Life vor Ort habe ich keine Möglichkeit gefunden, bestimmte Parameter über die App einzustellen. Wenn die Kamera zum Beispiel mit Zeitautomatik eingerichtet war, konnte ich sie via App nicht auf manuelle Nutzung umstellen. Die Kritik kommt allerdings mit Vorbehalt: kann sein, dass ich die entsprechende Funktion unter dem Druck der Produktionssituation einfach nicht gefunden habe. Ich werde mir das nochmal genauer anschauen. Meine Lösung: Kamera umstellen, App beenden und neu verbinden. Dann war sie auch in dem Modus, in dem ich sie haben wollte.

Mein Fazit hier: Vielversprechend, absolut produktiv nutzbar – aber man könnte noch ein Schippchen drauflegen. Und natürlich könnte man die Wifi-Funktionalität auch dahingehend ausbauen, dass die Kamera die produzierten JPG-Dateien kontinuierlich an ein iPad oder Laptop ausliefert, und zwar in ansprechender Geschwindigkeit. Dass das geht, haben die Mitbewerber ja schon unter Beweis gestellt. Bitte, liebes Fujifilm-Entwicklerteam, liefert hier etwas nach – Profis und alle ambitionierte Fotografen rund um den Erdball werden es Euch danken.

 

Bedienungskonzept

Dass ich das Bedienungskonzept aller Fujifilms seit der X-100 sehr liebe, habe ich ja schon mehrfach dargestellt. Ich mag es, wieder an einem richtigen Blendenring zu drehen, ich finde die Hardware-Implementierungen für Belichtungskorrektur, Belichtungszeit usw. super. Aber ich habe auch etwas zu meckern:

Das „hakelige“ ISO-Belichtungszeit-Rad ist nicht das Gelbe vom Ei. Während ich bei den anderen in Hardware ausgeführten Funktionen immer sagen würde: das ist ein erprobtes und klassisches Konzept, ist das ISO-Rad für mich nur Nostalgie. Es ist _nicht_ funktional, es ist nicht schnell, es ist nicht vorteilhaft. Es bringt einen sogar manchmal in Schwierigkeiten: Nur allzuleicht verstellt man mit der ISO auch die Belichtungszeit. Das Rad ist bei schlechtem Licht praktisch nicht ablesbar. Also muss man durch den elektronischen Sucher schauen – oder das Display hinten wieder einschalten. Alles Vorgänge, die unnötig kompliziert sind, Zeit kosten und weder intuitiv noch produktionssicher sind. Hier wünsche ich mir eine Menübasierte ISO-Einstellung über eine der Fn-Tasten und zudem die Möglichkeit, das ISO-Rad komplett zu deaktiveren.

Etwas ähnliches habe ich zum Zeiten-Rad anzumerken: Hier gibt es ja die Möglichkeit, via vorderem Drehrädchen einen Zwischenwert zum Beispiel zwischen 1/125 und 1/250 einzustellen, z.B. 1/160. Das ist gut, dass es das gibt, aber es passiert auch, dass man den Wert versehentlich verstellt. OK: kann sein, dass meine Hände das noch nicht gelernt haben. Aber auch hier könnte man an den Konzepten feilen. Für Leute, die sehr viel im rein manuellen Modus arbeiten, wäre das eine hilfreiche Option.

Der Joystick der X-Pro2 ist dagegen einfach phantastisch: Genau richtig schnell ausgelegt, steuert man mühelos die gewünschten Fokuspunkte an – ein Meilenstein in der Bedienung. Mit meiner X-E2 kann ich nach dieser Erfahrung kaum noch flüssig fotografieren. Der Joystick der X-Pro2 ist einfach super und viel besser ausgeführt als bei meiner Spiegelreflex! Sehr praxisgerecht.

 

Ein paar Hardware-Meckereien

In anderen Beiträgen habe ich es ja kurz erwähnt: der Abdecknippel für den Blitz X-Kontakt ist sofort abhanden gekommen, die Dioptrienkorrektur habe ich mit Tape fixiert und das Okulargummi hat sich wie bei vielen anderen Nutzern gelöst. Ich habe es mit Glück wiedergefunden und mit UHU fixiert. Seitdem lege ich die Kamera immer mit besonderer Sorgfalt – richtig herum – in das Fach in meinem Kamerakoffer. Bisher hat das genützt…. Hier gibt es Verbesserungspotenziale für den mitunter ruppigen Profi-Alltag.

 

Fazit

  • Die Kamera hat ihren Job ohne Wenn und Aber gemacht und ist unversehrt aus der Schlacht zurückgekehrt
  • Es gibt etwas Verbesserungspotenzial bei der Hardware und beim Bedienungskonzept
  • In den Wifi-Möglichkeiten stecken noch viele gute Möglichkeiten, die bisher nicht genutzt werden
  • Die Kamera ist „erwachsen“: leistungsfähig und belastbar
  • Das Konzept ermöglicht Aufnahmen und Umsetzungen, die mit einer DSLR nicht möglich wären
  • Es macht Freude, mit ihr zu arbeiten!
  • Wenn Fujifilm seinem Weg treu bleibt, wird die Firma im Profi-Markt der Zukunft eine nicht zu übersehende  Rolle spielen.

Darüber hinaus ist für mich eine der wichtigsten Erkenntnisse, wie lange es dauert, sich wirklich auf eine neue Kamera, eine neue Philosophie, auf andere Bedienungskonzepte usw. einzulassen, die Stärken und Schwächen zu erkennen und im Sinne einer besseren Fotografie für sich nutzbar zu machen. Ich muss bekennen: ich bin hier noch lange nicht am Ende meines Weges angekommen, sondern muss weiter üben, Wissen erwerben und Potenziale erforschen. Ich nutze die Kamera jetzt seit einigen Wochen und bin viel vertrauter, sicherer, schneller und erfolgreicher mit ihr geworden. Bis zur Meisterschaft ist es aber noch ein Stück Weg – von meiner Seite aus und auch von Seiten des Herstellers. Ich freue mich auf die nächsten Steps und werde berichten.

 

 

 

 

 

 

 

X-Pro2-Projekt (16): Camera Remote in der Praxis

Was mich von Anfang an sehr begeistert hat: die leichte Einrichtung der Remote Kamerasteuerung und die Tatsache, dass es ein brauchbares App für das iPad gibt: Man kann die Fujifilm X-Pro2 damit ganz leicht fernsteuern, die Kamera einstellen und damit Bilder produzieren, die sonst nicht möglich wären.

Bisher war das Theorie. Seit heute ist es gelebte Praxis. Heute waren wir bei einem Job in Brandenburg und haben in einem Brunnen fotografiert, von dem aus eine  industrielle Anlage mit Rohwasser versorgt wird: ein sehr kleiner, enger Raum unter der Erde. Über eine Leiter begibt man sich in die Katakomben. Und wie hier ein Bild umsetzen? Mit einem Ultra-Extrem-Weitwinkel? Oder indem ich mich in den Boden eingrabe? Gut, dann also, indem ich die Kamera auf einem Bodenstativ befestige, mit der Fujfilm Remote App den Ausschnitt finde, die Kamera einstelle, scharfstelle und auslöse….

Es ist immer spannend, so etwas zum ersten Mal live und beim Kunden zu machen – eine ganz andere Situation als gemütlich zu Hause im Atelier. Und dann zeigt sich halt oft auch, inwieweit Software intuitiv und Hardware funktional zu bedienen ist. Tatsache ist: es hat auf Anhieb geklappt, die Übertragung war stabil, und die Bilder waren scharf…. 🙂

Das eigentliche Foto kann ich an dieser Stelle noch nicht zeigen, dafür aber ein making of: Selbstportrait des Fotografen beim Einrichten der Kamera und des Lichts! Man merkt durchaus die Anspannung, man sieht aber auch, dass es funktioniert hat.

Das gefällt mir!

Skeptischer Blick? Wird es funktionieren? Es hat funktioniert! :-)
Skeptischer Blick? Wird es funktionieren? Es hat funktioniert! 🙂

X-Pro2-Projekt (15): Der Ernst des Lebens

Als ich mich vor einigen Jahren entschlossen habe, eine Canon 1Dx als neue Hauptkamera zu erwerben, stand ich vor der Entscheidung: welche meiner beiden anderen Canons soll die Backup-Kamera werden? Zur Debatte standen die 1Ds II und die 1 Ds III. Damals habe ich mich zugunsten der 1Ds II entschieden und die Mark III verkauft.

Technisch und betriebswirtschaftlich sicherlich eine gute Entscheidung, denn die 1Dx hat mich nie im Stich gelassen und ein beginnendes Verschlussproblem wurde so rechtzeitig erkannt, dass die Kamera ohne Ausfall repariert werden konnte.

Vor ein paar Tagen habe ich einen größeren Job alleine fotografiert und – wie in solchen Fällen üblich – meine 1Ds II aus dem Geräteschrank genommen und eingepackt. Frischer Akku rein, Kamera einschalten – Plöng! – merkwürdiges Geräusch und „Error 99“. Das sieht nicht gut aus und ließ sich auch mit dem üblichen Trick „Akku raus, nochmal probieren“ nicht kurieren. Also ist eigentlich eine Reparatur fällig.

Hm. Wirklich? Schließlich liegt ja auch seit einigen Wochen eine brandneue und inzwischen bewährte Fujifilm X-Pro2 im Koffer, die ich derzeit sogar fast ausschließlich bei Produktionen nutze. Bisher in so einer Art sportlichen Herausforderung – eine Experience, ein Test: ist das aktuelle Spitzenmodell von Fujifilm reif für die Produktion? Meine bisherige Antwortet lautet „klar: Ja“.

Also habe ich mich gegen die Reparatur des alten Hündchens (oder gegen einen Ersatz) entschieden und meine Fujifilm X-Pro2 in einem feierlichen Akt zum „offiziellen Mitglied im Produktionsteam“ ernannt. Im Falle des Falles muss eine der beiden Kameras also die Produktion schmeißen, wenn die jeweils andere ausfallen sollte…. 🙂

Was hoffentlich auch weiterhin nicht geschieht.

Die beiden verstehen sich inzwischen übrigens ganz gut.

X-Pro2-Projekt (14): Kleine Modifikationen

Die praktische Erprobung der Fujifilm X-Pro2 schreitet voran. Nachdem ich eine erste Produktion in einer Reparaturwerkstatt für industrielle Großmotoren absolviert hatte, gab es weitere Einsätze: zuerst auf einer Brücken-Baustelle der Strabag, anschließend ein Tag in der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meißen, wo wir für den Deutschen Industrie- und Handelskammertag die Berufsbilder Porzellanmalerinnen und Industriekeramiker fotografiert haben. Also durchaus unterschiedliche Einsatzgebiete: große Industriehalle, Outdoor-Herausforderungen im Regen und Matsch, dann lichte Ateliers und staubige Keramikerwerkstätten.

Die Kamera hat sich bisher in allen Belangen gut geschlagen; nur der Fotograf ist ab und zu an seine Grenzen gestoßen und hat feststellen müssen, dass er die Kamera noch nicht völlig beherrscht. Wenn mitten in der Produktion alle Bilder auf einmal völlig grünstichig wirken und der Weißabgleich nicht eingestellt werden kann: OK, man kommt dann erst in einer Ruhepause auf die Lösung und schaltet von „Erweiterten Filtern“ wieder auf „Einzelbild“. Und ähnliches mehr. Einmal habe ich sogar geschafft, nur JPG zu belichten und musste hitzewallend auf die RAWs verzichten – zum Glück ohne schlimmen Folgen, die Bilder waren alle gut belichtet…. 🙂

Gewohnheit, Training, in Fleisch und Blut übergegangene Routinen: das ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. 10 Jahre Produktionspraxis mit den verschiedenen Modellen einer Spiegelreflex-Marke graben sich tief ein. Die wenigen Wochen bisher mit der X-Pro2 waren sehr erfreulich – aber die völlig selbstverständliche Griffsicherheit, traumwandlerische Beherrschung und blinde Vertrautheit habe ich einfach noch nicht erworben: meine Finger lernen noch. Ich bleibe dran, in der kommenden Wochen sind wir jeden Tag in einem anderen Sujet unterwegs, produzieren Berufsbilder, Werbefotografie und Corporate – gute Gelegenheiten, weiter zu lernen!

Wie auch immer: meine bisherigen Erfahrungen sorgten dennoch für ein paar Modifikationen, die ich an der Kamera vorgenommen habe. Das Mittel der Wahl: Tesa-Band. Ich schätze dieses universelle Zeug sehr, klebt wie die Hölle, lässt sich leicht mit der Hand abreißen und auch wieder rückstandsfrei entfernen. Für die nachfolgenden Modifikationen habe ich mir extra eine schwarze Rolle besorgt, um die Ästhetik der X-Pro2 nicht allzusehr zu beleidigen:

In Wirklichkeit fallen die Klebestellen bei weitem nicht so auf wie in dieser Nahaufnahme.... die Schönheit bleibt!
In Wirklichkeit fallen die Klebestellen bei weitem nicht so auf wie in dieser Nahaufnahme…. die Schönheit bleibt!

Modifikation No.1:
Das Einstellrädchen für den Dioptrienausgleich am Sucher ist zwar angemessen schwergängig, verstellt sich aber dennoch manchmal, zum Beispiel im Getümmel eines Events, wenn man die Kamera auf die Schulter nimmt und sich irgendwo durchdrängelt. Gerade in solchen Situationen ist das Wiederherstellen der gewünschten Einstellung etwas tricky und hindert einen nur an seiner eigentlichen Arbeit. Das Tesa-Band fixiert zuverlässig!

Modifikation No.2:
Den kleinen Dichtungsnippel für den Blitz-X-Kontakt habe ich nur einmal entfernt, um etwas auszuprobieren. Mir war klar, dass das kleine Kunststoffteil sehr leicht verloren geht, also habe ich es ganz sorgfältig im Münzenfach meines Portemonnaies verstaut. Als ich wieder nachgeschaut habe, war es natürlich nicht mehr da. OK, ist nicht so schlimm. Aber den offenen elektrischen Kontakt wollte ich auch nicht so lassen, zumal oben beschriebenes Outdoor-Abenteuer anstand. Also: Tesa-Band schließt wasserdicht!

Modifikation No.3:
Eine klare Fehlbedienung ist mir mit dem 10-24mm unterlaufen: Mitten im Fotografieren konnte ich auf einmal nicht mehr die Blende verstellen. Man wird dann schnell nervös, hat keine Zeit, in Ruhe nachzudenken und will einfach weiter machen. In der fraglichen Situation habe ich einfach das Zoom gewechselt – ich war ohnehin bei äquivalent 24 mm unterwegs, also ging es auch mit dem 16-55. Erst in einer Fotografierpause habe ich dann festgestellt, dass ich das 10-24 versehentlich auf Blendenautomatik geschaltet habe. Die brauche ich in meiner Praxis eigentlich nie. Erneut also: Tesa-Band drüber!

 

 

X-Pro2-Projekt (13): Gedanken zum Wetterschutz (Update)

Also, die Fujifilm X-Pro2 hat jetzt auch den Wetterschutz. Wow, das ist ein wirklich professionelles Feature und stellt sie in eine Reihe mit den große Profi-Boliden von C und N und macht das Ding so richtig cool. Oder? Eigentlich hat mich das Feature bisher eher kalt gelassen, ich bin weder Natur- noch Fußballfotograf und begebe mich normalerweise ins Trockene, wenn es regnet. Aber schön. Nice to have, oder?

Heute war ich am Bahnhof, um mir eine nette (Foto-)Zeitschrift zu besorgen. Natürlich war die X-Pro2 dabei. Und natürlich habe ich noch eine kleine Runde gedreht. Ich bin einfach heiß auf die Kamera im Moment. Da nutze ich jede Gelegenheit.

Am Bahnhof ist der Dom. Also bin ich eine Runde über die Domplatte gegangen. Manchmal verändert sich die Welt unmittelbar, ohne Vorwarnung. Weather changed. Von einem Moment auf den nächsten war es vorbei mit dem grauen vor-frühlingshaften Ostermontag. Ruckzuck hatten wir Starkwind – ich schätze in Böen Windstärke 8 – und prasselnden Regen, garniert mit etwas Hagel. Auf der Domplatte pfeift es besonders heftig, da können die Winde ungehindert durchpusten. Klar, dass ich auch fotografiert habe. Klar, dass die Kamera nass geworden ist. Wetterschutz? Ist ja doch irgendwie nützlich!

Ich erinnere mich an mein 35/1.4. Das hat keinen Wetterschutz. Ich hatte es einmal am Strand dabei, und seitdem knirscht der manuelle Fokus.

Ich denke an unsere Assignements in der Industrie. Da staubt und feuchtet es auch immer wieder mal sehr ordentlich. Wetterschutz? Coole Sache.

Denke ich an heute zurück, bin ich zudem sehr froh, dass ich den blanken X-Kontakt an der Seite mit etwas Gaffer abgeklebt habe. Den Dichtungsnippel habe ich schon beim ersten Mal verloren. Wäre blöd gewesen, wenn der jetzt dem Hagel ausgesetzt gewesen wäre…. (kleiner Verbesserungsvorschlag für künftige Modelle! :-))

Weather-Sealed

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Update: 1. April 2016 (kein Aprilscherz):

Tja, so schnell holt einen die Realität ein!

Vorgestern haben wir bei der Strabag AG das Berufsbild des Tiefbauers auf einer realen Baustelle fotografiert. Das war ein toller Tag mit richtig coolen Jungs. „Ehrliche Arbeit“ ist keine Plattitüde. Das gibt es wirklich.

Die Wettervorhersage war eigentlich gar nicht so schlecht: trocken, gelegentlicher Sonnenstrahl. Die Realität sah natürlich anders aus, und es hat fast den ganzen Tag geregnet. Der Wetterschutz der X-Pro2 war erneut gefordert:

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Kleine Erläuterung: Die Plastiktüte habe ich nicht um die Kamera gewickelt, sondern um die Funkauslöser. Bei der Kamera hatte ich Vertrauen, aber bei den Sendern war ich mir nicht so sicher….

Morgen werde ich mal mit einem großen Schwamm und viel laufwarmem Wasser unsere Koffer, Schuhe + Klamotten reinigen: alles voller Matsch und Schlamm. Die Kamera funktioniert weiterhin einwandfrei.

Weather sealed: nehme ich!

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X-Pro2-Projekt (12): Handgriff OR NOT Handgriff?

Ihr merkt schon, ich bin momentan geradezu WILD auf die X-Pro2 und auf weitere Erfahrungen mit diesem geilen Stück Technik. Seit zwei Tagen habe ich nun testweise auch den Handgriff zur Verfügung. Der MHG-XPro2 wird ganz einfach unter die Kamera geschraubt und passt sich perfekt an die Gehäuseform an. Was macht er? Er macht die Kamera ungefähr einen Zentimeter „höher“ und bietet auf der Frontseite einen ausgeprägteren Handgriff-Wulst. Um den Batteriewechsel unproblematisch zu machen, hat er an der Unterseite eine Aussparung, so dass sich das Batteriefach nach wie vor leicht öffnen lässt. Auch das seitliche Fach für den Zugriff auf die Speicherkarten ist weiterhin problemlos zugänglich. Zudem scheint es eine Vorbereitung für Arcam Swiss Schnellwechselplatten zu geben (betrifft mich nicht; ich bin bei Novoflex). Und das war es.

War’s das? Für mich nicht. Der Handgriff ist für mich schon nach wenigen Stunden Gebrauch eine CONDITIO SINE QUA NON geworden. Ohne ihn geht’s nicht mehr. Der Handgriff verändert die Kamera. OHNE Handgriff ist sie: ein geiles Stück Technik, das sich wie ein angenehmes Brikett in die Hand fügt. MIT Handgriff ist sie ein fast perfekter Handschmeichler. Hat schon fast Colani-Qualitäten (ja, ja, vielgescholten, ich weiß). Und die Kamera ist auch mit Handgriff nur ein Leichtgewicht.

Es ist eigenartig. Zu Zeiten der XE-1 und XE-2 konnte mir die Kamera nicht klein genug sein. Ich habe es eigentlich bedauert, dass die XE-2 + Pancake 27mm nicht die gleichen Maße hatte wie die Ur-X-100, die problemlos in eine Hemdtasche passte.

Seit der X-Pro2 und ihrem Einsatzgebiet in der professionellen Fotografie sehe ich die Sache ein bißchen anders. Der größere Formfaktor wirkt auf mich positiv, vor allem, weil ich ja jetzt auch mit den zum Teil doch recht voluminösen Zooms arbeite. Das packt sich besser an, das wirkt auch ganz anders im professionellen Kontext. Und trotzdem – ich wiederhole es gerne – Die X-Pro2 + lichtstarkem Normalzoom wiegt weniger als die Hälfte als mein Spiegelreflex-Pendant.

Heute habe ich das wunderbar sonnige Osterwetter für einen kleinen Fotospaziergang genutzt. Natürlich mit der X-Pro2. Und natürlich MIT Handgriff. Und natürlich in einem Gewerbegebiet. Ist doch klar, ich weiß, wo ich hingehöre. Das hat sich einfach gut angefühlt. Ich werde das Teil nicht mehr abschrauben.

P.S.: Um Missverständnissen vorzubeugen: die runde Schraube unterhalb des Handgriffs ist nicht von Fujifilm, sondern von Novoflex. Es handelt sich um das MiniConnect-System, das ich seit vielen Jahren als Schnellwechselplatten-System nutze und bei mir unter jede Kamera gehört.

Corporate Velden

 

X-Pro2-Projekt (11): Do the Job!

Gestern war es endgültig soweit: ich hatte mir fest vorgenommen, die X-Pro2 bei einer Fotoproduktion als Hauptkamera einzusetzen. Geplant war ein halber Tag, es stand eine Bildproduktion in einem Unternehmen an, das sich mit Reparatur, Wartung und Neuaufbau von industriellen Großmotoren befasst. Wir hatten bereits zwei volle Tage dort fotografiert, gestern sollten dann noch einige fehlende Motive ergänzt werden.

Obwohl ich in den letzten Tagen und Wochen die Kamera praktisch jeden Tag in den Händen hatte und sie bei zwei Fotoproduktionen auch schon mal versuchsweise bzw. als making-of-Kamera eingesetzt hatte: Die Aussicht, mit der neuen Hardware den Job vollgültig zu fotografieren, machte mich durchaus nervös. Bei einer kommerziellen Fotoproduktion gilt: es darf unter keinen Umständen irgendetwas schief gehen. Die Bilder müssen gut werden, sie müssen scharf sein, es müssen alle Daten zuverlässig gespeichert werden usw. usf. Mein Anspruch: ich liefere immer und ich liefere immer zur vollsten Zufriedenheit meines Kunden. Entschuldigungen – Gründe – Ausreden (oder was auch immer) will ich einfach nie nachträglich dem Kunden gegenüber kommunizieren müssen. Die Leistung muss stimmen, und der Fotograf ist ein Problemlöser und kein Problemmacher! 🙂

Daher hat jeder Fotograf, denke ich, ein ausgeprägtes Sicherheitsdenken. Er setzt auf bewährte Technik, vielfach erprobte Kameraeinstellungen, Qualitätsprodukte, doppelte Absicherungen u.ä. Bewegt man sich mit neuen Geräten, neuen Einstellungen oder Workflows außerhalb der Komfortzone, macht das unruhig. So erging es mir dann auch: In der Nacht davor habe ich sogar davon geträumt, wie ich mit der neuen Kamera agiere. Soweit ich mich erinnere, ging aber doch alles gut….

Also: ich wollte es jetzt wissen, und da beim gestrigen Kundenprojekt entspanntes Arbeiten ohne großen Zeitdruck möglich war, war es genau die richtige Produktion für mein Wagnis.

Vorbereitungen

Die Kamera hatte ich mit einer 64 GB-Karte von Sandisk und einer 32 GB WiFi-Karte von Transcent bestückt. 32 GB reichen normalerweise völlig aus, auch wenn man, wie ich, RAW und JPG parallel aufzeichnet. Um meinem Sicherheitsbedürfnis Genüge zu tun, war die Datenaufzeichnung als „Backup“ eingerichtet, d.h. JPG und RAW-Dateien werden parallel auf beide Karten kopiert. Bei den JPG-Einstellungen hatte ich mich für die 12 Megapixel-Größe („M“) entschieden, bei stärkerer Kompression (Bildqualität „N“). Mit dieser Einstellung sendet die Transcent Karte zwar durchaus gemächlich, aber wie ich hoffte, dennoch in praktikabler Geschwindigkeit an das iPad. Auch in dieser Konfiguration liegt ein Sicherheitsversprechen für mich: die JPG auf dem iPad stellen eine weitere Kopie dar, und die 12 MP sind so groß, dass sie im Ernstfall genutzt werden könnten. Man weiß ja nie – nur für den Fall, dass sich die Kamera nach der Produktion selbst zerstört, von Alpha-Strahlen aus dem Weltall getroffen wird oder von Fuji-begeisterten Gangstern gestohlen wird…

Wie ich die Fn-Tastenbelegungen gelöst habe, habe ich ja bereits ausführlich in einem eigenen Blogbeitrag beschrieben.

Ein wichtiger Punkt war für mich noch die Einstellung von Sucher/Display. Da es zu meinen festen Gewohnheiten gehört, alle Bilder kontinuierlich auf das iPad zu streamen, muss die Kamera während der Fotoproduktion praktisch immer laufen. Ich hatte mir daher vorgenommen den View Modus auf „Nur Bildsucher + Augensensor“ einzustellen. D.h. die Kamera liefert nur dann ein elektronisches Bild, wenn das Auge auch am Sucher ist. Da ich im Vorfeld so einiges gelesen habe über den Energiehunger der X-Pro2 bzw. über die Laufzeit des Akkus schien mir dies die energieschonendste Einstellung zu sein. Auf die „Hochleistung“ der Kamera (einstellbar unter „Power-Management“) wollte ich zudem nicht verzichten.

Ernstfall

OK, wir sind also vor Ort, haben die Sicherheitsleute erfolgreich passiert, den Kunden aufgesucht und die erste Location vereinbart. Hier ging es um Reparaturarbeiten an einem sehr großen Motor, der mit neuen Bauteilen bestückt wurde. Es war schon ein komisches Gefühl, eine so „kleine Kamera“ bei einem Job in die Hand zu nehmen… Es hat sich aber niemand beschwert, die Autorität des Fotografen war jedenfalls zu keinem Zeitpunkt in Gefahr…. 🙂

Foto: Joshua Hoffmann
Foto: Joshua Hoffmann

Also: das iPad anwerfen, die Verbindung zur Wifi-Karte aufbauen (das WLAN-Modul der Kamera kann ja leider (noch) nicht permanent Bilder streamen), einen ersten Entwurf vom Lichtsetting aufstellen und eintesten. Alles nach bewährtem Ablauf. Irgendwann ist es dann soweit, und die ersten „richtigen“ Bilder werden geschossen. In dem Fall mit dem Weitwinkel 10-24mm und einem aufwändigen Lichtsetup, bestehend aus 3 Handblitzen, einer LED-Lichterkette und einem der „großen“ Blitze, die mit ungefähr 400 Wattsekunden in den Hallenhintergrund ballerten und dort einen schönen Farbton etablierten (siehe erstes Bild in der untenstehenden Galerie).

Foto: Joshua Hoffmann
Foto: Joshua Hoffmann

Das alles ging völlig problemlos: die Kamera stellte zuverlässig scharf, die JPG sahen auch bei 2000 bis 2500 ISO noch sehr gut aus, meine neuen Sender und Blitze arbeiteten alle einwandfrei und zuverlässig – obwohl Canon-spezifiziert funktionierten sie nach den hier beschriebenen Modifikationen auch an der Fujifilm ohne Klagen. Große Erkenntnis dieser ersten Stunde: man kann mit der X-Pro2 fotografieren! Wow! Auch als Profi, auch im Produktionsalltag, auch unter Lieferbedingungen! Geht ganz leicht – und wiegt viel weniger.

Foto: Joshua Hoffmann
Foto: Joshua Hoffmann

Ermutigt durch diesen ersten Erfolg bin ich dann einfach dabei geblieben und habe alle Motive des Tages mit der Fujifilm X-Pro2 erfolgreich und mit guten Ergebnissen fotografiert.

Also alles super und easy und no problem? Vielleicht doch nicht ganz. Nachfolgend komprimiert zusammengefasst Beobachtungen, Bedienungsfehler und Bewertungen aus diesem Tag:

  • Was meine ursprünglich größte Sorge war, ist keine mehr: die AF-Performance ist wirklich ausgezeichnet und für meine Art der Fotografie mehr als angemessen – ich hatte praktisch keine Fehlfokussierungen, außer bei 2-3 Bildern, aber da habe ich schlicht und ergreifend daneben geschossen. Ein herausragendes Ergebnis
  • Produktionsbeginn war um 9.00 Uhr. Um halb zehn haben wir vielleicht das erste Foto gemacht. Um 14.30 Uhr hatte ich schon den dritten Akku in der Kamera. Oha. Das ist eine Umstellung gegenüber der Spiegelreflex, da kann ich mit einem Akku zwei Tage durchfotografieren.
  • Sehr genossen habe ich die Möglichkeit, in allen relevanten Bereichen des Bildausschnittes einen Fokuspunkt setzen zu können. Das ist einfach wunderbar entspannend. Mir ist zwar bekannt, dass in den äußeren Bereichen die Performance nicht so hoch ist wie im Zentrum, aber „gefühlt“ habe ich den Unterschied nicht.
  • Mindestens einmal ist es mir passiert, dass ich den elektronischen Sucher entgegen meiner Absicht so eingestellt habe, dass er kontinuierlich durchlief, auch wenn ich die Kamera nicht am Auge hatte. Klarer Bedienungsfehler meinerseits, der aber eine Menge Energie gekostet haben dürfte. Die Kamera wurde zudem sehr warm. Etwas, worauf ich in Zukunft sehr genau achten werde.
  • Die etwas hakelige ISO-Einstellung „am Rad“ hat mich in der Praxis kaum gestört. Was mir aber einige Male passiert ist, war das versehentliche Umstellen der Belichtungszeit. Dabei habe ich, glaube ich, nicht das Zeitenrad gedreht, sondern bin vermutlich irgendwie an das Einstellrädchen gekommen, mit dessen Hilfe man die Zeiten fein-einstellen kann. Wie auch immer: hin und wieder tauchten dann auf einmal Auslösezeiten von 1/320 auf, was beim Arbeiten mit Blitz uncool ist. Hier müssen meine Hände noch etwas lernen und achtsamer auf der Kamera werden, um diese Fehlerquelle in Zukunft zu vermeiden.

Soweit erstmal meine Beobachtungen vom ersten richtigen Einsatz. Mein Fazit: meine Achtung vor der Kamera ist weiter gestiegen, ich habe mit richtig Spaß und Freude damit einen ersten Job erfolgreich umgesetzt. Cool ist die „Leichtigkeit des Fotografierens“, die sich für mich derzeit besonders im geringen Gewicht der Hardware und im genialen Sucher mit all den vielen schönen Fokusfeldern ausdrückt. Ich freue mich schon auf kommende Woche und auf die anstehenden Jobs. In Bebra werden wir die Ausbildung bei der Fa. Strabag fotografieren und in der Porzellanmanufaktur Meißen Berufsbilder mit Azubis umsetzen, die dort außergewöhnliche und seltene Berufe erlernen. Die Fujifilm X-Pro2 wird dabei sein.

Konfigurationen: Meine Fn-Tasten-Belegungen bei der X-Pro2

So langsam ist das Trainingscamp für mich und die X-Pro2 abgeschlossen: die Kamera ist weitgehend verstanden, die Integration in unsere Peripherie wie Licht und Datenhandling ist erstmal abgeschlossen und zumindest im Atelier erprobt – und die Kamera ist auch erstmal so konfiguriert, wie ich glaube, damit auch wirklich arbeiten zu wollen und zu können. Ein wichtiger Punkt dabei: die Fn-Tasten-Belegungen. Ich will in diesem Beitrag kurz darstellen, welche der konfigurierbaren Tasten welche Belegung bekommen haben – und warum.

  • Fn 1: Fangen wir mit der prominenten Taste rechts neben dem Auslöser an. Standardmäßig liegt hier die Videofunktion. Das habe ich geändert, weil ich einfach zu oft versehentlich auf diesen Knopf gekommen bin und mich gewundert habe, warum die Kamera blockiert war. Auf Fn 1 liegt jetzt der Weißabgleich. Das ist eine wichtige Taste für uns, weil wir im industriellen Kontext häufig mit abenteuerlichen Mischlichtsituationen zu tun haben und den Weißabgleich oft verändern, um im Zusammenhang mit Blitzlicht (oder gefiltertem Blitzlicht) besondere Effekte zu erzielen. In Hallen mit Neonlampen gehört es zum Beispiel zu unserer Routine, vor Beginn einer Produktion die Qualität des vorhandenen Lichts zu testen, indem wir eine Probebelichtung bei Tageslicht-Einstellung machen. Dann sehen wir sofort, ob das vorhandene Neonlicht einen Braun- oder Grünstich hat und können Strategien entwickeln, wie wir damit am besten umgehen oder diese Eigenschaft für uns nutzen können. Cool bei der Fujifilm: man sieht schon in der Belichtungsvorschau wie die Farben bei einem definierten Weißabgleich wirken und spart sich so die Probebelichtung. So etwas geht mit meiner Spiegelreflex nicht! Philosophische Frage am Rande: bei den modernen Spiegellosen sieht man das Bild schon, BEVOR man es gemacht hat! Was wird wohl der nächste Schritt sein? 🙂
  • Fn 2 – Taste auf Sucherauswahlhebel: Hierhin habe ich die Videofunktion gelegt. Die ist da ganz gut erreichbar, ist aber gegen versehentliches Starten gut geschützt. Video nutze ich vor allem zum Drehen von Making-of-Sequenzen. In diesem Jahr werden wir so viele coole Produktionen machen, da hoffe ich auf starke Szenen on locationen, aus denen unser Video-Partner Gert Wagner dann hoffentlich einen schönen neuen Image-Film über uns gestalten kann.
  • Fn 3 – Messtaste: Hierfür habe ich noch keine sinnvolle neue Belegung gefunden und lasse es erstmal beim Standard, auch wenn ich den nicht nutze.
  • Fn 4 – Linke Auswahltaste im Steuerkreuz: Hierhin habe ich die Wahlmöglichkeit „Belichtungsvorschau an“ bzw. „aus“ gelegt. So sehr ich die Vorschau beim Available-Light-Fotografieren oder beim Nutzen von Dauerlicht schätze, so sehr ist sie ein Problem, wenn man mit Blitzanlagen arbeitet. Dann erscheint das Bild ggf. stark unterbelichtet, das bildwirksame Licht kommt dann ja aus anderen Quellen. In solchen Fällen brauche ich einfach ein normal durchgezeichnetes Sucherbild zum Scharfstellen und Komponieren. Fn2 ist dafür für mich genau richtig.
  • Fn 5 – Untere Auswahltaste im Steuerkreuz: Derzeit belegt mit dem Befehl zum Aufbau einer WiFi-Verbindung zum Tablet. Hier hoffe ich in naher Zukunft auf viele interessante Situationen, in der ich die Kamera ferngesteuert auslösen kann. Die Remote-App funktioniert zumindest unter Laborbedigungen sehr gut – ich hoffe, auch in der Praxis. Das will ich schon bald erproben.
  • Fn 6 – Rechte Auswahltaste: Hier habe ich die Einstellungen zur Gesichtserkennung hingelegt. Das ist aber erstmal nur eine theoretische Wahl. Ich kann mir vorstellen, diese Funktion in Zukunft häufiger zu nutzen, aber derzeit fehlt es mir gänzlich an praktischen Erfahrungen und ich kann noch nicht einschätzen, wie sinnvoll oder zeitsparend das sein wird. Die Belegung steht also potenziell zur Disposition.

Soweit die graue Theorie. Das Aufschreiben hat mir nochmal geholfen, etwas mehr zu verinnerlichen, auf welcher Taste nun was liegt. Denn morgen gilt es: in einem coolen Industrieumfeld will ich die X-Pro2 erstmals richtig fordern und als Hauptkamera einsetzen. Ich bin gespannt, wie sie sich schlagen wird. Und ich bin noch mehr gespannt, wie ich selbst mich schlagen werde und wie souverän der Einsatz der neuen Technik gelingen wird. Darüber berichte ich gerne demnächst hier und in diesem Theater.

X-Pro2-Projekt (9): In die Familie aufgenommen

Nur der Form und der Vollständigkeit halber: die X-Pro2 ist endgültig im Kreise ihrer neuen Lieben angekommen und aufgenommen. Sie und die tollen Objektive gehen jetzt bei jedem Shoot mit und werden immer (öfter) auch eingesetzt werden. OK, die „Große“ und die „Kleine“ hatten ein paar Eifersüchteleien untereinander und mussten sich erstmal arrangieren. Aber jetzt wissen beide, dass sie sich gut benehmen müssen, wenn ich sie weiter lieb haben soll…. Das wird schon. Am Wochenende ist großes Taschenpacken angesagt: alles muss nochmal auf den Prüfstand, manches optimiert werden. Die Umstellungen im Blitzsystem (siehe Beitrag Nr. 8) erfordern gewisse Umstrukturierungen. Und ich habe drei neue Blitze! Und neue Trigger! Das wird herausfordernd werden – und Spaß machen. Schönes Wochenende!

X-Pro2-Projekt (8): Integration ins Blitzsystem

Nachdem ich so positive Erfahrungen mit dem AF der Kamera gemacht habe, ist mein Ehrgeiz um so mehr geweckt, die Fujifilm X-Pro2 vollständig in meine Arbeit zu integrieren: ohne Wenn und Aber und ohne faule Kompromisse. So, dass ich jederzeit frei entscheiden kann, zu welcher Kamera ich greifen will – und dann einfach loslegen kann. Da Licht für uns ein extrem wichtiges fotografisches Thema ist, heißt das: nun steht die Integration der Kamera in unsere Licht-Systeme an!

Wie ich HIER ja bereits beschrieben habe: da gab es erstmal Probleme. Doch der Übeltäter war schnell ausgemacht. Aber die vollständige, integrierte Lösung stand noch aus. Die ist jetzt gefunden.

Vorab noch eine Bemerkung am Rande: es ist faszinierend, wie die Integration der neuen Kamera in unsere bestehenden Workflows dazu führt, alte Zöpfe abzuschneiden, neue Lösungen ins Auge zu fassen und Bewährtes in Frage zu stellen. Ein wirklich cooler Effekt, der einen sozusagen aus seinen Gewohnheiten aufscheucht und neue Wege gehen lässt – am Ende mit deutlichen Verbesserungen und mehr Möglichkeiten.

Gut. Nun aber zum eigentlichen Thema: wie kriege ich die Fujifilm X-Pro2 so in unsere Arbeit integriert, dass sie genauso problemlos mit unserer Lichttechnik zusammen arbeitet wie die Spiegelreflexkameras?

Dazu erstmal eine kurze Skizze, wie wir arbeiten: Wir nutzen Blitzsysteme von mehreren Herstellern:

  • Elinchrom (Ranger Quadra, Ranger RX)
  • Photarex / NicePhoto PHOTAREX HSS-600
  • Yongnuo Systemblitze (YN 560 II, III und IV)
  • Canon Systemblitze (550, 580, 580 II)

Blitzintegration_Fujifilm_X-Pro2_3(Und ja: man kann mit diesen zum Teil sehr preiswerten Geräten professionell arbeiten. Die Yongnuos sind einfach phantastisch, und die Photarex-Akku-Blitze mit Saft haben nur den einzigen Nachteil, dass sie bei hoher Leistung ein bißchen zu lang zum Nachladen brauchen; aber damit kann ich umgehen und mich darauf einstellen).

Bisher haben wir die Elichroms und die Systemblitze mit Pocket Wizards ausgelöst (Plus II und FlexTT5). Und wenn wir die kleinen Blitze mit den Photarexen gemeinsam eingesetzt haben, haben wir die Auslöser einfach „huckepack“ genommen und auf die Kamera aufgesteckt. Das funktionierte soweit gut – bewährte Praxis mit der Spiegelreflex.

Mit der Fujifilm X-Pro2 funktionierte das erstmal nicht. Und der Grund liegt darin, dass sowohl die FlexTT5 als auch er Photarex-Funkauslöser eine herstellerspezifische Belegung der Pins am Blitzfuß haben: sie lösen also nicht über den einfachen Mittenkontakt aus, sondern nutzen alle 5 eTTL-Kontakte meines Spiegelreflexsystems. Die Pocket Wizards, weil sie eTTL-fähig sind, und die Photarex, weil sie Teile des eTTL-Protokolls nutzen und darüber HySync-Fähigkeiten bereitstellen. Letzteres ist eine Funktion, die wir nur ganz selten nutzen – wenn wir z.B. Outdoor blitzen wollen und gleichzeitig Verschlusszeiten von kürzer als 1/250 brauchen.

Steckt man die e-TTL-Kontakte auf die X-Pro2, funktioniert zwar alles erstmal. Aber: die Kamera erhitzt sich schnell und schaltet irgendwann ab. Wie mir Fujifilm erklärt hat, nutzt die Kamera die gleichen Kontakte wie mein Spiegelreflexhersteller, aber natürlich mit einem anderen Protokoll. An den Kontakten liegen also auf einmal Informationen an, mit denen die Fujifilm nichts anfangen kann, der Prozessor wird sozusagen mit unverständlichen Befehlen bombardiert, versucht diese zu verstehen, kann sie nicht verstehen und droht zu überhitzen. Das ist für kontinuerliches Arbeiten nicht sehr förderlich. Es muss also eine Lösung her.

So, und jetzt verkompliziert sich die Lage noch einmal, bzw. es kommen zusätzliche Aspekte dazu: Bei einem Auftrag in der vergangenen Woche hatten wir wieder mal massive Probleme mit den Pocket Wizards. Wir haben in einer großen Industriehalle fotografiert, in der sehr viel Stahl herumsteht. In solchen Konstellationen bricht die ansonsten gute Leistung der Funksender und -Empfänger oft zusammen, die Auslösungen sind nicht mehr zuverlässig, selbst bei Sichtkontakt funktioniert die Übertragung nicht mehr usw. An einem Tag hatten wir so viele Probleme damit, dass wir echt genervt waren. Daher probierte ich etwas Neues: Die Yongnuo-Blitze YN-580 III und IV haben einen integrierten Funkempfänger, was eigentlich ganz schön ist. Und auch einen Funksender, den ich sogar besitze, aber nur aus Neugierde mal angeschafft hatte und ansonsten in der Schublade liegen gelassen habe. Für die oben erwähnte Produktion nahm ich den am nächsten Tag mal mit und probierte ihn mit den Yongnuos aus – und zwar mit sensationellen Ergebnissen: statt Probleme zu machen, funktionierte diese Kombi derart zuverlässig – auch über große Entfernungen hinweg – dass ich schlicht von den Socken war: was für ein ungehobener Schatz in meinem Geräteschrank! Wir fotografierten den ganzen Tag in dieser Kombi, mit perfekten Ergebnissen, und mein Entschluss stand fest: Die Pockets fliegen raus, und Yongnuo ist der neue Star am Auslöser-Himmel!  🙂

Soweit so gut. Super funktionierte das an der Spiegelreflex. An der Fuji leider nicht, denn hier löste dieser neue Sender überhaupt nicht aus!

OK, ich kürze das mal ab: der Nachfolger dieses Senders löst wiederum aus – man kann ihn in einen anderen Modus schalten, in dem das geht – und ich habe mir gleich zwei von denen bestellt. Aber auch dieser Sender hat die 5-Pin-Belegung der Spiegelreflex. Also muss noch immer das Problem der Kamera-Überhitzung gelöst werden.

Blitzintegration_Fujifilm_X-Pro2_2Hierfür habe ich inzwischen folgende Lösungen ausgeknobelt:

  • Man setzt zwischen Fujifilm X-Pro2 und dem ersten Blitzauslöser einen „Monokontakt“ Würfel, wie zum Beispiel diesen hier. Dann werden die eTTL-Kontakte unterbrochen und nur der Zündimpuls via Mittenkontakt übertragen. Das funktioniert auch, sieht aber sch…. aus, finde ich, und stellt zudem eine zusätzliche mechanische und elektrische Fehlerquelle dar.
  • Man klebt die vier eTTL-Kontakte am Blitzschuh der X-Pro einfach ab. Auch das funktioniert, wirkt aber ein bißchen gebastelt und wird sicher nach drei oder vier Produktionstagen erneuerungsbedürftig sein.

Eine dritte Lösung ist mir erst gestern eingefallen: an einem ruhigen Samstagnachmittag werde ich mal den Yongnuo-Sender auseinandernehmen und versuchen, die vier überflüssigen Kontaktstifte aus dem Blitzfuß zu entfernen. Das wäre die sauberste Lösung, und ich hoffe, dass es mir mechanisch und vom bastlerischen Geschick her gelingen wird. Falls ja (oder nein), werde ich das Ergebnis hier noch nachreichen.

Also ein Fazit: wenn alles im Workflow auf den Hersteller einer bestimmten Spiegelreflex zugeschnitten ist und man ganz selbstverständlich Werkzeuge nutzt, die damit kompatibel sind, kann man ganz schön ins Schleudern geraten, wenn auf einmal eine ganz andere Kameramarke mitmischt. Dann ist Kreativität, Einfallsreichtum und technisches Geschick gefordert – hat aber bisher immer auch zum Erfolg geführt. Seit vorgestern kann ich nun also unser vollständiges Licht mit der X-Pro2 einsetzen (bis auf die für uns nur kleine Einschränkung, dass High-Speed-Synchronisierung mit den Photarex-Blitzen nicht möglich ist), was mich sehr froh stimmt.

Das war die zweite große Hürde! Die gefundenen Lösungen haben mich meinem Ziel, die Fujifilm vollgültig in unsere Arbeitsweise einzugliedern, wieder ein großes Stück näher gebracht.

 

Nachtrag

Dank des tollen Hinweises von „Tim“ – siehe Kommentare unten – gibt es eine einfach und schnelle Umbaumöglichkeit für die Yongnuo 603 II- Funkauslöser. Danke an Michael für die tolle Ausarbeitung. Ich habe mich gleich mal dran gesetzt und die vier Kontaktstifte leicht entfernen können. Ich finde das super, eine saubere, technisch einwandfreie Lösung, die das Problem – ich meine: die Herausforderung – final löst. Danke!

Modifikation_Sender

X-Pro2-Projekt (7): Kardinalfrage Performance

Warum stelle ich mir eigentlich diese Frage? Warum versuche ich überhaupt herauszufinden, ob die X-Pro2 für die professionelle Industriefotografie taugt? Oder anders gefragt: Warum habe ich meine verschiedenen Fujfilm-Kameras bisher nicht im Beruf eingesetzt?

Velden

Ich hatte die X-100, ich hatte die XE-1 und die XE-2. Alle Kameras fand und finde ich toll. Ich wusste, dass sie eine super Bildqualität abliefern. Ich wusste, dass die Auflösung reicht, ich wusste, dass die Objektive hervorragend sind. Aber bis zur XE-2 (VOR dem 4.0er Firmware-Update!) habe ich den Fujifilms nicht die Performance zugetraut, die ich in der täglichen Anwendung bei Auftragsproduktionen brauche.

Und hier geht es vor allem um AF-Speed, um AF-Performance, Zuverlässigkeit, Genauigkeit. Zu oft ist es mir mit der XE-2 passiert, dass ein Gesicht schon wieder verschwunden war, ehe der AF gegriffen hat. Oder dass der AF überhaupt nicht gegriffen hat. Dass er hilflos im Halbdunkel herumgefahren ist, Zeit verloren hat, den Moment verpasst hat.

Und das ist eben nicht nur bei wirklichen Action-Motiven passiert, sondern bei ganz normalen Szenerien: Der Fotograf fotografiert freihand, die Menschen vor der Kamera bewegen sich im normalen Rahmen, das Licht ist vielleicht nicht gut usw.: Dieser Herausforderung war die bisherige AF-Technik bisher nicht gewachsen bzw. hätte zu viel Ausschuss produziert. Euphemistisch betrachtet, könnte man das Fotografieren mit dem relativ langsamen AF meiner bisherigen Fujifilms „entschleunigt“ nennen. Bei unseren Firmenjobs habe ich die Kamera daher nie eingesetzt, außer für Making-of-Bilder oder für Notizfotos bei Location-Beschichtigungen etc.

Wenn man die Spiegelreflex-Premiumboliden gewöhnt ist, ist das eine andere Welt. Hier greift der AF fast immer, verfolgt zuverlässig sich auch schnell bewegende Objekte und liefert nur äußerst selten Fehlfokussierungen ab.

AF-Performance bei der Fujifilm X-Pro2

Ich muss zugeben, dass die Kamera bisher nur einige wenige Male im tatsächlichen Einsatz war. Das liegt vor allem daran, dass es mir erst an diesem Wochenende gelungen ist, sie vollständig in unsere verschiedenen Blitzsysteme zu integrieren (dazu kommt auch noch eine Story!).

Aber ich habe sie viel in der Hand gehabt, ausprobiert, Making-ofs gemacht und auch ein oder zwei „echte“ Motive damit fotografiert. wir waren in dunklen Kellern, in großen Fabrikhallen, in Forschungseinrichtungen und im Technikum einer Stiftung.

Mein erstes Urteil: es ist soweit! Ja, ich würde und werde mich mit dieser Kamera produktiv einbringen und ihr wichtige Jobs und unwiederholbare Momente anvertrauen. Der AF greift sauber und schnell und sehr zuverlässig. Es gibt praktisch keine Fehlfokussierungen mehr, und wenn sich die „Subjekte“ vor der Kamera oder der Fotograf bewegen, kann man jederzeit wieder den Fokus finden und fixieren. Das funktioniert nicht nur in gut ausgeleuchteten Räumlichkeiten, sondern auch im Schatten, im Inneren von Anlagenteilen oder unter anderen ungünstigen Umständen.

Bisher habe ich nur den normalen AF-Modus erprobt und den kontinuierlichen AF ignoriert. Was der zu bieten hat und wie weit man damit im Vergleich zu einer großen Spiegelreflex kommen kann, werde ich in einem der nächsten Beiträge beleuchten.

Aber bis hierher gilt: die Kamera ist kein Spielzeug mehr. Sie taugt für das ernsthafte Arbeiten, der AF fährt nicht mehr hilflos durch die Gegend, er trifft schnell und sicher – auch in den Randbereichen des Sucherausschnittes. Also auch da, wo nicht die volle Performance zur Verfügung steht. Die Gesamtperformance ergibt sich zum einen aus den Fähigkeiten der Kamera, zum anderen aber auch aus den sehr schnellen und begeisternd leisen Motoren der beiden Zooms, die ich ja ebenfalls neu im Einsatz habe (16-55 und 10-24mm).

Ich finde das toll! Damit ist für mich die größte Hürde genommen – und darüber hinaus bietet die Kamera ja in Sachen AF bei einigen Parametern sogar mehr als meine Spiegelreflex: sie fokussiert auch ganz am Bildrand – ich kann gar nicht oft genug betonen, wie cool ich das finde und wie oft ich mich bei meinen bisherigen Boliden geärgert habe, dass dort, wo ich eigentlich scharf stellen will, kein Fokuspunkt sitzt.

Also in einem Wort: Ich bin froh und begeistert. Das Projekt kann weiter gehen!

 

Was Fotografen über die X-Pro2 denken: Martin Hülle

Wie Ihr merkt, bin ich gerade ausgiebig mit meinem neuen Baby beschäftigt – es ist wirklich eine „freudvolle Erkundung“ (wie ein Leser aus dem dforum schrieb), und es macht einfach Spaß ausgetretene Pfade zu verlassen, neue Wege zu suchen, über unerwartete Schwierigkeiten zu stolpern und nach und nach Lösungen, Anwendungen und Mehrwert zu finden.

Reviews über die X-Pro2 gibt es viele, aber ich will hier nur solche aufführen, die wirklich aus der fotografischen Praxis herausgeschrieben sind. Keine Testberichte – sondern Erfahrungsberichte.

Martin Hülle: DIE FUJIFILM X-PRO2 – Erste Eindrücke

Färöer Rundreise 2013Martin Hülle ist Fotograf und Autor aus Wuppertal. Seit 20 Jahren ist Martin in den abgeschiedenen Regionen des hohen Nordens unterwegs– in Skandinavien, Island, Schottland und Grönland.

Er durchstreift Berglandschaften und Gletscherwelten im Sommer wie im Winter. Auf seinen Reisen begleiten ihn seit einigen Jahren ausschließlich die Kameras der Fujifilm X-Serie.

Mit der X-Pro2 sammelte Martin seit dem Vorserienstatus Erfahrungen. Kurz nach dem offiziellen Erscheinen der Kamera hat Martin seinen Erfahrungsbericht zur Fujifilm X-Pro2 veröffentlich. Die Kamera geht noch in diesem Monat mit ihm auf Reisen und wird ihn auf einer Tour durch Norwegen begleiten.

Martin Hülle hat vor kurzem seinen ersten Bildband („Mein Norden“) veröffentlicht. Sehr viele seiner Bilder werden mit den verschiedenen X-Kameras fotografiert sein, die er im Laufe der Zeit eingesetzt hat. Mehr dazu HIER!

 

Weitere Informationsquellen

Fujifilm_X-Pro-SonderheftFujifilm-Online-Magazin

Das Magazin erscheint in unregelmäßigen Abständen – auch verfügbar als iPad-Applikation – und ist natürlich ein Fan-Magazin. Was aber gar nicht schlimm ist, schaffen es die Macher doch, überwiegend interessanten Content auf unterhaltsame Weise zu präsentieren und damit Freude und Inspiration am Fotografieren mit Fujifilm zu vermitteln. Ich freue mich immer, wenn eine neue Ausgabe erschienen ist, dann lege ich mich mit dem iPad gemütlich aufs Sofa und schmökere durch die interaktiven Seiten des gut gemachten e-Magazins: Unterhaltsam, inspirierend, intelligent gemacht.

 

X-Pro2-Projekt (6): Potenzial in Sachen WiFi

Kurzes, schnelles Statement von der Produktionsfront: ich setze die X-Pro2 gerne ein. Sie macht ihren Job echt gut. Mehr dazu in Kürze. Aber ich lege Wert darauf, dass ich die entstehenden Fotos sofort nach dem Belichten auf meinem iPad sehen kann. Leider ist das mit dem Build-in-Wifi der X-Pro2 nicht möglich. Wie mir die Techniker von Fujifilm bestätigt haben: die Kamera kann leider mit der integrierten Technik derzeit keine JPG-Dateien fortlaufend an ein Empfangsgerät ausliefern – während des Fotografierens, meine ich.

Das ist wirklich schade und bedauerlich und bietet echtes Potenzial für Firmware-Updates oder weitere technische Entwicklungen. Ich halte diese Funktion in der professionellen Fotografie für unabdingbar. Daher wäre ich bei der Pro2 gezwungen, wieder auf WiFi-Karten von Transcent o.ä. zurückzugreifen – ein echter Rückschritt gegenüber dem WFT-Modul meines Spiegelreflexherstellers.

Hm. Hmm. Hmmmm. Also wirklich: das ist SCHADE.

Und ich appelliere an die Produktentwickler von Fujifilm, hier nachzurüsten. Das wäre schon ein sehr starkes Argument für die Kamera!

X-Pro2-Projekt (5): Was die X-Pro2 alles viel besser kann!

Hey, mich hat die Schreiblust so richtig gepackt. Ich hatte ja von Anfang an gesagt: das hier wird kein nüchterner „Test“ – sondern ein höchst subjektiver Erfahrungsbericht. Und weil das so ist, gibt es jetzt mal eine Portion hemmungsloses Lob. Denn die Fujifilm X-Kameras begeistern mich seit ihrem Markteintritt, und die Pro2 begeistert mich schon jetzt ganz besonders.

Bisher habe ich die Kamera benutzt: zum Herumspielen und Ausprobieren, als Making-of-Kamera, als Second Camera auf mehreren Events und auch als Hauptkamera bei einer Produktion aus dem Bereich der Industriefotografie. Es ist, wie eine neue Welt entdecken – echt aufregend. Ich fühle mich um 10 Jahre zurückversetzt, als ich in die digitale Spiegelreflexfotografie eintauchte und auch erstmal alles neu entdecken durfte. Schön, wenn alles so neu und frisch ist!

Dieser Artikel ist KEINE abschließende Beurteilung der unbestreitbaren Vorzüge dieser Kamera bzw. dieses Kamerasystems. Es ist eine allererste Zwischenbilanz – bestimmt folgen noch viel mehr Beobachtungen dieser Art. Und irgendwann auch eine resümierende Zusammenfassung.

Also, was kann die Fujifilm X-Pro2 alles viel besser als meine Spiegelreflex-Ausrüstung?
Let’s go:

  • Fokusfelder über das gesamte Bild!
    Was mich an der digitalen Spiegelreflexkameratechnik immer genervt hat, ist mit der Pro2 nun Geschichte: Endlich, endlich kann man wieder problemlos praktisch an jedem Punkt des Bildfeldes scharfstellen. Die Fokuspunkte bei DSLRs sind bis heute auf den inneren Bereich konzentriert – vor allem rechts und links davon bleibt noch jede Menge Platz. Die Folge ist, dass man viele Bilder gestalterisch suboptimal belichtet – bzw. hinterher am Rechner Ausschnitte bilden muss, wenn zum Beispiel die Schärfeebene besonders weit am Rand gesetzt werden soll. Mit der X-Pro2 (und natürlich auch den anderen X-Kameras) geht das jetzt wieder ganz einfach – auch wenn zugegebenermaßen die besonders leistungsfähigen Fokuspunkte im Zentrum sitzen. Trotzdem ein Riesenfortschritt!
  • Extrem leise bzw. LAUTLOS auslösen!
    Dank feiner Mechanik bzw. fortschrittlicher Elektronik löst die XPro2 äußerst dezent bzw. – mit elektronischem Verlschluss – absolut lautlos aus. Kann meine sündteure Spitzen-Spiegelreflex auch nicht! Da kracht der Spiegel nach wie vor lauthals hoch und wieder runter, nichts für dezente Situationen. Die Fujifilm ist damit perfekt für Events, Theater- und Bühnenfotografie oder ganz allgemein für Situationen geeignet, in denen der Fotograf nicht unangenehm auffallen sollte. Vergangene Woche habe ich ein feierliches Dinner fotografiert. Während der Eröffnungsrede habe ich die Kamera ganz dicht zwischen bzw. leicht hinter zwei Menschen positioniert und so eine interessante Perspektive über den langen Tisch gewonnen, eingerahmt von zwei Köpfen links und rechts. Wenn ich das Bild mit der DSLR gemacht hätte, wären die Beiden bestimmt vor Schreck quer über die Tafel gesprungen. So ging es ganz einfach und niemand hat es bemerkt.
  • Flexibilität dank kleiner Bauform
    Im Vergleich zur Spiegelreflex ist die Fuji ein Zwerg – oder wie es ein Blogleser nannte: eine „Bonsai-Kamera“. Das hat unbestreitbare Vorteile in der Industriefotografie, wenn man die Kamera irgendwo in der Technik positioniert und per Fernsteuerung ein Bild aus Perspektiven machen will, die sonst nicht möglich wären. Je kleiner die Kamera, desto mehr Möglichkeiten hat man, sie irgendwo reinzuschmuggeln. Auch der Gewichtsvorteil kommt hier klar zum Tragen. Ich sehe hier völlig neue Möglichkeiten für aufregende Perspektiven und ungewohnte Wahrnehmungen! Und das bringt mich zu….
  • Fernsteuerbarkeit dank eingebauter WIFI-Technik
    Die „entfesselte Kamera“ lässt sich wunderbar einfach via iPad auslösen. Keine teures Extra-Gerät, alles drin und alles dran. Einfache Steuerung der Kamera via nativer App – auch sehr angenehm. Gefällt mir! Geil!
  • 24 Megapixel
    Die „Kleine“ übertrifft meine „Große“ auch bei manchen Leistungsdaten. Statt 18 habe ich jetzt 24 Megapixel. Nein, ich bin kein Pixelzähler. Nein, mehr ist nicht gleich besser. Nein, darauf kommt es doch überhaupt nicht an…. Hm. Aber 6 MP sind 6 MP mehr. Kann auch mal helfen. Und dank komprimierter RAW-Dateien fallen nur ca. 10 bis 15 Prozent größere Dateien an. Also, wie gesagt, kriegsentscheidend ist das nicht, aber was man hat, hat man….. Zumal es sich um „gute“ Pixel handelt: scharf, voll bedient von den Objektiven usw.

…to be continued!

X-Pro2-Projekt (4): Überraschung beim Blitzen

Ehe ich meine Story von heute erzähle, eine kleine Vorbemerkung: je länger ich mit dem Projekt und der Kamera befasst bin, desto deutlicher wird mir klar, wie sehr man in Routinen, Gewohnheiten und in selbstverständlich erscheinenden Annahmen gefangen ist, wenn man seit 10 Jahren mit den DLSRs eines Herstellers fotografiert und nun neue Wege beschreiten will. Die nachfolgende Geschichte ist eine gute Illustration dafür:

Am Mittwoch sollte es endlich soweit sein: ich wollte mein erstes Bild mit der Fujifilm X-Pro2 in einer kommerziellen Fotoproduktion machen! Also richtig Ernstfall, mit allen Konsequenzen! Den Rahmen bildete eine zweitägige Werbeproduktion in Frankfurt. An diesen Tagen entstanden die Bilder für eine Kampagne mit vier verschiedenen Plakatmotiven. Auf jedem Plakat geht es um Hauptmotiv sowie um ein eingeklinktes Nebenmotiv, das die Geschichte „rund“ macht. Dieses Nebenmotiv war eine lockere, lifestylige Szene und ich dachte mir, wenn ich das Motiv mit der DSLR im Kasten habe, wechsele ich einfach noch mal die Kamera und schieße eine Extra-Serie mit der Fujifilm X-Pro2.

Soweit mein Plan. Das Licht in dem Raum war bereits aufgebaut und ausgetestet, desgleichen die Kameraeinstellungen. In dem Fall hatten wir das Licht mit drei Systemblitzen gebaut, die per Pocket Wizard ausgelöst werden sollten. Dabei kamen insgesamt fünf Pocket Wizard-Geräte vom Typ FlexTT5 zum Einsatz.

Wichtig zu wissen: wir nutzen dabei kein eTTL, sondern wir nehmen die Pockets als simple Auslöser, die per Funk synchron die Blitze zünden. Die Blitze waren in dem Fall auch nicht von unserem Kamerahersteller, sondern von Yongnuo. Diese Blitze schätzen wir sehr, sie sind wunderbar einfach in der Bedienung, zuverlässig und sehr preiswert. Also, um das Festzuhalten: wir benutzen die kleinen Systemblitze wie eine manuell eingerichtete Blitzanlage. Nix TTL, nix Automatik.

OK soweit. Als das Motiv an die Reihe kam, setzte ich es zuerst mit der Spiegelreflex um. Die beiden Darsteller waren locker und gut drauf, und das Foto war nach wenigen Minuten gemacht und vom Kunden abgenickt. Dann griff ich zur vorbereiteten X-Pro 2, die ich ein paar Minuten früher eingeschaltet hatte. Ich aktivierte die Kamera und wollte einfach losfotografieren. Jedoch: es ging nicht! Die Kamera zog nicht durch, zeigte dafür aber eine Fehlermeldung. Und die besagte, dass das gute Stück überhitzt sei und erstmal abkühlen müsse.

Bähm! OK, also, so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Das kann doch nicht sein! Wie kann eine Kamera überhitzt sein, bloß weil ich sie ein paar Minuten vorher eingeschaltet hatte? Das gibts doch nicht!

Aufregung und Entwarnung

Also brach ich das Experiment ab und legte die Kamera beiseite. Ehrlich gesagt, ich war erstmal ziemlich enttäuscht. Jetzt wollte ich endlich zuschlagen, und dann so etwas. Ich schaltete die Kamera ab und schaute später nochmal nach: immer noch die gleiche Fehlermeldung. Ich entfernte den Blitzauslöser und legte sie auf die kühle Terrasse des Besprechungsraums, in dem unsere Fotoproduktion stattfand. Eine Viertelstunde später probierte ich noch einmal, und jetzt war alles in Ordnung.

Das ließ mir keine Ruhe, und ich schrieb noch am gleichen Abend der Fujifilm-Technik und schilderte meine Erfahrungen. Die Antwort kam sehr zügig am nächsten Vormittag und stellte eine konkrete und treffende Frage: „Verwendeten Sie einen Funkauslöser mit herstellerspezifischen TTL-Kontakten?“ Dieser könne im Zusammenhang mit dem Fujifilm-eigenen Blitzbelichtungssystem zu Problemen führen.

Jo. Natürlich. Das war es! So einfach und doch so unvorhergesehen. Verrückterweise hatte der Sender bei einigen Testbelichtungen zuvor einwandfrei funktioniert. Daher hatte ich mir überhaupt keine weiteren Gedanken gemacht. Dann lag die Kamera eingeschaltet bereit – und die Kontakte vom Pocket haben die Elektronik der Fujifilm offenbar geärgert. Ob das wirklich zu einer Temperaturerhöhung geführt hat oder ob die Fehlermeldung nicht ganz spezifisch war, weiß ich nicht. Aber ich weiß jetzt, dass man zum Arbeiten mit der Blitzanlage tunlichst Sender mit einfachem Mittenkontakt (passenderweise ja „X-Kontakt“ genannt!) verwenden sollte. Oder ein Adapterstück dazwischen setzen sollte, die nur das einfache Sync-Signal durchreicht. Haben wir ja auch alles und ist überhaupt kein Problem, wenn man weiß, was Sache ist.

Mein Fazit aus dieser Geschichte: nichts ist selbstverständlich. Wenn man sich auf ein neues System einlässt, eröffnet sich ein erstaunlich weites Feld an Detailherausforderungen, Workflowanpassungen und -Ergänzungen. Vieles, was zuvor selbstverständlich war, muss neu überdacht und angepasst oder erweitert werden. Dafür werden aber auch neue Möglichkeiten entstehen. Ich finde diese Reise wirklich spannend! Sie erschüttert meine Alltagsroutine und setzt mich neuen Herausforderungen aus. So etwas soll ja jung halten… Dass ein TTL-spezifisches Gerät auf einer anderen Marke für Probleme sorgen kann, ist durchaus nachvollziehbar. Dass es natürlich keinen Fujifilm-spezifischen Pocket Wizard gibt, ist ebenfalls eine Tatsache, berührt mich aber nicht weiter, denn ich brauche so ein Produkt nicht. Aber es spiegelt natürlich bestimmte Gegebenheiten im Markt wider.

Also, was ist denn nun mit dem ersten professionell fotografierten Bild? Das sollte nicht lange auf sich warten lassen und wurde bereits am Tag darauf mit vollem Erfolg gemacht. Davon berichte ich in einem der nächsten Beiträge.

 

X-Pro2-Projekt (3): Fernsteuerung

Kleine Rückblende: bereits gestern habe ich einen langen Abend auf dem Sofa verbracht, mit Wein und Musik und natürlich mit der brandneuen Fujifilm X-Pro2 neben mir und in meiner Hand. Es war schon ganz schön spät nachts, alles schlief, aber ich wollte gerne ausprobieren, wie sich die Fujifilm fernsteuern lässt.

Eine ferngesteuerte Kamera ist wirklich etwas ganz Feines – man kann sie an ganz ungewöhnliche Stellen positionieren, wo man als Fotograf nie hinkommen würde. Und man kann Bilder schießen aus Perspektiven, die außergewöhnlich ungewöhnlich sind…. In der Vergangenheit ist uns das immer mal wieder gelungen – zum Beispiel bei diesem Foto:

Da lag die Kamera im Kochtopf… Und war per Kabel an einen Laptop angebunden. Das geht heute auch kabellos zum iPad – aber die Anbindung ist kompliziert und etwas mühsam. So mühsam, dass ich mich bisher nicht darum gekümmert habe.

Gut, das gleiche will ich nun auch mit der X-Pro2 probieren.

Zurück auf meinem Sofa. Es ist spät. Eigentlich bin ich auch schon müde. Aber das will ich jetzt noch ausprobieren. Camera Remote von Fujifilm ist geladen. Die Kamera liegt neben mir. Ich starte die Verbindung. Ich verbinde mich auf dem iPad mit der Kamera. Ich starte die Fernsteuerung.

Ich sehe das Bild der Kamera. Ich kann sie steuern, einstellen und auslösen. Bild ist gemacht. Fertig.

Ich bin perplex. So einfach? So einfach!

Wenn ich etwas vorwegnehmen darf: die X-Pro hat sich für die Zukunft schon mal einen Platz in meinem Koffer gesichert. Und sei es nur für genau diese Bilder. Da hilft es auch, dass die Kamera gegenüber meiner Spiegelreflex grazil und klein ist. Die kann man an wirklich unzulänglichen Orten positionieren und außergewöhnliche Bilder fotografieren.

Ja. Das finde ich richtig gut.

Daumen hoch!

X-Pro2-Projekt (2): Integration in vorhandene Workflows

Vor das Fotografieren haben die Götter den Transport gesetzt!

Ja, wirklich! 🙂 Ich weiß nicht, wieviele Tonnen Material ich bei unseren Jobs schon durch die Gegend gewuchtet habe – immens viele, schätze ich. Oder anders ausgedrückt: das Zeug muss in den Koffer!

Da ich mein Fujifilm X-Pro2 Projekt abgefedert und mit doppeltem Boden beginnen will, heißt das: in meinen Fotokoffer müssen zwei komplette Kamerasysteme. Und den Koffer empfand ich in der letzten Zeit schon durchaus gut gefüllt und vor allem als schwer. So ungefähr 25 kg, denke ich mal. So, und da müssen jetzt noch rein: eine Fujifilm-Kamera, zwei große Zooms und vier Festbrennweiten.

Zum Glück erweist sich das Problem kleiner als gedacht, was nicht zuletzt den moderaten Abmessungen der Kamera und der Objektive geschuldet ist. Ich habe das Material ganz gut unterbringen können, wobei ich sogar meiner Philosophie treu geblieben bin, dass alle Kameras immer mit einem einsatzbereiten und angesetzten Objektiv im Koffer liegen müssen. Es ist mir schon mehr als einmal passiert, dass ich vor Ort mit der Notwendigkeit konfrontiert wurde, sofort und GANZ SCHNELL zu fotografieren. Da hilft es, wenn eine Kamera fertig im Koffer liegt und nur noch eingeschaltet werden muss.

Also:

  • Fakt 1: alles ist untergebracht.
  • Fakt 2: meine bisherige Spiegelreflex-Backup-Kamera ist rausgeflogen. (Die brauchte ich nie. Und so viel Vertrauen habe ich.)
  • Fakt 3: stattdessen habe ich dabei: Fujifilm X-Pro2, 10-24mm/4.0, 16-55/2.8, 14mm/2.8, 35mm/1.4, 56mm/1.2, 27mm/2.8

Morgen früh gehe ich also mit Spiegelreflex und Fujifilm X auf die Reise. Ich unterstütze morgen meine Kollegin und Geschäftspartnerin Silvia Steinbach bei einem eigenen Shooting. Wird die Fujifilm zum Einsatz kommen? Ja! Und zwar gleich zweimal: von mir (als Making-of-Kamera) und von unserem Praktikanten (ebenfalls als Making-of-Kamera; aber der muss mit der XE-2 vorliebnehmen…. 🙂 ).

Interessant ist auch der Größenvergleich zwischen der Spiegelreflex (unten, Mitte; mit angesetztem 24-70/2.8) und der Fujifilm (oben links; mit Objektivpendant/2.8).

Ich freue mich auf morgen!

Viele Grüße
Christian

P.S.: Wer genau hinschaut, sieht, dass auf dem Foto noch die Trennteile zwischen den Objektiven fehlen…. Mea culpa. War voreilig mit dem Foto, werde aber nachrüsten. Versprochen!

X-Pro2-Projekt (1): Die Fujifilm X-Pro2 in der Industriefotografie

Gestern habe ich ein interessantes Projekt gestartet, und ich bin sehr gespannt, wohin es mich führen wird und zu welchen Ergebnissen ich kommen werde:

In den nächsten Wochen und Monaten werde ich das Experiment unternehmen, mit der Fujifilm X-Pro2 und den dazugehörigen Linsen die Alltagstauglichkeit und die besonderen Qualitäten des X-Systems in der professionellen Industrie- und Corporate-Fotografie zu erforschen.

Als Berufsfotograf bin ich in der Industrie und in Technologiezusammenhängen unterwegs – wir fotografieren und inszenieren die Welt der Arbeit im Auftrag von Unternehmen, Agenturen und Organisationen.

Bisher taten wir das mit digitaler Spiegelreflextechnik. Natürlich. Wie man das so macht. Kein Grund, etwas zu ändern, oder?

An dem Tag, an dem ich das Vorserienmodell der X-Pro2 bei einem Händler in Köln in den Händen gehalten habe, ist bei mir spontan der Gedanke aufgeblitzt: das fühlt sich ja richtig erwachsen an! Und die Frage kam auf: Ist die X-Serie jetzt reif für den mitunter rauhen Alltag in der professionellen Fotografie, so wie ich sie betreibe?

Und bietet die spiegellose Systemkamera vielleicht Vorteile, die man sich als Berufsfotograf zunutze machen sollte?

Lange Rede, kurzer Sinn: ich will mich auf dieses Experiment einlassen.

Allerdings nicht mit einem abrupten Systemwechsel, sondern fließend. Ich werde mich langsam reintasten, erstmal mit Netz und doppeltem Boden. Was dabei herauskommen wird, ist derzeit völlig offen.

Damit Ihr einschätzen könnt, wie ich und unser Team arbeiten und was unsere Bildergebnisse verlangen, erlaube ich mir mal, auf unsere Website zu verlinken: http://www.ahrens-steinbach-projekte.de

Ich werde im Laufe des Prozesses sicherlich an Grenzen stoßen, aber ziemlich sicher auch auf besondere Qualitäten, wie sie nur die Fujifilms zu bieten haben.

Ein Wort zu meiner Motiviation: Warum unternehme ich so ein Abenteuer? Der Hauptgrund ist: Neugierde. Und der Wunsch, die Zukunft zu erforschen. Ich bin der festen Überzeugung, dass die spiegellosen Systemkameras (oder was aus Ihnen in der Zukunft einmal werden wird) die Zukunft der professionellen Fotografie sein werden. Wir stehen vor einem Paradigmenwechsel. So wie einst die Mess-Sucherkameras durch Spiegelreflexkameras ersetzt wurden oder wie manueller Fokus von den Autofokus-Boliden verdrängt wurde – so etwas ähnliches steht auch der professionellen Spiegelreflex-Fotografie demnächst bevor.

Da will ich ganz vorne dabei sein, mitmischen – und, wenn möglich, auch Einfluss nehmen.

Ich habe mich für Fujifilm entschieden, weil ich die Produkte dieses Herstellers seit Geburt der X-Serie (Anno 2010) sehr schätzen gelernt habe. Bisher waren die Fujifilm X-100, XE-1 und XE-2 nur für mein privates Fotografieren gedacht. Seit Erscheinen der X-Pro2 fühle ich mich herausgefordert, diese Technik auch in der professionellen Fotografie einzusetzen.

Fujifilm ist über mein Projekt informiert und unterstützt es mit Rat und Tat. Mir liegt vor allem daran, dem Hersteller jede Menge Feedback zu geben, die in zukünftige Entwicklungen, wie z.B. Firmware-Updates oder neue Produkte einfließen können. Ich bin ein Fan dieser Produkte, ich gebe das ganz offen zu. Aber ich werde auch kein Blatt vor den Mund nehmen, wenn ich Verbesserungspotenzial erkenne.

Ich habe heute die Fujifilm X-Pro2 erhalten und natürlich gleich ausprobiert. Das Ding ist großartig. Die Kamera macht Spaß. Sie ist schnell und cool. Ist sie reif für den Einsatz bei großen kommerziellen Produktionen? Ich will das herausfinden.

Auf dem Weg dahin werde ich viele Lösungen finden und noch mehr Fragen begegnen. Gerne können wir das auch auf dieser Plattform diskutieren. Auf Euren Input und Eure Erfahrungen bin ich ebenfalls sehr gespannt!

Ich freue mich auf eine spannende Reise, über die ich an dieser Stelle gerne immer mal wieder berichten werde.

Viele Grüße und viel Freude beim Fotografieren
Christian Ahrens